Bewertungsrecht
Bewertungsrechte verstehen: Ein Leitfaden für den Aktionärsschutz
Wichtige Erkenntnisse
- Bewertungsrechte ermöglichen Aktionären, eine faire Bewertung ihrer Aktien bei Fusionen zu verlangen.
- Aktionäre können Bewertungsrechte geltend machen, wenn sie den angebotenen Preis für zu niedrig halten.
- Bewertungsmethoden umfassen vermögensbasierte Ansätze, Cashflow-Analysen und Marktvergleiche.
- Bewertungsrechte schützen Minderheitsaktionäre vor unfairen oder unzeitgemäßen Übernahmeangeboten.
- Die Ermittlung des fairen Aktienwerts kann verschiedene Gutachter und Bewertungsmethoden umfassen.
Was ist ein Bewertungsrecht?
Ein Bewertungsrecht ist ein gesetzliches Recht der Aktionäre eines Unternehmens, ein gerichtliches Verfahren oder eine unabhängige Bewertung der Unternehmensaktien zu verlangen, mit dem Ziel, einen fairen Wert des Aktienkurses zu ermitteln. Aktionäre machen ihr Bewertungsrecht in der Regel geltend, wenn ihr Unternehmen übernommen oder fusioniert wird und sie den angebotenen Preis für zu niedrig halten.
Bewertungsrechte schützen die Investitionen der Aktionäre vor unangemessenen, opportunistischen oder unzeitgemäßen Angeboten für ihre Aktien. Zur Ermittlung des fairen Preises können verschiedene Bewertungsmethoden verwendet werden, darunter vermögensbasierte Methoden, Ertrags- oder Cashflow-Methoden, vergleichbare Marktmetriken sowie hybride oder formelbasierte Methoden.
Wie Bewertungsrechte Aktionäre schützen
Aktionäre machen ihr Bewertungsrecht in der Regel geltend, wenn sie gezwungen sind, ihre Aktien unfreiwillig aufzugeben, meist im Rahmen einer Fusion oder Übernahme. Der Aktionär würde lieber in seiner Position bleiben, aber das Management hat beschlossen, die Fusion oder Übernahme durchzuführen, oder der Aktionär ist der Meinung, dass der angebotene Preis für die Aktien zu niedrig ist. In beiden Fällen würde ein Aktionär sein Bewertungsrecht ausüben und verlangen, dass ein Gericht den Aktienwert korrekt bewertet.
Analysten können bei der Ermittlung des fairen Aktienkurses und des Wertes des übernommenen Unternehmens mehrere Bewertungsmethoden anwenden, darunter vermögensbasierte Methoden, Ertrags- oder Cashflow-Methoden, vergleichbare Marktdatenmodelle sowie hybride oder formelbasierte Methoden.
Sobald eine Bewertung der Aktien durchgeführt wurde und wenn die Bewertung ergibt, dass der Wert der Aktien höher ist als das Angebot oder die gezahlte Summe, wird der Aktionär entsprechend entschädigt.
Ein Bewertungsrecht ist ein entscheidendes Element der Anlegerrechte, insbesondere für Minderheitsaktionäre, deren Stimme von einem einzelnen kontrollierenden Aktionär oder einer Gruppe von Aktionären übertönt wird. Bewertungsrechte schützen die Investitionen der Aktionäre vor unangemessenen, opportunistischen oder schlecht getimten Angeboten für den Kauf eines Unternehmens.
Während die meisten Fälle von Bewertungsrechten auf Konsolidierungen oder Fusionen zurückgehen, können sie auch dann Anwendung finden, wenn das Unternehmen außergewöhnliche Maßnahmen ergreift, die Aktionäre als schädlich für ihre Interessen erachten. Bei Fusionen und Übernahmen gewährleisten Bewertungsrechte, dass Aktionäre eine angemessene Entschädigung erhalten, wenn eine Fusion oder Übernahme ihren Wünschen zuwiderläuft.
Wie Unternehmensbewertungsmethoden faire Aktienkurse ermitteln
Wie oben erwähnt, gibt es mehrere Möglichkeiten, ein Unternehmen zu bewerten und einen fairen Aktienkurs zu ermitteln, um die Aktionäre zufriedenzustellen. Eine Möglichkeit ist eine vermögensbasierte Bewertung, die sich auf den Nettoinventarwert (NAV) des Unternehmens konzentriert, also den fairen Marktwert seines Gesamtvermögens abzüglich seiner Gesamtverbindlichkeiten.
Im Wesentlichen ermittelt diese Methode die Kosten für die physische Neuschaffung des Unternehmens. Es besteht Interpretationsspielraum bei der Entscheidung, welche Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Unternehmens in die Bewertung einbezogen werden und wie der Wert der einzelnen Posten gemessen wird. Beispielsweise bewerten bestimmte Inventarkostenmethoden (z. B. LIFO oder FIFO) das Inventar des Unternehmens auf unterschiedliche Weise, was zu Änderungen des Gesamtwerts der Unternehmensvermögenswerte führt.
Eine weitere Form der Unternehmensbewertung ist die Verwendung vergleichbarer Ertragskennzahlen, wie z. B. des price-to-earnings (P/E) ratio, um zu ermitteln, wie ein Unternehmen im Vergleich zu Wettbewerbern abschneidet. Wenn beispielsweise das P/E ratio eines Unternehmens das höchste in seiner Vergleichsgruppe ist, hat es entweder tatsächlich einen vielversprechenden Vorsprung in diesem Bereich (vielleicht eine neue Technologie oder eine Akquisition in einer neuen Marktnische) oder es ist überbewertet (d. h. sein Preis ist im Verhältnis zu seinen tatsächlichen Gewinnen zu hoch).
Schließlich können unabhängige Gutachter die Discounted-Cashflow-Methode (DCF) verwenden, um bei einem Bewertungsrechtsfall einen objektiven Aktienpreis zu ermitteln. Im Gegensatz zur Comparables-Methode, die eine relative Bewertungsmethode ist, gilt die DCF-Methode als intrinsische Methode, unabhängig von Wettbewerbern. Im Kern basiert die DCF-Methode auf Prognosen zukünftiger Cashflows. Diese werden dann angepasst, um den aktuellen Marktwert des Unternehmens zu erhalten.