Bär
Bären im Investment verstehen: Handelsstrategien, Vor- und Nachteile
Wichtige Erkenntnisse
- Bären erwarten fallende Marktpreise und erzielen oft Gewinne durch Leerverkäufe oder inverse ETFs.
- Der Aktienmarkt ist langfristig weitgehend gestiegen, was bullische Anleger begünstigt.
- Leerverkäufe sind eine gängige Bärenstrategie, bergen jedoch erhebliche Risiken, wenn die Kurse steigen statt fallen.
- Ein Bärenmarkt ist durch einen Rückgang der Marktpreise um 20 % oder mehr gekennzeichnet.
- Berühmte Bären wie Peter Schiff sagen oft wirtschaftliche Abschwünge voraus und bevorzugen Anlagen mit innerem Wert.
- Ein Bär ist ein Anleger, der einen Rückgang eines Wertpapiers oder des Marktes erwartet und oft Strategien wie Leerverkäufe nutzt, um von diesem Abschwung zu profitieren. Eine bärische Stimmung kann sich auf Aktien, Rohstoffe, Anleihen oder die gesamte Wirtschaft beziehen und spiegelt eine allgemein pessimistische Aussicht wider. Bären stehen im Gegensatz zu Bullen, die steigende Kurse erwarten und entsprechend Positionen eingehen.
Was bedeutet es, ein Bären-Investor zu sein?
Eine bärische Stimmung kann auf jeden Markt zutreffen, wie Rohstoffe, Aktien und Anleihen. Der Aktienmarkt schwankt ständig, da Bären und Bullen um die Kontrolle kämpfen. Im vergangenen Jahrhundert verzeichnete der US-Aktienmarkt im Durchschnitt einen jährlichen Anstieg von etwa 10 %, einschließlich Dividenden.1
Dies bedeutet, dass jeder einzelne langfristige Marktbär Geld verloren hat. Allerdings sind die meisten Anleger in Bezug auf einige Märkte oder Vermögenswerte bärisch und in Bezug auf andere bullisch eingestellt. Es ist selten, dass jemand in allen Situationen und allen Märkten ein Bär ist.
20 %
Ein Bärenmarkt tritt technisch gesehen ein, wenn die Marktpreise um 20 % oder mehr von den jüngsten Höchstständen fallen.
Wie handeln Bären? Wichtige Strategien und Risiken
Da sie pessimistisch hinsichtlich der Marktrichtung sind, nutzen Bären verschiedene Techniken, die im Gegensatz zu traditionellen Anlagestrategien profitieren, wenn der Markt fällt, und Geld verlieren, wenn er steigt. Die gebräuchlichste dieser Techniken ist der Leerverkauf. Diese Strategie stellt die Umkehrung der traditionellen „Kaufen-tief-verkaufen-hoch“-Mentalität des Investierens dar. Leerverkäufer kaufen tief und verkaufen hoch, jedoch in umgekehrter Reihenfolge: Sie verkaufen zuerst und kaufen später, nachdem – so hoffen sie – der Kurs gefallen ist.
Leerverkäufe sind möglich, indem man Aktien von einem Broker leiht, um sie zu verkaufen. Nach Erhalt des Verkaufserlöses schuldet der Leerverkäufer dem Broker noch die Anzahl der geliehenen Aktien. Sein Ziel ist es daher, diese zu einem späteren Zeitpunkt und zu einem niedrigeren Preis zurückzukaufen, sodass er die Differenz als Gewinn einstreichen kann. Leerverkäufe sind riskanter als traditionelle Anlagen. Bei traditionellen Anlagen ist der maximale Verlust der investierte Betrag, da die Kurse nur auf Null fallen können. Bei Leerverkäufen können die Kurse unbegrenzt steigen, was zu unbegrenzten Verlusten führt.
Merkmale eines Bärenmarktes erkennen
Merkmale eines Bärenmarktes sind:
Eine längere Phase fallender Aktienkurse (normalerweise um mindestens 20 % oder mehr über einen Zeitraum von mindestens zwei Monaten)
Eine schwache oder sich abschwächende Wirtschaft
Nachlassendes Anlegervertrauen
Nachlassender Anlegeroptimismus
Steigende Arbeitslosigkeit
Eine allgemeine Erwartung, dass die Lage für längere Zeit gedrückt bleibt
Beispiele für bärische Anleger aus der Praxis
Bestimmte prominente Anleger sind für ihre anhaltende bärische Stimmung bekannt geworden. Peter Schiff ist ein solcher Anleger, der in Wall-Street-Kreisen als der Inbegriff des Bären gilt. Als Börsenmakler und Autor mehrerer Bücher über das Investieren zeigt Schiff eine unerschütterliche Pessimismus gegenüber Papieranlagen wie Aktien und bevorzugt solche mit innerem Wert, wie Gold und Rohstoffe. Schiff erntete Lob für seine Weitsicht bei der Vorhersage der Großen Rezession von 2007 bis 2009, als er im August 2006 die US-Wirtschaft mit der Titanic verglich.2
Es ist jedoch anzumerken, dass Schiff im Laufe seiner Karriere viele Untergangsprophezeiungen gemacht hat, die nie eintraten.
Wie können Bären von fallenden Märkten profitieren?
Bären erwarten einen fallenden Markt. Sie können profitieren, indem sie Aktien oder ETFs leerverkaufen, das heißt Aktien leihen, verkaufen und später zu einem niedrigeren Preis zurückkaufen. Inverse ETFs und Investmentfonds, die steigen, wenn die Märkte fallen, sind ebenfalls Optionen, ebenso wie Derivate wie Put-Optionen oder der Verkauf von Futures.
Wie lange dauern Bärenmärkte?
Bärenmärkte treten im Laufe der Geschichte regelmäßig auf und sind normal. Im Durchschnitt dauerten Bärenmärkte in den USA 289 Tage (etwa 9,50 Monate). Im Gegensatz dazu dauerten Bullenmärkte im Durchschnitt 2 Jahre und 8 Monate.3
Warum werden sie Bullen und Bären genannt?
Es gibt mehrere konkurrierende Theorien zur Herkunft der Begriffe Bullen und Bären. Ein Vorschlag ist, dass Bullen angreifen, indem sie ihre Hörner nach oben stoßen, während Bären angreifen, indem sie ihre Pfoten nach unten schlagen. Eine zweite Theorie besagt, dass die Begriffe aus dem frühen Pelzhandel stammen, wo Bärenfelle als besonders riskant galten.