Eigentümergewinne_Hochrechnung
Owner Earnings Run Rate erklärt: Definition, Vorteile und Nachteile
Wichtige Erkenntnisse
- Die Laufrate der Inhabergewinne schätzt die zukünftigen Gewinne eines Unternehmens unter Annahme einer konstanten finanziellen Leistung.
- Sie hilft, den erwarteten Barwert zu messen, der produziert und den Eigentümern zur Verfügung steht.
- Die Kennzahl ist für Unternehmen mit schwankenden Gewinnen oder saisonalen Umsatzmustern unzuverlässig.
- Inhabergewinne umfassen ausgewiesene Gewinne zuzüglich nicht zahlungswirksamer Anpassungen abzüglich Veränderungen der Instandhaltungsinvestitionen (Capex).
Was ist die Laufrate der Inhabergewinne?
Die Laufrate der Inhabergewinne ist eine hochgerechnete Schätzung der Inhabergewinne (freier Cashflow) über ein Jahr und gibt Anlegern einen schnellen Eindruck der zukünftigen Performance. Sie kann nützlich sein, basiert jedoch auf stabilen Ergebnissen und kann durch Saisonalität oder unregelmäßige Umsätze verzerrt werden.
Aufschlüsselung der Laufrate der Inhabergewinne
Die Laufrate der Inhabergewinne ist ein Begriff, der sich aus zwei getrennten Komponenten zusammensetzt: Inhabergewinne und Laufrate. Um zu verstehen, wie sie funktioniert, muss man zunächst ergründen, was jede einzelne bedeutet.
Laufrate: Ein Prognosewerkzeug in der Finanzanalyse
Die Laufrate ist eine Methode zur Prognose der zukünftigen finanziellen Leistung eines Unternehmens auf Basis vergangener Daten. Nehmen wir an, ein Unternehmen verzeichnet im letzten Quartal einen Umsatz von 100 Millionen Dollar. Unter Verwendung dieser Informationen als Indikator für die zukünftige Leistung könnten wir sagen, dass das Unternehmen voraussichtlich einen Umsatz von 400 Millionen Dollar im Jahr erzielen wird – oder mit einer Laufrate von 400 Millionen Dollar arbeitet.
Entschlüsselung der Inhabergewinne: Eine Bewertungsmethode
Dann gibt es die Inhabergewinne: eine vom Investment-Guru Warren Buffett bevorzugte Bewertungsmethode. Der Nettogewinn (Net Income, NI) erhält viel Aufmerksamkeit von Anlegern, spiegelt jedoch nicht immer vollständig den tatsächlichen Dollarbetrag wider, den ein Unternehmen in seinen Kassen hat, um an die Eigentümer auszuschütten und den Aktionärswert zu steigern.
Das ist es, was die Inhabergewinne erreichen sollen. Buffett erklärte, dass der Wert eines Unternehmens einfach die Summe der erwarteten Netto-Cashflows (Inhabergewinne) über die gesamte Lebensdauer des Unternehmens abzüglich etwaiger Reinvestitionen von Gewinnen ist. In einem Aktionärsbrief von Berkshire Hathaway aus dem Jahr 1986 gab Buffett Einblicke in die Inhabergewinne und wie sie berechnet werden sollten:¹
Mit anderen Worten: Inhabergewinne = ausgewiesene Gewinne + Abschreibungen und Amortisation +/- andere nicht zahlungswirksame Aufwendungen – durchschnittliche jährliche Instandhaltungs-Capex +/- Veränderungen des Working Capitals. Die resultierende Zahl soll uns zeigen, wie viel Wert das Unternehmen schafft und wie viel an die Aktionäre zurückfließt. Oft ähnelt sie dem Free Cashflow (FCF): dem Cash, den ein Unternehmen nach Berücksichtigung von Mittelabflüssen zur Unterstützung des Betriebs und zur Erhaltung seiner Vermögenswerte generiert.
Vor- und Nachteile der Laufrate der Inhabergewinne
Inhabergewinne sind eine wichtige Kennzahl, mit der Anleger die finanzielle Gesundheit eines Unternehmens beurteilen können. Steigende Inhabergewinne wirken oft als Signal, dass die späteren Gewinne eines Unternehmens gut sein werden. Daher könnte die Bewertung einer genauen Laufrate der Inhabergewinne sehr wichtig sein, um die langfristige Performance des Unternehmens vorherzusagen.
Das Problem ist, dass die Laufrate der Inhabergewinne nicht immer zuverlässig ist, und zwar weil sie voraussetzt, dass die finanzielle Leistung des Unternehmens über den gesamten Zeitraum konstant bleibt. Nehmen wir zum Beispiel an, dass ein Unternehmen nach drei Quartalen Inhabergewinne von 9 Millionen Dollar meldet. Unter der Annahme, dass die Leistung konstant bleibt, würde die Laufrate der Inhabergewinne des Unternehmens für das Geschäftsjahr (FY) 12 Millionen Dollar betragen (3 Millionen Dollar pro Quartal).
Diese Schätzung kann schwierig zu beurteilen sein, wenn das Unternehmen in einer Branche mit Saisonalität tätig ist. In solchen Fällen sind Inhabergewinne aus einem Zeitraum möglicherweise nicht auf den gesamten Zeitraum übertragbar.
Wichtig
Die Laufrate der Inhabergewinne ist fehlerhaft, wenn sie auf Unternehmen angewendet wird, deren finanzielle Leistung von Quartal zu Quartal schwankt.
Laufraten berücksichtigen weder höhere Umsätze im Zusammenhang mit der Einführung eines neuen Produkts, ein häufiges Ereignis bei vielen Technologieunternehmen, noch große einmalige Verkäufe.