Bundesbank
Die Bundesbank verstehen: Deutschlands Zentralbank erklärt
Wichtige Erkenntnisse
- Die Bundesbank ist die Zentralbank Deutschlands und Teil des Europäischen Zentralbanksystems.
- Sie hilft bei der Umsetzung der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank in ganz Deutschland.
- Der Vorstand der Bundesbank besteht aus einem Präsidenten, einem Vizepräsidenten und vier Mitgliedern.
- Trotz des langsameren Wirtschaftswachstums trägt die Bundesbank zur Stabilisierung des deutschen Finanzsystems bei.
- Deutschland führte 2002 den Euro ein und löste die D-Mark ab.
- Die Bundesbank, oder Deutsche Bundesbank, ist die Zentralbank Deutschlands und entspricht der US-Notenbank Federal Reserve. Sie hat ihren Sitz in Frankfurt am Main und unterhält neun regionale Hauptverwaltungen im ganzen Land: in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Leipzig, Mainz, München und Stuttgart.12
- Wie die meisten Zentralbanken weltweit überwacht die Deutsche Bundesbank das Bankensystem und die Geldpolitik des Landes. Da sie jedoch als Teil des Europäischen Systems der Zentralbanken mit dem Euro als Währung agiert, funktioniert die Bundesbank in mancher Hinsicht ähnlich wie die regionalen Filialbanken des Federal Reserve Systems und nicht wie eine wirklich unabhängige Zentralbank. Die Bundesbank wirkt an den geldpolitischen Entscheidungen der Europäischen Zentralbank mit und setzt diese Politik in Deutschland um. Sie legt keine eigene unabhängige Geldpolitik fest.3
Wie die Bundesbank im Europäischen System arbeitet
Die Bundesbank war einst für die deutsche D-Mark zuständig. Deutschland hat jedoch seitdem den Euro eingeführt (im Januar 2002).4 Die Bundesbank ist Teil des europäischen Zentralbanksystems. Die Bundesbank gilt aufgrund des Rufs Deutschlands für umsichtige Haushalts- und Geldpolitik bei vielen als die wichtigste und stabilste Zentralbank der Europäischen Union.
Die Bundesbank wird durch den Vorstand geleitet, der sich aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten und vier weiteren Mitgliedern zusammensetzt. Die Mitglieder des Vorstands werden vom Bundespräsidenten ernannt. Der Präsident amtiert für acht Jahre; der derzeitige Präsident, der von der Bundesregierung vorgeschlagen wird, ist Prof. Joachim Nagel.5
Die Bundesbank kontrolliert weder ihre eigene Währung noch legt sie eine eigene unabhängige Geldpolitik fest. Stattdessen arbeitet die Bank mit der Europäischen Zentralbank (EZB) und den anderen Zentralbanken des Euro-Währungsgebiets zusammen, die das Europäische System der Zentralbanken bilden. Der Präsident der Bundesbank stimmt im EZB-Rat ab. Die Bundesbank setzt die Geldpolitik der EZB in ganz Deutschland um, um die geldpolitischen Ziele und Vorgaben der EZB für Europa zu erreichen.
Der EZB-Rat sorgt für Preisstabilität, indem er geldpolitische Maßnahmen anwendet, um auf eine durchschnittliche jährliche Inflationsrate von 2 % im Euroraum abzuzielen.6 Die EZB kontrolliert auch die Zinssätze, zu denen Geschäftsbanken Kredite vergeben. Da die Kreditzinsen die Kauf- und Investitionsentscheidungen beeinflussen, wirkt sich die Geldpolitik der EZB auf die Preise aus. Die Bundesbank wickelt zudem die Refinanzierungsgeschäfte des Eurosystems ab, und ihre Experten informieren über geld- und wirtschaftspolitische Fragen des Eurosystems.7
In den letzten Jahren hat Deutschland ein langsameres Wirtschaftswachstum erlebt, das durch die weltweiten wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie ab Anfang 2020 noch verstärkt wurde. Das deutsche BIP wuchs 2019 nur um 0,6 %.8 Als die COVID-19-Pandemie Europa erreichte und Deutschland Unternehmen, öffentliche Veranstaltungen und Schulen schloss, brach das deutsche BIP stark ein. Im dritten Quartal erholte sich das BIP im Sommer um 8,2 %, lag aber weiterhin deutlich unter dem Niveau von 2020.9