Ankurbelung
Pump Priming verstehen: Definition und Beispiele in den USA und Japan
Wichtige Erkenntnisse
- Pump priming stimuliert das Wirtschaftswachstum durch erhöhte Staatsausgaben und Senkung von Steuern oder Zinssätzen.
- Es entstand während der Großen Depression, um die wirtschaftliche Erholung durch öffentliche Ausgaben zu fördern.
- Der Ansatz unterstützt die keynesianische Wirtschaftstheorie, die staatliche Eingriffe zur Steigerung der Gesamtnachfrage befürwortet.
- Pump priming zielt darauf ab, die Kaufkraft zu erhöhen und die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen anzukurbeln.
- Es birgt Risiken wie Haushaltsdefizite, die möglicherweise zu künftigen Kürzungen bei öffentlichen Programmen oder höheren Zinssätzen führen.
Was ist Pump Priming?
Pump priming ist eine Art von Maßnahme zur Ankurbelung einer Wirtschaft, meist in einer Rezessionsphase, etwa durch Staatsausgaben oder Senkung von Zinssätzen und Steuern. Der Begriff Pump priming leitet sich vom Betrieb wörtlicher Pumpen ab, die mit Wasser vorgefüllt werden mussten, um ordnungsgemäß zu funktionieren.
Pump priming geht davon aus, dass auch die Wirtschaft vorgefüllt werden muss, um wieder ordnungsgemäß zu funktionieren. In dieser Hinsicht wird angenommen, dass Staatsausgaben private Ausgaben ankurbeln, was wiederum zu wirtschaftlicher Expansion führen sollte.
Wie Pump Priming die wirtschaftliche Erholung fördert
Pump priming beinhaltet die Einführung staatlicher Mittel in eine geschwächte Wirtschaft, um Wachstum anzuregen. Eine erhöhte Kaufkraft kann dann eine höhere Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen auslösen. Der durch Pump priming erfahrene Nachfrageanstieg führt wiederum zu einer höheren Rentabilität im privaten Sektor, was die gesamtwirtschaftliche Erholung unterstützt.
Pump priming bezieht sich auf die keynesianische Wirtschaftstheorie, benannt nach dem bekannten Ökonomen John Maynard Keynes, die besagt, dass staatliche Eingriffe in die Wirtschaft zur Steigerung der Gesamtnachfrage zu einer positiven Veränderung in der Wirtschaft führen können. Dies basiert auf der zyklischen Natur des Geldes in einer Wirtschaft, bei der die Ausgaben einer Person in direktem Zusammenhang mit den Einnahmen einer anderen Person stehen und diese Einnahmesteigerung zu einem anschließenden Anstieg der Ausgaben führt.
Beispiele für Pump Priming in der US-Wirtschaftsgeschichte
Der Begriff "Pump Priming" entstand mit der Gründung der Reconstruction Finance Corporation (RFC) durch Präsident Herbert Hoover im Jahr 1932, die Kredite an Banken und die Industrie vergeben sollte. Dies wurde 1933 noch einen Schritt weitergeführt, als Präsident Franklin Roosevelt der Meinung war, dass Pump Priming der einzige Weg sei, um die Wirtschaft aus der Großen Depression zu holen. Über die RFC und andere öffentliche Bauorganisationen wurden Milliarden Dollar ausgegeben, um die Pumpe vorzufüllen und das Wirtschaftswachstum anzukurbeln.
Der Begriff wurde nach dem Zweiten Weltkrieg selten in wirtschaftspolitischen Diskussionen verwendet, obwohl seitdem entwickelte und eingesetzte Programme wie Arbeitslosenversicherung und Steuersenkungen als Formen automatischer Pump Primer angesehen werden können. Während der Finanzkrise von 2007 kam der Begriff jedoch wieder in Gebrauch, da Zinssenkungen und Infrastrukturausgaben als bester Weg zur wirtschaftlichen Erholung angesehen wurden, zusammen mit Steuerrückerstattungen im Rahmen des Economic Stimulus Act von 2008.
Zu Beginn der Covid-19-Pandemie ergriff die US-Regierung eine Reihe von fiskal- und geldpolitischen Maßnahmen, die als eine Form des Pump Priming angesehen werden können. Dazu gehörten Zinssenkungen und die Umsetzung verschiedener Hilfsprogramme, die unter anderem Konjunkturgelder an Einzelpersonen, Unternehmen und betroffene Sektoren verteilten.
Japans Strategien zur Konjunkturbelebung durch Pump Priming
Ähnlich wie in den Vereinigten Staaten genehmigte der japanische Premierminister Shinzo Abe mit seinem Kabinett im Jahr 2015 ein Konjunkturpaket im Wert von 29,1 Milliarden Dollar, in der Hoffnung, die angeschlagene Wirtschaft wiederzubeleben. Ziel war es, das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Japans bis Ende 2016 um 0,7% zu steigern.
Wie in den USA führte die japanische Regierung während der Covid-19-Pandemie Aktivitäten durch, die als Pump Priming angesehen werden können. Dazu gehörten quantitative Lockerungsmaßnahmen, die Gewährung von Nullzinsdarlehen und die Finanzierung von Hilfsprogrammen.
Ist Pump Priming eine Fiskalpolitik?
Pump priming kann sich sowohl auf Geld- als auch auf Fiskalpolitik beziehen. Wenn eine Zentralbank wie die US-Notenbank Fed Zinssenkungen beschließt, um die Ausgaben anzukurbeln, ist dies sowohl eine Form des Pump Priming als auch eine Geldpolitik. Wenn der Kongress hingegen Geld zur Finanzierung von Konjunkturschecks bereitstellt, wäre dies ein Beispiel für Pump Priming, das auch eine Fiskalpolitik darstellt.
Welcher andere Begriff wird für Pump Priming verwendet?
Pump Priming ist eine häufig verwendete Metapher für Staatsausgaben zur Ankurbelung der Wirtschaft. Es ist verwandt mit Konzepten wie Deficit Spending und expansiver Politik.
Was sind die Nachteile von Pump Priming?
Pump Priming bringt einige Nachteile und Risiken mit sich. Langfristig können Ausgaben zu einem Haushaltsdefizit führen, das dann Kürzungen bei wichtigen öffentlichen Programmen erforderlich machen kann. Haushaltsdefizite können auch zu steigenden Zinssätzen führen, was die Kosten für die Kreditaufnahme erhöht.