Anleitung
Unternehmens-Earnings Guidance erklärt: Auswirkungen, Risiken und Investor-Tipps
Was ist eine Unternehmensprognose?
Unternehmensprognosen sind Vorhersagen, die börsennotierte Unternehmen veröffentlichen, um die erwarteten Gewinne, Einnahmen und Ausgaben für die nahe Zukunft darzulegen. Diese Informationen werden in der Regel nach den vierteljährlichen Gewinnberichten veröffentlicht und helfen Analysten und Anlegern, ihre Erwartungen und Strategien anzupassen. Unternehmen müssen Haftungsausschlüsse verwenden, um rechtliche Probleme zu vermeiden, wenn die Prognosen nicht eingehalten werden.
Unternehmensprognosen sind für Anleger von entscheidender Bedeutung, da sie in den Finanzmärkten ein großes Gewicht haben und Aktienbewertungen und Anlageentscheidungen beeinflussen. Es ist wichtig, ein solides Verständnis von zukunftsgerichteten Aussagen und Analystenbewertungen zu haben. Trotz potenzieller Risiken gibt es auch rechtliche Schutzmaßnahmen, wie den Private Securities Litigation Reform Act, der Unternehmen vor Klagen schützt, wenn sie ihre Prognosen nicht erreichen.
Wichtige Erkenntnisse
- Unternehmensprognosen sind Vorhersagen über erwartete Gewinne, Einnahmen und Ausgaben, die Aktienbewertungen und Anlegerentscheidungen beeinflussen.
- Gesetze zur fairen Offenlegung verlangen von Unternehmen, Prognosen öffentlich zu machen, um allen Anlegern gleichen Zugang zu Informationen zu gewährleisten.
- Safe-Harbor-Bestimmungen schützen Unternehmen vor Klagen, wenn sie ihre Prognosen nicht erfüllen.
- Kritiker argumentieren, dass der Fokus auf vierteljährliche Prognosen von langfristigen Geschäftsstrategien und Wachstum ablenken kann.
- Anleger sollten bedenken, dass Prognosen Schätzungen sind, und bei ihren Einschränkungen vorsichtig bleiben.
Wie Unternehmen Gewinnprognosen veröffentlichen
Unternehmensprognosen werden in der Regel unmittelbar nach der Veröffentlichung des aktuellen Quartalsergebnisses bekannt gegeben und oft in einem Treffen zwischen Branchenanalysten und Unternehmensleitern ausführlich besprochen. Unternehmen sind gesetzlich nicht verpflichtet, Gewinnprognosen abzugeben, obwohl viele von ihnen dies üblicherweise tun.
Die Informationen, auf denen die Prognosen basieren, umfassen normalerweise Umsatzprognosen, Marktbedingungen und erwartete Unternehmensausgaben. Einige Unternehmen geben auch Prognosen zu anderen Aspekten ihrer finanziellen Aktivitäten, wie Bestände, verkaufte Einheiten und Cashflow.
Wichtig
Unternehmen können ihre Gewinnprognosen im Laufe des Quartals nach oben oder unten anpassen, wenn sich ihre Aussichten ändern.
Der Einfluss von Unternehmensprognosen auf Anlegerentscheidungen
Anlegern Prognosen zu geben, ist eine alte Wall-Street-Tradition, die einst als „Flüsternummer" bezeichnet wurde. Der einzige Unterschied ist, dass Flüsternummern nur ausgewählten Personen wie Analysten oder Brokern gegeben wurden, damit sie ihre großen Kunden informieren konnten. Die Verordnung Regulation FD machte selektive Offenlegungen illegal, sodass Unternehmen ihre Erwartungen nun gleichzeitig mit allen Anlegern teilen müssen.
Kommentare des Managements zu den zukünftigen Aussichten des Unternehmens werden von Anlegern genau verfolgt. Einblicke in die aktuelle Geschäftsentwicklung und zukünftige Aussichten können eine Aktienkursänderung auslösen.
Prognoseberichte beeinflussen die Aktienbewertungen von Analysten und wirken sich auf die Entscheidungen der Anleger aus, Aktien zu kaufen, zu halten oder zu verkaufen. Wenn das Management eine Prognose abgibt, die unter den Markterwartungen liegt, könnten Analysten die Aktie herabstufen, was Anleger zum Verkauf veranlasst.
Umgang mit Risiken und rechtlichen Schutzmaßnahmen bei Gewinnprognosen
Eine Unternehmensprognose kann immer falsch sein. Wenige Anleger stören sich daran, wenn das Unternehmen die Schätzung zu niedrig ansetzt. Viele sind jedoch verärgert, wenn sie ihre angegebenen Ziele verfehlen.
In den USA schützen Safe-Harbor-Bestimmungen Unternehmen davor, verklagt zu werden, wenn sie ihre eigenen zukunftsgerichteten Erwartungen nicht erfüllen. Am bekanntesten ist der 1995 vom Kongress verabschiedete Private Securities Litigation Reform Act (PSLRA), der Unternehmen vor Wertpapierbetrugsklagen aufgrund nicht erfüllter Erwartungen schützt.
Ein Wort der Warnung
Um sich weiter vor Klagen zu schützen, kombinieren Unternehmen ihre Prognoseberichte mit Offenlegungserklärungen, die besagen, dass ihre Prognosen keinesfalls garantiert sind.
Unternehmen sind nicht verpflichtet, ihre Prognosen nach der Erstveröffentlichung zu aktualisieren, selbst wenn spätere Ereignisse ihre Prognosen unwahrscheinlich machen. Einige tun dies jedoch, um die schlechten Nachrichten vor dem Veröffentlichungsdatum der Gewinne zu veröffentlichen.
Bewertung der Vor- und Nachteile von Gewinnprognosen
Einige in der Investmentgemeinschaft sind der Meinung, dass Prognosen einem Unternehmen und seinen Anlegern mehr schaden als nützen. Investment-Guru Warren Buffett hat kürzlich dazu aufgerufen, dass Unternehmen die Veröffentlichung vierteljährlicher Gewinnprognosen einstellen sollten. Er glaubt, dass dies Unternehmen dazu zwingt, zu hohe Priorität auf das Erreichen der Zahlen zu legen, auf Kosten der langfristigen Interessen des Unternehmens.
Andere widersprechen und glauben, dass vierteljährliche Gewinnberichte die Anleger dazu bringen, sich mehr über kurzfristige Ergebnisse im Vergleich zu langfristigen Initiativen zu informieren. Befürworter glauben auch, dass die Bereitstellung von weniger Informationen für die Öffentlichkeit die Aktienvolatilität nicht zwangsläufig verringern würde.