Autarkie
Autarkie: Definition, Beispiele und wirtschaftliche Auswirkungen
Wichtige Erkenntnisse
- Autarkie beschreibt eine Nation, die nach Selbstversorgung und minimalem Handel mit anderen Ländern strebt.
- Keine moderne Nation hat aufgrund der globalen Lieferkettenabhängigkeit eine echte Autarkie erreicht.
- Nordkorea ist ein Beispiel für eine zeitgenössische autarke Politik, die durch politische Isolation angetrieben wird.
- Ökonomen wie Adam Smith argumentieren gegen die Autarkie und betonen die Vorteile des Freihandels.
- Historische autarke Politiken, wie die des nationalsozialistischen Deutschlands, konzentrieren sich auf strategische Selbstversorgung.
- Autarkie bezieht sich auf eine Nation, die in einem Zustand der Selbstversorgung operiert. Nationen, die eine Politik der Autarkie verfolgen, zeichnen sich durch Selbstgenügsamkeit und begrenzten Handel mit globalen Partnern aus. Das Wort „Autarkie“ stammt aus dem Griechischen: „autos“ bedeutet „selbst“ und „arkein“ bedeutet „abwehren“ oder „genügen“.
- Eine vollständig autarke Nation wäre eine geschlossene Wirtschaft ohne externe Unterstützungs-, Handels- oder Hilfsquellen. Allerdings hat keine moderne Nation, selbst unter strengen Sanktionen, die Autarkie vollständig erreicht. Dies liegt daran, dass die globale Lieferkette eine echte wirtschaftliche Isolation erschwert hat. Jede Politik der Autarkie ist eine Frage des Grades und keine vollständige Isolation.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Autarkie
Autarkie ist eine extreme Form des Wirtschaftsnationalismus und Protektionismus. Autarkie wird oft durch die Notwendigkeit motiviert, wichtige Güter zu sichern und die Abhängigkeit von anderen Nationen zu verringern. Die politische Struktur eines Landes kann Autarkie nutzen, um äußere Einflüsse konkurrierender politischer und wirtschaftlicher Systeme zu reduzieren. Im Laufe der Geschichte wurde Autarkie jedoch von Gruppen aus dem gesamten politischen Spektrum vorgeschlagen. Wenn es im Sinne der Beibehaltung der heimischen Ausgaben oder der Unterbindung des Transfers von Vermögen an schlechte politische Akteure formuliert wird, berührt Autarkie populistische Themen und scheint praktisch sinnvoll zu sein.1
In der Praxis hat die Autarkie jedoch wirtschaftliche Nachteile, die in den populistischen Argumenten nicht sofort erkennbar sind. Autarkie wurde zuerst vom Ökonomen Adam Smith und dann von David Ricardo in Frage gestellt. Smith schlug vor, dass Länder Freihandel betreiben und sich auf Güter spezialisieren sollten, bei deren Produktion sie einen absoluten Vorteil haben, um mehr Wohlstand zu generieren. Dies ist eines der Kernargumente, die Smith in „Der Wohlstand der Nationen“ für den Freihandel anführte. Ricardo änderte dieses Argument leicht ab und meinte, dass Länder auch Güter produzieren sollten, bei denen sie einen komparativen Vorteil haben. Durch die Nutzung komparativer Vorteile können Länder zusammenarbeiten, um global mehr Wohlstand zu schaffen.2
Der Verzicht auf den Welthandel zugunsten vollständiger Selbstversorgung hat für Nationen und Einzelpersonen hohe Opportunitätskosten. Zum Beispiel wird eine Familie, die damit beschäftigt ist, ihre eigene Kleidung zu nähen, ihre eigenen Möbel zu bauen und ihre eigenen Lebensmittel anzubauen, zwangsläufig weniger Zeit haben, außerhalb des Hauses gegen Lohn zu arbeiten. Dies führt wahrscheinlich zu geringerem Haushaltseinkommen, weniger Arbeitnehmern für Arbeitgeber und letztlich zu einer kleineren Wirtschaft. Dies gilt auch auf globaler Ebene.
Historische und aktuelle Fälle von Autarkie
Historisch gesehen wurden autarke Politiken in unterschiedlichem Ausmaß eingesetzt. Westeuropäische Länder setzten sie im Rahmen merkantilistischer Politiken vom 16. bis zum 18. Jahrhundert ein. Dies veranlasste Ökonomen wie Smith, Ricardo und Frederic Bastiat, die Philosophien des freien Marktes und des Freihandels als Gegenargumente zu verfeinern.
Auch das nationalsozialistische Deutschland führte eine Form der Autarkie ein, um die für seine Kriegsanstrengungen erforderliche strategische Versorgung sicherzustellen. Heute steht Nordkorea als Hauptbeispiel für eine Politik der Autarkie. Die wirtschaftliche Isolation Nordkoreas ist eine Mischung aus bewusster Selbstversorgung zur Verringerung des internationalen politischen Einflusses und auferlegter Selbstversorgung aufgrund des Ausschlusses aus dem internationalen Handel durch Sanktionen.
Wichtig
Eines der extremsten Beispiele zeitgenössischer Autarkie ist Nordkorea, das sich auf das Konzept des Juche stützt, das oft mit „Selbstversorgung“ übersetzt wird.3
Verstehen der autarken Preisgestaltung in Volkswirtschaften
Ein verwandter Begriff, Autarkiepreis oder autarker Preis, bezieht sich auf die Kosten einer Ware in einem autarken Zustand. Die Kosten der Produktion in einer geschlossenen Volkswirtschaft müssen durch den Preis gedeckt werden, der für die Ware verlangt wird. Sind die Kosten im Vergleich zu anderen Nationen höher, dann ist der Autarkiepreis ein absoluter Verlust für diese Volkswirtschaft. Der autarke Preis wird manchmal als wirtschaftliche Variable verwendet, um grob zu berechnen, wo die komparativen Vorteile einer Nation liegen. In der Praxis werden komparative Vorteile jedoch eher durch Marktmechanismen als durch ein ökonomisches Modell entdeckt.