Anwaltskostenentscheidungen
Verständnis der Anwaltsgebührenentscheidungen: Verfahren und Richtlinien
Wichtige Erkenntnisse
- Anwaltskostenzusprüche liegen vor, wenn eine Partei die Anwaltskosten der anderen nach einem Urteil übernimmt.
- Die American rule verlangt in der Regel, dass jede Partei ihre eigenen Anwaltskosten trägt.
- Fee-shifting ermöglicht Gerichten, der unterlegenen Seite die Zahlung der Anwaltskosten der siegreichen Seite aufzuerlegen.
- Zusprüche können in Sammelklagen, bei Verletzungen von Bürgerrechten und weiteren Fällen erfolgen.
- Gerichte verwenden häufig die Lodestar-Methode, um angemessene Anwaltskostenbeträge zu bestimmen.
Was sind Anwaltskostenzusprüche?
Anwaltskostenzusprüche sind Zahlungen, die eine Partei verpflichten, die Anwaltskosten einer anderen Partei zu übernehmen – eine Ausnahme zur US-amerikanischen „American rule", bei der jede Seite normalerweise ihre eigenen Kosten trägt. Diese Zusprüche hängen stark von der Rechtsprechung ab und können in Bereichen wie Sammelklagen oder Bürgerrechtsfällen auf Grundlage spezifischer Fee-Shifting-Gesetze Anwendung finden.
Wie Anwaltskostenzusprüche funktionieren
Anwaltskostenzusprüche hängen vom Recht der Gerichtsbarkeit ab und in manchen Fällen vom Ermessen des Richters, der die Angelegenheit leitet. In einigen Fällen ist der Zuspruch nicht abhängig von der Instanz, in der der Fall verhandelt wird. Beispielsweise kann ein Landesgericht Anwaltskosten für einen Fall zusprechen, der Bundesgesetze oder -vorschriften betrifft. Die Praxis, der unterlegenen Seite in einem Fall die Zahlung der Anwaltskosten der siegreichen Seite aufzuerlegen, wird auch als Fee-shifting bezeichnet.
In vielen anderen Ländern bezahlt die unterlegene Seite stets alle anfallenden Anwaltskosten eines Verfahrens. Selbst in den Vereinigten Staaten können Gerichte jedoch in manchen Fällen anordnen, dass die unterlegene Seite die Anwaltskosten der siegreichen Partei trägt.
Kriterien für die Gewährung von Anwaltskostenzusprüchen
Das Gericht kann der unterlegenen Partei eines Falles die Zahlung der Anwaltskosten der siegreichen Partei auferlegen, wenn ein Gesetz, ein Präzedenzfall oder ein Vertrag es dem erfolgreichen Kläger erlaubt, Anwaltskosten vom erfolglosen Kläger zu erhalten. Anwaltskostenzusprüche werden in einer Reihe von Fällen gewährt, wie etwa bei Sammelklagen, Verletzungen von Bürgerrechten sowie Urheberrechts- und Patentverletzungen oder -streitigkeiten. Beispiele für Gesetze, die eine Kostenverlagerung auf die unterlegene Partei in einem Rechtsstreit erlauben, sind:
Verbraucherschutzgesetze;
Bürgerrechtsgesetze, insbesondere solche, die Diskriminierung in öffentlichen Einrichtungen oder am Arbeitsplatz verhindern sollen;
Umweltschutzgesetze; sowie
andere Gesetze, die dem Gemeinwohl oder dem öffentlichen Interesse dienen sollen.
Um einen Anwaltskostenzuspruch zu erhalten, muss die antragstellende Partei nachweisen, dass die fraglichen Kosten tatsächlich angefallen sind und dass sie angemessen sind.
Berechnung von Anwaltskostenzusprüchen: Methoden und Überlegungen
Der tatsächlich zugesprochene Betrag muss nicht unbedingt dem von der antragstellenden Partei gezahlten Betrag entsprechen; viele Gerichte verwenden die Lodestar-Methode der Abrechnung, die angemessene erwartete abrechenbare Stunden mit einem angemessenen Stundensatz multipliziert. Das Gericht berücksichtigt die Erfahrung und Fachkenntnis des Anwalts und bestimmt, welchen Betrag ein Anwalt mit ähnlicher Expertise in der Gemeinde des Gerichtsstands verlangen würde.
Um eine angemessene Anzahl von Stunden zu ermitteln, kann der Antragsteller die gleiche Zeit abrechnen, die er auch seinen eigenen Mandanten in Rechnung stellen würde – mit Ausnahme von Klagen, bei denen er nicht erfolgreich war, von nicht ausreichend dokumentierten Stunden sowie von Arbeiten, die als unnötig, übermäßig oder redundant erachtet werden. Im Allgemeinen kann dem Antragsteller eine Vergütung für alle Ausgaben zugesprochen werden, die normalerweise von einem Mandanten getragen würden.