Anlagephilosophie
Investmentphilosophien verstehen: Schlüsselarten und Praxisbeispiele
Wichtige Erkenntnisse
- Anlagephilosophien leiten Anleger dabei, wie sie auf der Grundlage ihrer Prinzipien und Erfahrungen investieren.
- Value- und Growth-Investing sind gegensätzliche Philosophien, die sich auf unterbewertete Aktien bzw. Unternehmen in Wachstumsphasen konzentrieren.
- Die technische Analyse stützt sich auf vergangene Marktdaten, um Muster für Anlageentscheidungen zu identifizieren.
- Sozial verantwortliches Investieren richtet Portfolios an den Werten der Anleger in Bezug auf gesellschaftliche und ökologische Auswirkungen aus.
- Erfolgreiche Anleger halten oft an ihren Anlagephilosophien fest und verfeinern sie im Laufe der Zeit.
Was ist eine Anlagephilosophie?
Eine Anlagephilosophie ist die Herangehensweise eines Anlegers an Investitionen und basiert auf einer Reihe von Prinzipien, Überzeugungen, Erfahrungen und dem Anlageprofil. Sie treibt Handels- und Portfoliobetrachtungen voran. Value- und Growth-Investing sind zwei weit verbreitete und gegensätzliche Anlagephilosophien. Berühmte Investoren wie Warren Buffett und George Soros sind für ihre charakteristischen Anlagephilosophien bekannt.
Verschiedene Anlagephilosophien erkunden
Anlagephilosophien sollten die Ziele, den Zeithorizont, die Risikotoleranz und den Kapitalbedarf eines Anlegers widerspiegeln. Im Folgenden sind gängige Anlagephilosophien aufgeführt:
Value-Investing beinhaltet den Kauf von Aktien, von denen ein Anleger glaubt, dass sie unterbewertet sind, in der Erwartung, dass sie deutlich steigen.
Die Fundamentalanalyse stützt sich darauf, Unternehmen mit starken Ertragsaussichten zu identifizieren.
Growth-Investing ist, wenn Anleger Anteile neuerer Unternehmen kaufen, die überdurchschnittliches Umsatz- und Gewinnwachstum erzielen, in der Hoffnung auf steigende Aktienkurse.
Sozial verantwortliches Investieren (SRI) konzentriert sich auf Investitionen in Unternehmen, deren Praktiken mit den Werten eines Anlegers in Bezug auf die Auswirkungen des Unternehmens auf Gesellschaft und Umwelt übereinstimmen. SRI wird manchmal auch als ESG-Investing bezeichnet.
Die technische Analyse stützt sich auf die Untersuchung vergangener Marktdaten, um markante visuelle Muster in der Handelsaktivität zu identifizieren, auf denen Kauf- und Verkaufsentscheidungen basieren.
Contrarian-Investing geht, wie der Name schon sagt, in die entgegengesetzte Richtung der Masse. Diese Anleger schwimmen gegen den Strom und gehen davon aus, dass der Markt sowohl bei seinen extremen Tiefs als auch Höhen meist falsch liegt – sie verkaufen in Rallyes und kaufen, wenn die Märkte fallen.
Anlagephilosophien definieren Personen oder Firmen, die Geld verwalten. Erfolgreiche Anleger verfeinern ihre Anlagephilosophien oft im Laufe der Zeit und bleiben ihnen trotz Marktveränderungen treu.
Bemerkenswerte Beispiele für Anlagephilosophien in der Praxis
Warren Buffetts Meisterschaft im Value-Investing
Warren Buffett praktiziert eine Value-Investment-Philosophie, seit er Anfang der 1950er Jahre bei dem legendären Value-Investor Benjamin Graham an der Columbia University studiert hat. Ebenso bleiben Befürworter von sozial verantwortlichem Investieren wahrscheinlich standhaft, wenn es darum geht, Unternehmen zu meiden, deren Aktivitäten sie ablehnen – wie die Herstellung von Schusswaffen oder Glücksspiel – selbst wenn fundamentale oder technische Faktoren die Aktien dieser Unternehmen begünstigen.
George Soros: Ein strategischer Momentum-Investor
George Soros ist ein bekannter kurzfristiger Spekulant, der oft massive, stark gehebelte Wetten auf die Richtung der Finanzmärkte eingeht. Er ist bekannt für die Anwendung einer globalen Makrostrategie, einer Philosophie, die sich darauf konzentriert, große Einweg-Wetten auf die Bewegungen von Währungskursen, Rohstoffpreisen, Aktien, Anleihen, Derivaten und anderen Vermögenswerten auf der Grundlage makroökonomischer Analysen zu platzieren. George Soros ist unter den äußerst erfolgreichen Investoren einzigartig, da er zugibt, dass Instinkt eine große Rolle bei seinen Anlageentscheidungen spielt.
John Paulsons Erfolg mit Contrarian-Investing
Der Hedgefonds-Manager John Paulson erlangte während der Kreditkrise Berühmtheit durch eine spektakuläre Wette gegen den US-Immobilienmarkt. Seine rechtzeitige Wette brachte Paulson & Co. während der Krise etwa 15 Milliarden Dollar ein. Er schaltete 2009 schnell um, als die Märkte stark fielen, um auf eine anschließende Erholung zu setzen, und baute eine milliardenschwere Position in Bank of America (BAC) sowie eine Position von etwa zwei Millionen Aktien in Goldman Sachs auf. Außerdem setzte er damals stark auf Gold und investierte massiv in Citigroup (C), JP Morgan Chase (JPM) und eine Handvoll anderer Finanzinstitute.