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Kapitalüberschuss

Kapitalüberschuss erklärt: Definition und Methoden der Schaffung



Wichtige Erkenntnisse


  • Kapitalüberschuss ist der Betrag, den Anleger über den Nennwert der Aktie zahlen, auch als über den Nennwert hinaus eingezahltes Kapital bezeichnet.
  • Er kann durch Aktienverkäufe über Nennwert, Aktienrückkäufe und Wiederausgabe oder gespendete Aktien entstehen.
  • Kapitalüberschuss unterscheidet sich von den Gewinnrücklagen, die nach Ausschüttung von Dividenden verbleibende Gewinne sind.
  • Unternehmen beschaffen sich häufig Kapital durch die Wiederausgabe eigener Aktien aus Aktienrückkaufprogrammen.
  • Das Verständnis des Kapitalüberschusses hilft bei der besseren Analyse des Eigenkapitals eines Unternehmens.


Was ist Kapitalüberschuss?


Kapitalüberschuss, auch als Aktienagio bekannt, bezeichnet den Betrag, den ein Unternehmen durch die Ausgabe von Aktien über deren Nennwert erhält. Es ist ein wichtiger Bestandteil des Eigenkapitals eines Unternehmens in der Bilanz, neben den Gewinnrücklagen. Kapitalüberschuss entsteht, wenn Aktien zu einem Preis über ihrem Nennwert verkauft werden, wenn Aktien zurückgekauft und wieder verkauft werden, oder durch gespendete Aktien. Das Verständnis des Kapitalüberschusses ist entscheidend für die Bewertung der finanziellen Gesundheit und des Investitionspotenzials eines Unternehmens.



Wie Kapitalüberschuss entsteht und genutzt wird


Fünf Möglichkeiten, wie Kapitalüberschuss entstehen kann, sind:

Durch Aktienausgabe zu einem Aufschlag auf den Nenn- oder Bilanzwert (am häufigsten)

Aus Erlösen von zurückgekauften und dann wieder verkauften Aktien

Durch eine Herabsetzung des Nenn- oder Bilanzwerts oder eine Umgliederung des Grundkapitals

Durch gespendete Aktien

Durch den Erwerb von Unternehmen, die Kapitalüberschüsse aufweisen

Obwohl Punkt 1 am häufigsten vorkommt, sollten die Punkte 2 und 5 nicht übersehen werden.

Im letzten Jahrzehnt haben börsennotierte Unternehmen erhebliche Mengen ihrer Stammaktien durch Aktienrückkaufprogramme zurückgekauft. In Zukunft könnten diese Unternehmen zur Kapitalbeschaffung eigene Aktien wieder ausgeben.

Ein Anstieg von M&A könnte auch dazu führen, dass mehr Unternehmen ihre Bilanzen anpassen, um kapitalüberschussbezogene Bilanzierungsfragen zu berücksichtigen.

Das Grundkapital kann als Oberbegriff für spezifischere Klassifikationen dienen, wie erworbener Überschuss, zusätzlich eingezahltes Kapital, gespendeter Überschuss oder Neubewertungsrücklage (die bei Bewertungen auftauchen kann).



Unterschiede zwischen Kapitalüberschuss und Gewinnrücklagen


Obwohl Kapitalüberschuss und Gewinnrücklagen Bestandteile des Eigenkapitals sind und ähnliche Merkmale aufweisen, unterscheiden sie sich grundlegend. Gewinnrücklagen sind die Gewinne oder Erlöse eines Unternehmens, die nach der Zahlung von Dividenden an die Aktionäre verbleiben. Diese Gewinne werden vom Unternehmen einbehalten und häufig zur Skalierung des Unternehmens verwendet, beispielsweise zur Ausweitung des Geschäftsbetriebs oder zur Diversifizierung einer Produktlinie.

Der endgültige Saldo der Gewinnrücklagen eines Unternehmens, der negativ oder positiv sein kann, wird berechnet, indem man die Gewinne oder Verluste zum Anfangsbestand der Gewinnrücklagen addiert und dann die an die Aktionäre gezahlten Dividenden abzieht. Gewinnrücklagen werden in einer Kategorie gleichen Namens im Eigenkapitalbereich der Bilanz ausgewiesen.

Kapitalüberschuss stellt keine Gewinne dar und entsteht am häufigsten, wenn Anleger mehr als den Nennwert für Aktien zahlen. Werden Aktien zu ihrem Nennwert verkauft, gibt es keinen Kapitalüberschuss. Die Kapitalüberschusszahlen werden in einer Kategorie gleichen Namens oder unter der Bezeichnung "zusätzlich eingezahltes Kapital" im Eigenkapitalbereich der Bilanz ausgewiesen.



Praktisches Beispiel für Kapitalüberschuss


Betrachten Sie das Beispiel, in dem ein Unternehmen 1.000 Aktien seiner Stammaktien zu 100 $ pro Aktie verkauft, was einem Gesamterlös von 100.000 $ entspricht (1.000 Aktien x 100 $). Der Nennwert der Stammaktien beträgt 20 $ pro Aktie (Gesamterlös Stammaktien = 20.000 $). Daher beträgt der Kapitalüberschuss oder das zusätzlich eingezahlte Kapital 80.000 $ (100.000 $ - 20.000 $). 20.000 $ werden im Konto "Stammaktien" der Bilanz verbucht und 80.000 $ im Konto "Zusätzlich eingezahltes Kapital" der Bilanz.

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