Callgeld
Call Money im Bankwesen verstehen: Kurzfristige Kredite erklärt
Was Ist Call Money?
Call Money ist ein kurzfristiger Kredit, den Finanzinstitute zur Verwaltung überschüssiger Mittel und zur Aufrechterhaltung der Liquidität nutzen. Sie sind einzigartig, weil sie sofort nach Aufforderung des Kreditgebers zurückgezahlt werden müssen, ohne festen Rückzahlungsplan. Call Money wird häufig von Maklerfirmen verwendet, um Margin-Konten zu finanzieren und reibungslose Handelsabläufe zu ermöglichen. Seine hohe Liquidität hilft Finanzinstituten, ihren kurzfristigen Finanzierungsbedarf anzupassen, während es eine Schlüsselrolle im Geldmarkt und im Bilanzmanagement spielt.
Wichtige Erkenntnisse
- Call Money ist ein kurzfristiger Kredit, der sofort zurückgezahlt werden muss, wenn der Kreditgeber es verlangt.
- Es wird hauptsächlich von Maklerfirmen zur kurzfristigen Finanzierung von Margin-Konten genutzt.
- Der Zinssatz für Call Money, bekannt als Call Loan Rate, kann täglich variieren.
- Call Money bietet Banken eine Möglichkeit, Zinsen auf überschüssige Mittel zu verdienen und gleichzeitig Liquidität zu erhalten.
- Call Money unterscheidet sich von short-notice money, das nach Benachrichtigung bis zu 14 Tage zur Rückzahlung erlaubt.
Wie Call Money im Finanzsektor Funktioniert
Ein Finanzinstitut leiht Call Money, einen kurzfristigen, verzinslichen Kredit, an ein anderes Institut. Aufgrund der kurzfristigen Natur des Kredits hat er keine regelmäßigen Tilgungs- und Zinszahlungen, wie sie bei längerfristigen Krediten üblich sind. Der Zinssatz, der für einen Call Loan zwischen Finanzinstituten erhoben wird, wird als Call Loan Rate bezeichnet.1
Maklerfirmen nutzen Call Money als kurzfristige Finanzierungsquelle, um Margin-Konten zugunsten ihrer Kunden zu unterhalten, die ihre Investitionen hebeln möchten. Die Mittel können schnell zwischen Kreditgebern und Maklerfirmen wechseln. Aus diesem Grund ist es das zweitliquideste Aktivum, das in einer Bilanz erscheinen kann, nach Bargeld.2
Wenn die kreditgebende Bank die Mittel abruft, kann der Makler einen Margin Call auslösen, was in der Regel zum automatischen Verkauf von Wertpapieren auf dem Konto des Kunden führt (um die Wertpapiere in Bargeld umzuwandeln), um die Rückzahlung an die Bank zu leisten. Die Margin Rates, also die Zinsen, die auf die zum Kauf von Wertpapieren verwendeten Kredite erhoben werden, variieren basierend auf dem von den Banken festgelegten Call Money Rate.3
Wichtig
Das Leihen auf Margin kann Verluste für Anleger erhöhen, wenn die Aktie oder das Wertpapier an Wert verliert.
Vor- und Nachteile von Call Money im Bankwesen
Im Geldmarkt ist Call Money wichtig für die kurzfristige Verwaltung von Mitteln, die Erleichterung von reversiblen Transaktionen und das Bilanzmanagement.2
Die Nutzung von Call Money hilft Banken, Zinsen auf ihre überschüssigen Mittel zu verdienen. Auf der Gegenseite verstehen Maklerfirmen, dass sie zusätzliches Risiko eingehen, indem sie Mittel verwenden, die jederzeit abgerufen werden können, daher nutzen sie Call Money in der Regel für kurzfristige Transaktionen, die schnell abgewickelt werden.4
Die Transaktionskosten sind niedrig, da der Prozess direkt zwischen Banken ohne Makler abläuft. Es hilft, Schwankungen auszugleichen und trägt zur Aufrechterhaltung einer angemessenen Liquidität und Rücklagen bei, wie es die Bankvorschriften verlangen. Es ermöglicht der Bank auch, eine höhere Reserve-Einlagen-Quote zu halten, als sonst möglich wäre, was zu größerer Effizienz und Rentabilität führt.
Kurzer Fakt
Der Call Money Rate ist unter „Money Rates“ im Wall Street Journal zu finden.
Vergleich von Call Money und Short-Notice Money
Call Money und Short-Notice Money sind ähnlich, da beide kurzfristige Kredite zwischen Finanzinstituten darstellen. Call Money muss sofort nach Abruf durch den Kreditgeber zurückgezahlt werden. Im Gegensatz dazu ist Short-Notice Money bis zu 14 Tage nach Benachrichtigung durch den Kreditgeber rückzahlbar. Short-Notice Money gilt ebenfalls als hochliquides Aktivum, das in der Bilanz nach Bargeld und Call Money kommt.4
Wie Funktioniert ein Margin-Konto?
Ein Margin-Konto ist ein Maklerkonto, das es einem Anleger ermöglicht, Bargeld oder Wertpapiere auf dem Konto als Sicherheit für einen Kredit zum Kauf einer Anlage zu verwenden. Margin bezieht sich auf das geliehene Geld und ist die Differenz zwischen dem Gesamtwert einer Anlage und dem Kreditbetrag. Wenn die Anlage einen Verlust erleidet, kann der Anleger einem Margin Call unterliegen, was bedeutet, dass die gekauften Wertpapiere liquidiert werden.
Was Sind Call Loan Rates?
Der Call Loan Rate ist der kurzfristige Zinssatz, der für einen Call Loan zwischen Finanzinstituten erhoben wird. Der Satz ändert sich in der Regel täglich und wird im Wall Street Journal veröffentlicht. Banken benötigen Money at Call Funding, wenn die Differenz zwischen ihren zinsempfindlichen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten eine Lücke bei den verfügbaren Mitteln schafft.
Sind Call Money und Money at Call Dasselbe?
Die Begriffe „Call Money“ und „Money at Call“ bedeuten dasselbe. Sie beziehen sich beide auf kurzfristige Kredite, die ein Kreditnehmer vollständig zurückzahlen muss, wann immer der Kreditgeber es verlangt.