Erfolgsgebühr
Erfolgsgebühren erklärt: Definition, Methoden & Beispiele
Wichtige Erkenntnisse:
- Erfolgsprämien belohnen Fondsmanager, wenn ihr Fonds eine Benchmark übertrifft, was potenziell riskantere Anlagestrategien fördert.
- Typische Erfolgsprämien, die häufig bei Hedgefonds vorkommen, liegen bei etwa 20% der Überrendite eines Fonds.
- Eine "High-Water-Mark" stellt sicher, dass Gebühren nur erhoben werden, wenn ein Fonds seinen vorherigen Höchstwert übertrifft.
- Kritiker argumentieren, dass Erfolgsprämien Manager zu übermäßigen Risiken verleiten können, da sie nur von Gewinnen profitieren.
- Eine Hürde legt eine Mindestrendite fest, die erforderlich ist, bevor eine Erfolgsprämie erhoben werden kann.
Was ist eine Erfolgsprämie?
Eine Erfolgsprämie ist eine leistungsabhängige Gebühr, die ein Fondsmanager erhält, wenn ein Fonds eine festgelegte Benchmark wie den S&P 500 übertrifft. Beispielsweise könnte ein Manager eine Gebühr erhalten, wenn der Fonds diesen Index über ein Jahr hinweg übertrifft, wobei die Gebühr mit zunehmendem Abstand steigt; bei Hedgefonds liegt dies oft bei etwa 20% der Gewinne.
Während diese Gebühren zu besseren Ergebnissen motivieren können, können sie Manager auch dazu verleiten, mehr Risiken einzugehen. Ein Fonds, der seine Benchmark in einem starken Markt mit großem Abstand übertrifft, würde beispielsweise eine höhere Erfolgsprämie auslösen.
Wie Erfolgsprämien funktionieren: Eine detaillierte Aufschlüsselung
Eine Erfolgsprämie, auch als Performancegebühr bekannt, ist in der Regel an die Vergütung eines Managers und dessen Leistungsniveau, genauer gesagt an dessen Höhe der finanziellen Rendite, gebunden. Solche Gebühren können auf verschiedene Weise berechnet werden. Bei separaten Konten kann die Gebühr beispielsweise an die Veränderung der netto realisierten und nicht realisierten Gewinne oder an den erzielten Nettoertrag gekoppelt sein.
Bei Hedgefonds, wo Erfolgsprämien häufiger vorkommen, wird die Gebühr in der Regel auf Basis des Wachstums des Nettoinventarwerts (NAV) des Fonds oder Kontos berechnet. Eine Erfolgsprämie von 20% ist bei Hedgefonds üblich.
Obwohl sie selten sind, verwenden einige Fonds eine "Stoßdämpfer"-Struktur, bei der ein Fondsmanager vor dem Anleger für eine negative Entwicklung bestraft wird.
In den Vereinigten Staaten wird die Verwendung von Erfolgsprämien durch registrierte Anlageberater (RIAs) durch den Investment Advisers Act von 1940 geregelt und darf nur unter bestimmten Bedingungen erhoben werden. Manager, die US-Pensionsfonds als Erfolgsprämien nutzen möchten, müssen den Employee Retirement Income Security Act (ERISA) einhalten.
Praxisbeispiel zur Berechnung einer Erfolgsprämie
Ein Investor steckt 10 Millionen Dollar in einen Hedgefonds. Nach einem Jahr steigt der NAV um 10% auf 11 Millionen Dollar. Der Manager erhält 20% des Gewinns von 1 Million Dollar, also 200.000 Dollar. Diese Gebühr reduziert den NAV auf 10,8 Millionen Dollar, was einer Rendite von 8% entspricht, ohne andere Gebühren.
Der höchste Wert eines Fonds über einen bestimmten Zeitraum wird als High-Water-Mark bezeichnet. Im Allgemeinen wird keine Erfolgsprämie fällig, wenn ein Fonds unter diesen Höchstwert fällt. Manager erheben in der Regel nur dann eine Gebühr, wenn sie die High-Water-Mark überschreiten.
Eine Hürde wäre ein vorab festgelegtes Renditeniveau, das ein Fonds erreichen muss, um eine Erfolgsprämie zu verdienen. Hürden können die Form eines Index oder eines festgelegten Prozentsatzes haben. Wenn beispielsweise ein NAV-Wachstum von 10% einer Hürde von 3% unterliegt, würde eine Erfolgsprämie nur auf die Differenz von 7% erhoben. Hedgefonds waren in den letzten Jahren so beliebt, dass heute weniger von ihnen Hürden anwenden als in den Jahren nach der Großen Rezession.
Wichtige Überlegungen und Kritik an Erfolgsprämien
Kritiker von Erfolgsprämien, wie Warren Buffett, behaupten, dass ihre verzerrte Struktur – bei der ein Manager an den Gewinnen eines Fonds, nicht aber an seinen Verlusten beteiligt ist – Manager nur dazu ermutigt, übermäßige Risiken einzugehen, um die Renditen zu steigern.