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Blind Trust

Was ist ein Blind Trust? Definition, Mechanik und Beispiele aus der Praxis



Was ist ein Blind Trust?


Ein Blind Trust ist ein Trust, dessen Vermögenswerte den Begünstigten unbekannt sind und dessen Eigentümer oder Treugeber die Kontrolle über den Trust einem unabhängigen Treuhänder überträgt. Der Treuhänder hat das uneingeschränkte Ermessen bei der Verwaltung des Trusts und seiner Vermögenswerte. Er trifft finanzielle Entscheidungen und führt Transaktionen ohne Beteiligung des Eigentümers oder der Begünstigten durch. Blind Trusts werden oft eingerichtet, um Interessenkonflikte zu verhindern und die Privatsphäre zu wahren. Sie können widerruflich oder unwiderruflich sein.



Wichtige Erkenntnisse


  • Ein Blind Trust gibt einem Treuhänder die vollständige Kontrolle über einen Trust, während der Treugeber und die Begünstigten keine Kenntnis von den Beständen haben.
  • Blind Trusts werden eingesetzt, um Interessenkonflikte zu vermeiden, insbesondere bei Politikern und Führungskräften auf höchster Ebene.
  • Trusts können widerruflich oder unwiderruflich sein, was Auswirkungen auf die Kontrolle und mögliche Gläubigeransprüche hat.
  • Politiker nutzen Blind Trusts, um das Ethics in Government Act einzuhalten und Anlagekonflikte zu vermeiden.
  • Alternativen zu Blind Trusts sind der Verkauf von Anlagen und die Umschichtung in Indexfonds oder Anleihen, um Konflikte zu vermeiden.


Verständnis der Funktionsweise eines Blind Trusts


In einem gewöhnlichen Trust ernennt der Treugeber einen Treuhänder, der den Trust verwaltet und Transaktionen wie die Verteilung von Geldern nach dem Tod des Treugebers abwickelt. Der Trust kann verschiedene Anlagen umfassen, darunter Aktien, Anleihen und Immobilien. Treugeber und Treuhänder stehen oft in Kontakt miteinander, während der Begünstigte des Trusts in der Regel über den Trust Bescheid weiß und möglicherweise auch über die Bestände im Trust informiert ist.

Im Gegensatz dazu ist ein Blind Trust so konzipiert, dass die Trustbegünstigten und der Treugeber keine Kenntnis von den Anlagebeständen innerhalb des Trusts haben. Keine der Parteien hat Kontrolle oder Mitspracherecht darüber, wie die Anlagen verwaltet werden, einschließlich der Frage, ob bestimmte Wertpapiere gekauft oder verkauft werden sollen.

Ein Blind Trust kann ein widerruflicher Trust sein, was bedeutet, dass der Treugeber Änderungen am Trust, am Treuhänder vornehmen und den Trust auflösen kann. Ein Blind Trust kann auch ein unwiderruflicher Trust sein, was bedeutet, dass nach seiner Einrichtung nichts mehr geändert werden kann. Ob der Treugeber einen widerruflichen oder unwiderruflichen Trust einrichtet, hängt von der jeweiligen Situation und dem Ziel des Trusts ab. Ein unwiderruflicher Trust kann beispielsweise so gestaltet werden, dass die Vermögenswerte nicht mehr rechtliches Eigentum des Treugebers sind und somit Gläubiger oder der Staat (z. B. Medicaid) keine Ansprüche auf die Vermögenswerte geltend machen können.



Wichtige Faktoren bei einem Blind Trust


Herausforderungen bei Blind Trusts umfassen die Kenntnis des Treugebers über die ursprünglichen Anlagen, was zukünftige Entscheidungen beeinflussen kann. Die Treugeber können auch die Regeln festlegen, nach denen die Anlagen verwaltet werden, und natürlich Treuhänder auswählen, von denen sie überzeugt sind, dass sie in potenziellen Situationen in einer bestimmten Weise handeln werden. Infolgedessen ist die Wirksamkeit eines Blind Trusts bei der tatsächlichen Beseitigung von Interessenkonflikten bei weitem nicht erwiesen. Dennoch nutzen Politiker mit großem Vermögen oder in hohen Ämtern Blind Trusts, um zu zeigen, dass zumindest der Versuch unternommen wird, Unparteilichkeit herzustellen.



Alternativen zu Blind Trusts erkunden


Die Einrichtung eines Blind Trusts kann kostspielig sein, und es gibt andere Möglichkeiten, Interessenkonflikte zu vermeiden. Sie können aus den spezifischen Anlagen, Immobilien oder privaten Beteiligungen aussteigen und stattdessen in Indexfonds und Anleihen investieren. Eine Person könnte die Vermögenswerte auch verkaufen – in Bargeld umwandeln – während sie die Beschäftigungsposition innehat. Der Verkaufsprozess kann jedoch steuerliche Auswirkungen haben, und einige Anlagen wie Grundstücke oder Immobilien können schwer zu verkaufen sein. Obwohl Blind Trusts hilfreich sind, gibt es keine rechtliche Struktur, die alle Interessenkonflikte beseitigen kann, noch kann sie ethisches Verhalten der Person, die die Position oder das Amt innehat, garantieren.



Beispiele aus der Praxis für Blind Trusts in Aktion


Obwohl jeder einen Blind Trust einrichten kann, werden sie normalerweise verwendet, um Geld an Begünstigte zu vererben und Interessenkonflikte zu vermeiden.



Nachlassplanung


Ein Blind Trust könnte während des Nachlassplanungsprozesses eingerichtet werden, wenn der Treugeber nicht möchte, dass die Begünstigten wissen, wie viel Geld sich im Trust befindet. Ein Blind Trust könnte auch so maßgeschneidert werden, dass die Mittel an den Begünstigten fließen, wenn die Person ein bestimmtes Alter oder einen Meilenstein erreicht, wie z. B. den Hochschulabschluss.



Politiker


Blind Trusts werden auch verwendet, wenn eine wohlhabende Person in ein politisches Amt gewählt wird, bei dem die Anlagebestände potenziell einen Interessenkonflikt darstellen könnten. Das Ethics in Government Act von 1978 verlangt von Inhabern politischer Ämter, alle ihre Vermögenswerte offenzulegen, es sei denn, diese Vermögenswerte werden in einem Blind Trust gehalten.1

Wenn ein Politiker beispielsweise Aktien an einem Unternehmen besitzt, bei dem ein ausstehendes regulatorisches Problem besteht, könnte dies einen Interessenkonflikt darstellen. Der Blind Trust trennt den Politiker von allen Geschäften, die vom Treuhänder oder dem als Treuhänder fungierenden Finanzinstitut initiiert werden.

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