Bestechung
Bestechung: Bedeutung, Überblick und steuerliche Behandlung
Wichtige Erkenntnisse
- Eine Bestechung liegt vor, wenn eine Organisation illegal Geld oder etwas anderes von Wert anbietet, um eine Entscheidung oder einen Prozess zu beeinflussen oder zu lenken.
- Bestechungen erfolgen oft, um rechtlichen Schritten zu entgehen oder Regeln und Vorschriften zu umgehen.
- Die Vereinigten Staaten verbieten zusammen mit den meisten Ländern ausdrücklich Bestechungen; sie gelten sowohl als illegal als auch unethisch.
Wie Bestechung nach US-Recht definiert wird
Gemäß Abschnitt 201 von Titel 18 des U.S. Code umfasst Bestechung die indirekte Beeinflussung einer offiziellen Handlung durch korruptes Geben, Anbieten oder Versprechen von etwas von Wert an einen öffentlichen Amtsträger.1 Nach US-Recht konzentriert sich Bestechung darauf, ob etwas von Wert mit korrupter Absicht bereitgestellt wird, um eine offizielle Handlung unangemessen zu beeinflussen. Verstöße können zu erheblichen Geldstrafen, Gefängnisstrafen und anderen rechtlichen Konsequenzen führen.
Bestechungen und Schmiergelder sind nach US-Recht illegal. In regulierten Branchen wie Versicherungen und Wertpapieren können bestimmte Praktiken, die oft als Rückvergütungen (Rebating) bezeichnet werden, gegen Vorschriften verstoßen und zu disziplinarischen oder rechtlichen Maßnahmen führen.
Arten und Ausmaße von Bestechung
Bestechungen treten in vielen Formen auf, von geringfügigen Transaktionen zwischen Einzelpersonen bis hin zu großen Geschäften zwischen Unternehmen oder Regierungen. Bestechung kann indirekte oder verdeckte Vorteile beinhalten, die als legitime Transaktionen dargestellt werden. Es gibt keine universelle Definition oder Klassifizierung von Bestechung, da einige Nationen bestimmte Transaktionen genehmigen und legalisieren, die anderswo illegal sind.
Zum Beispiel ist es in den Vereinigten Staaten illegal, einem Polizeibeamten eine Zahlung anzubieten, um einer Strafe für einen Verstoß zu entgehen.2 In einigen Ländern ist Bestechung jedoch normalisiert oder erwartetes Verhalten, selbst wenn es technisch illegal ist. In einem anderen Fall gilt es in manchen Nationen als Bestechung, wenn politische Kampagnen Bargeldspenden erhalten. In den Vereinigten Staaten ist diese Handlung nicht illegal, sofern die Spende innerhalb bestimmter Grenzen und gemäß bestimmter Richtlinien erfolgt.3 Bestechung kann zwischen Einzelpersonen, Firmen, Branchen und Nationen auftreten.
Obwohl Bestechung am häufigsten mit Profisport und Politik in Verbindung gebracht wird, ist sie auch ein wachsendes Problem in anderen Sektoren, wie im Gesundheitswesen und der Pharmaindustrie. In der medizinischen und pharmazeutischen Branche haben Aufsichtsbehörden Fälle identifiziert, in denen unangemessene finanzielle Anreize genutzt wurden, um professionelle Entscheidungen zu beeinflussen oder regulatorische Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen.
Trotz der Unterschiede in Definitionen und Klassifizierungen wird das Konzept der Bestechung allgemein als ein wachsendes globales Problem angesehen. Laut der Weltbank zahlen Unternehmen und Einzelpersonen jedes Jahr mehr als 1 Billion Dollar an Bestechungsgeldern, was die erheblichen wirtschaftlichen Auswirkungen von Bestechung weltweit unterstreicht.4
Kurzer Fakt
In den USA ist Lobbying legal, während Bestechung nicht legal ist.5 Bestechung ist ein Versuch, Macht unethisch zu kaufen, während Lobbying ein Versuch ist, den politischen Willen zu beeinflussen – allerdings kann die Grenze zwischen beiden manchmal verschwimmen.
Steuerliche Behandlung von Bestechungsgeldern
Die Vereinigten Staaten verbieten, dass Bestechungsgelder steuerlich erfasst werden, da sie den demokratischen Prozess behindern, unethisches Verhalten fördern und mit den Prinzipien der Freiheit und Gleichheit im Konflikt stehen.6 Obwohl die meisten entwickelten Nationen ähnliche Praktiken wie die Vereinigten Staaten haben, erlauben einige Entwicklungsländer und wenige entwickelte Länder, dass Bestechungsgelder steuerlich absetzbar sind.
Um Bestechung zu verhindern, hat der OECD-Rat das Anti-Bestechungs-Übereinkommen (Anti-Bribery Convention) ins Leben gerufen, das darauf abzielt, Korruption in Entwicklungsländern zu beseitigen, indem Sanktionen gegen Bestechung bei bestimmten internationalen Geschäftstransaktionen von Unternehmen mit Sitz in Mitgliedsländern eingeführt werden.7