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Amerikanische Regel

American Rule erklärt: Definition, Ausnahmen und Praxisbeispiel



Wichtige Erkenntnisse


  • Die American Rule verlangt, dass jede Partei in einem Rechtsfall ihre eigenen Anwaltskosten trägt.
  • Die Regel soll verhindern, dass Kläger aufgrund hoher Kosten davon abgehalten werden, berechtigte Klagen einzureichen.
  • Ausnahmen gelten, wenn ein Vertrag etwas anderes vorsieht oder in Fällen, die das öffentliche Interesse und Regierungsbehörden betreffen.
  • Gerichte können die unterlegene Partei zur Zahlung von Gebühren verpflichten, wenn diese bösgläubig gehandelt hat, z. B. durch Einreichung unbegründeter Klagen.
  • Bundesgesetze wie der Magnuson-Moss Warranty Act können die American Rule außer Kraft setzen, um Verbraucher zu schützen.
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Was ist die American Rule?


Die American Rule ist eine Regel im US-amerikanischen Justizsystem, die besagt, dass zwei gegnerische Parteien in einer Rechtssache ihre eigenen Anwaltskosten tragen müssen, unabhängig davon, wer den Fall gewinnt. Der Grundgedanke der Regel ist, dass ein Kläger nicht aus Angst vor prohibitiven Kosten davon abgehalten werden sollte, einen Fall vor Gericht zu bringen.

In Ländern, die dem englischen Common Law folgen, besagt die Regel jedoch, dass die unterlegene Partei die Anwaltskosten der siegreichen Partei tragen muss.



Ein detaillierter Blick auf die American Rule


Die American Rule wurde eingeführt, damit Personen mit einer berechtigten Klage nicht davon abgeschreckt werden, diese einzureichen, weil sie möglicherweise nicht genug Geld haben, um im Falle einer Niederlage die Anwaltskosten beider Parteien zu tragen. Die American Rule hat den Ruf, klägerfreundlicher zu sein als das englische Common Law. Obwohl sie ihre Kritiker hat, war die Absicht hinter der American Rule, dass die Regel gut für die Gesellschaft sei.

Der Gedanke war, dass jemand nicht daran gehindert werden sollte, vor Gericht Abhilfe zu suchen, weil er wirtschaftlich benachteiligt ist oder Angst davor hat, für ein erfolgloses Gerichtsverfahren bezahlen zu müssen. Da die American Rule nicht einhellig beliebt ist, gab es mehrere erfolglose Versuche, die Regel in das englische Common Law zu ändern, bei dem der Verlierer alle Gerichtskosten für beide Parteien trägt.



Wann die American Rule nicht gilt: Wichtige Ausnahmen


Die American Rule ist nicht in Stein gemeißelt, da es je nach Bundesstaat und Art des Rechtsfalls Ausnahmen von der Standardregel gibt. Einige Bundesstaaten wie Kalifornien und Nevada erlauben bestimmte Ausnahmen von der American Rule.

Gelangt ein Richter zu dem Schluss, dass eine unterlegene Partei die Ernsthaftigkeit des Rechts oder des Verfahrens missachtet hat, kann der Richter anordnen, dass die unterlegene Seite die Gebühren der siegreichen Seite zahlt. Beispiele hierfür sind die Einreichung unbegründeter Klagen, die Verschleppung bereits verlorener Fälle im Berufungsverfahren und die nicht professionelle Durchführung eines Verfahrens.

Auf Bundesgerichtsebene gibt es ebenfalls bedeutende Ausnahmen von der Regel.1 Aber zuerst: Grundsätzlich muss ein Richter die American Rule nicht anwenden, wenn ein bereits bestehender Vertrag zwischen den Parteien vorsieht, dass eine Seite im Streitfall die Anwaltskosten der anderen Seite trägt. In Fällen, die Regierungsbehörden, Antidiskriminierungsgesetze, Verbraucherschutzfälle oder das öffentliche Interesse betreffen, erlauben einige Bundesstaaten die Erstattung der Anwaltskosten der siegreichen Seite durch die unterlegene Seite.

Kläger in vielen dieser Falltypen sind nicht so gut finanziert wie private Unternehmen; zudem befassen sich diese Falltypen in den Augen des Justizsystems tendenziell mit einem gesellschaftlichen Nutzen.

Wenn ein Rechtsfall abgewiesen wird, können die Parteien möglicherweise eine Erstattung der Anwaltskosten verlangen oder auch nicht. Ein kürzlicher Fall vor dem Federal Circuit entschied, dass wenn beide Parteien die Abweisung eines Falles mit Präklusion beantragen, eine Partei dennoch Anwaltsgebühren beantragen kann. Allerdings sind Anwaltskosten nicht eintreibbar in Fällen, in denen eine einzelne Partei eine Beschwerde freiwillig mit Präklusion abweist.2 Hier bedeutet „mit Präklusion“ (with prejudice), dass der Kläger dieselbe Klage nicht erneut vor diesem Gericht einreichen kann.



Wichtig


Einige Bundesgesetze setzen die American Rule außer Kraft, wie der Magnuson-Moss Warranty Act. Dieses Gesetz bietet Schutz vor betrügerischen Praktiken gegenüber Verbrauchern, die Produkte mit Garantie kaufen.3



Praxisbeispiel: Die American Rule in der Anwendung in Kalifornien


Der Bundesstaat Kalifornien folgt der American Rule und verlangt, dass sowohl die siegreiche als auch die unterlegene Partei eines Rechtsstreits ihre eigenen Anwaltskosten tragen, sofern keine abweichende Vereinbarung oder gesetzliche Regelung besteht. Die American Rule in Kalifornien ist im California Code of Civil Procedure § 1021 kodifiziert:

„Sofern Anwaltsgebühren nicht gesetzlich besonders vorgesehen sind, bleiben die Höhe und die Art der Vergütung von Anwälten und Rechtsberatern der ausdrücklichen oder stillschweigenden Vereinbarung der Parteien überlassen; die Parteien von Klagen oder Verfahren haben jedoch Anspruch auf ihre Kosten, wie nachstehend vorgesehen.“4

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U.S. Department of Justice. "Attorney's Fees."

U.S. Department of Justice. "Attorney's Fees."

National Law Review. "We Agreed to Dismiss; You Can’t Ask for Attorney’s Fees, Can You?"

National Law Review. "We Agreed to Dismiss; You Can’t Ask for Attorney’s Fees, Can You?"

Federal Trade Commission. "Magnuson Moss Warranty-Federal Trade Commission Improvements Act."

Federal Trade Commission. "Magnuson Moss Warranty-Federal Trade Commission Improvements Act."

California Legislative Information. "Code of Civil Procedure."

California Legislative Information. "Code of Civil Procedure."

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