Konsensschätzung
Konsensschätzungen verstehen: Definition, Funktion und Auswirkungen
Was ist eine Konsensschätzung?
Eine Konsensschätzung ist die kombinierte Prognose der Gewinne eines börsennotierten Unternehmens, basierend auf den Vorhersagen der Finanzanalysten, die die Aktie abdecken. Diese Schätzungen, die sich oft auf den Gewinn pro Aktie (EPS) und den Umsatz für die kommenden Quartale oder Geschäftsjahre (FY) konzentrieren, spielen eine wesentliche Rolle bei der Gestaltung der Markterwartungen. Wenn die tatsächlichen Gewinnberichte vom Konsens abweichen, können die Aktienkurse stark reagieren. Analysten nutzen Instrumente wie Discounted-Cashflow-Modelle (DCF) und Unternehmensabschlüsse, um ihre Vorhersagen zu erstellen, obwohl externe Faktoren und Marktbedingungen manchmal zu Abweichungen zwischen Prognosen und tatsächlichen Ergebnissen führen können.
Wichtige Erkenntnisse
- Konsensschätzungen liefern eine durchschnittliche Prognose der erwarteten Gewinne eines börsennotierten Unternehmens, zusammengestellt aus den Bewertungen verschiedener Analysten.
- Sie stützen sich auf mehrere Datenpunkte, darunter Finanzberichte und Modelle wie abgezinste Cashflows, und integrieren sowohl empirische Forschung als auch subjektive Analysen.
- Das Übertreffen oder Verfehlen von Konsensschätzungen kann den Aktienkurs aufgrund von Veränderungen der Anlegerstimmung erheblich beeinflussen.
- Eine McKinsey-Studie deutet darauf hin, dass das knappe Verfehlen von Konsensschätzungen in der Regel nur minimale Auswirkungen auf den Aktienkurs hat, obwohl solche Ergebnisse die Wahrnehmung der Anleger beeinflussen können.
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Wie Konsensschätzungen die Aktienperformance beeinflussen
Wenn ein Unternehmen die "Schätzungen verfehlt" oder "die Schätzungen übertroffen" hat, bezieht sich dies auf Konsensschätzungen. Diese Prognosen sind in Aktienkursen oder Quellen wie dem Wall Street Journal, Bloomberg, Visible Alpha, Morningstar.com und Google Finance verfügbar.
Analysten arbeiten daran, die Zukunft eines Unternehmens mithilfe von Prognosen, Modellen, subjektiven Bewertungen, Marktstimmung und Forschung vorherzusagen. Konsensschätzungen, die aus verschiedenen Analystenbewertungen bestehen, sind oft mehr Kunst als exakte Wissenschaft. Analysten stützen sich sowohl auf Finanzberichte wie Bilanzen oder Gewinn- und Verlustrechnungen als auch auf ihre subjektiven Eingaben zur Interpretation der Daten.
Analysten verwenden häufig Eingaben aus den oben genannten Datenquellen und setzen diese in ein Discounted-Cashflow-Modell (DCF) ein. Der DCF ist eine Bewertungsmethode, die zukünftige freie Cashflow-Prognosen (FCF) verwendet und diese mit einem erforderlichen jährlichen Satz abzinst, um einen aktuellen Schätzwert zu erhalten.
Liegt der aktuelle Wert über dem aktuellen Marktpreis der Aktie, könnten Analysten sagen, er sei "über" dem Konsens. Liegt der aktuelle Wert der zukünftigen Cashflows niedriger, könnten Analysten schlussfolgern, dass die Aktie "unter" dem Konsens liegt.
Analyse der Markteffizienz durch Konsensschätzungen
Einige Experten glauben, dass der Markt nicht so effizient ist wie behauptet, da er sich auf Schätzungen zukünftiger Ereignisse stützt, die ungenau sein können. Dies könnte erklären, warum der Aktienkurs eines Unternehmens schnell auf die neuen Informationen reagiert, die durch die vierteljährlichen Gewinn- und Umsatzzahlen bereitgestellt werden, wenn diese von der Konsensschätzung abweichen.
Eine Studie der Beratungsfirma McKinsey aus dem Jahr 2013 ergab, dass das Verfehlen von Konsensschätzungen keine wesentlichen Auswirkungen auf den Aktienkurs eines Unternehmens hat. "Kurzfristig ist das Verfehlen der Konsensgewinnschätzungen selten katastrophal", schrieben die Autoren der Studie.
Ihre Analyse ergab, dass ein Verfehlen des Konsenses um 1% in den fünf Tagen nach der Ankündigung zu einem Rückgang des Aktienkurses um nur zwei Zehntel Prozent führt. Die Studie warnte jedoch davor, zu viel in die Ergebnisse hineinzuinterpretieren. Laut ihren Autoren "deuten" Konsensschätzungen auf Bedenken der Anleger bezüglich eines bestimmten Unternehmens oder Sektors hin.
Praxisbeispiel: Molson Coors und Konsensschätzungen
Betrachten wir als Beispiel die Molson Coors Brewing Company (TAP). Im Jahr 2010 übertraf der Getränkehersteller die Konsensschätzungen um 2%. Dennoch fielen seine Aktien um 7 Prozent, da die Anleger die Gewinnüberraschung auf eine einmalige Steuervergünstigung zurückführten, anstatt auf eine Verbesserung der grundlegenden Strategie und langfristigen Rentabilität des Unternehmens.