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Aktives Risiko beim Investieren: Definition, Berechnung und Beispiele



Wichtige Erkenntnisse


  • Aktives Risiko ist die Differenz zwischen der Rendite eines Portfolios und der Rendite seiner Benchmark, die durch aktives Management entsteht.
  • Aktives Risiko wird entweder durch die Renditedifferenz oder die Standardabweichung der Renditedifferenzen im Zeitverlauf berechnet.
  • Kennzahlen wie Beta, Standardabweichung und Sharpe Ratio helfen, das aktive Risiko mit einer Benchmark zu vergleichen.
  • Restrisiko ist unternehmensspezifisch und diversifizierbar, während aktives Risiko mit aktiven Managementstrategien verbunden ist.
  • Fonds mit hohem aktivem Risiko streben danach, Benchmarks zu übertreffen, sind jedoch mit einem erhöhten Risiko verbunden.


Was ist aktives Risiko?


Aktives Risiko ist das zusätzliche Risiko, das ein Manager eingeht, indem er von einer Benchmark abweicht, um eine bessere Performance zu erzielen, anstatt lediglich das marktweite (systematische) Risiko zu akzeptieren. Es wird oft mit Kennzahlen wie Beta, Standardabweichung und der Sharpe Ratio bewertet, was Anlegern hilft zu entscheiden, ob sich aktives Management im Vergleich zu einer passiven Anlage lohnt.



Ausführliche Erklärung des aktiven Risikos


Aktives Risiko ist das Risiko, das ein Manager bei seinen Bemühungen eingeht, eine Benchmark zu übertreffen und höhere Renditen für Anleger zu erzielen. Aktiv verwaltete Fonds weisen Risikomerkmale auf, die von ihrer Benchmark abweichen. Im Allgemeinen streben passiv verwaltete Fonds danach, im Vergleich zu der Benchmark, die sie nachbilden möchten, ein begrenztes oder gar kein aktives Risiko zu haben.

Aktives Risiko kann durch den Vergleich mehrerer Risikomerkmale beobachtet werden. Drei der besten Risikokennzahlen für den Vergleich aktiver Risiken sind Beta, Standardabweichung oder Volatilität und die Sharpe Ratio. Beta stellt das Risiko eines Fonds im Verhältnis zu seiner Benchmark dar. Ein Fonds-Beta von mehr als eins deutet auf ein höheres Risiko hin, während ein Fonds-Beta unter eins auf ein geringeres Risiko hindeutet.

Die Standardabweichung oder Volatilität drückt die Schwankung der zugrunde liegenden Wertpapiere umfassend aus. Ein Volatilitätsmaß eines Fonds, das höher ist als das der Benchmark, zeigt ein höheres Risiko an, während eine Fondsvolatilität unter der Benchmark ein geringeres Risiko anzeigt.

Die Sharpe Ratio liefert ein Maß zum Verständnis der Überschussrendite als Funktion des Risikos. Eine höhere Sharpe Ratio bedeutet, dass ein Fonds effizienter investiert, indem er eine höhere Rendite pro Risikoeinheit erzielt.



Wie man aktives Risiko effektiv misst


Es gibt zwei allgemein anerkannte Methoden zur Berechnung des aktiven Risikos. Je nach verwendeter Methode kann das aktive Risiko positiv oder negativ sein. Die erste Methode zur Berechnung des aktiven Risikos besteht darin, die Rendite der Benchmark von der Rendite der Anlage abzuziehen. Wenn beispielsweise ein Investmentfonds über ein Jahr eine Rendite von 8 % erzielte, während der entsprechende Referenzindex eine Rendite von 5 % erzielte, wäre das aktive Risiko:

Dies zeigt, dass 3 % zusätzliche Rendite entweder durch aktive Wertpapierauswahl, Market Timing oder eine Kombination aus beidem erzielt wurden. In diesem Beispiel hat das aktive Risiko eine positive Wirkung. Wenn die Anlage weniger als 5 % Rendite erbracht hätte, wäre das aktive Risiko negativ gewesen, was auf schlechte Wertpapierauswahl oder schlechtes Timing hindeutet.

Die zweite Methode zur Berechnung des aktiven Risikos, die häufiger verwendet wird, besteht darin, die Standardabweichung der Differenz zwischen Anlage- und Benchmark-Renditen im Zeitverlauf zu nehmen. Die Formel lautet:

Nehmen Sie beispielsweise die folgenden Jahresrenditen für einen Investmentfonds und seinen Referenzindex an:

Die Differenzen betragen:

Die Quadratwurzel der Summe der quadrierten Differenzen, geteilt durch (N - 1), ergibt das aktive Risiko (wobei N = die Anzahl der Perioden ist):



Praktisches Beispiel einer Analyse des aktiven Risikos


Der Oppenheimer Global Opportunities Fund ist ein gutes historisches Beispiel für einen Fonds, der mit aktivem Risiko seine Benchmark übertroffen hat, und eignet sich gut zur Veranschaulichung des Konzepts.

Der Oppenheimer Global Opportunities Fund ist ein aktiv verwalteter Fonds, der sowohl in US-amerikanische als auch in ausländische Aktien investiert. Er verwendet den MSCI All Country World Index als Benchmark. Für das Jahr 2017 verzeichnete er eine Einjahresrendite von 48,64 % gegenüber einer Rendite von 21,64 % für den MSCI All Country World Index.

Das Beta und die Standardabweichung des Fonds zeigen das im Vergleich zur Benchmark hinzugefügte aktive Risiko. Die Sharpe Ratio zeigt, dass der Fonds eine höhere Überschussrendite pro Risikoeinheit erzielt als die Benchmark.



Vergleich von aktivem Risiko und Restrisiko


Restrisiko sind unternehmensspezifische Risiken wie Streiks, Ausgang rechtlicher Verfahren oder Naturkatastrophen. Dieses Risiko wird als diversifizierbares Risiko bezeichnet, da es durch ausreichende Diversifikation eines Portfolios beseitigt werden kann. Es gibt keine Formel zur Berechnung des Restrisikos; stattdessen muss es durch Abzug des systematischen Risikos vom Gesamtrisiko extrapoliert werden.

Aktives Risiko entsteht durch Portfolio-Management-Entscheidungen, die ein Portfolio oder eine Anlage von ihrer passiven Benchmark abweichen lassen. Aktives Risiko geht direkt auf menschliche oder Software-Entscheidungen zurück. Aktives Risiko wird durch die Verfolgung einer aktiven Anlagestrategie anstelle einer vollständig passiven Strategie erzeugt. Restrisiko ist jedem einzelnen Unternehmen inhärent und nicht mit breiteren Marktbewegungen verbunden.

Aktives Risiko und Restrisiko sind grundlegend zwei verschiedene Arten von Risiken, die auf unterschiedliche Weise gemanagt oder beseitigt werden können. Um aktives Risiko zu eliminieren, verfolgen Sie eine rein passive Anlagestrategie. Um Restrisiko zu eliminieren, investieren Sie in eine ausreichend große Anzahl verschiedener Unternehmen innerhalb und außerhalb der Branche des Unternehmens.

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