Carve-out
Carve-Outs in der Unternehmensstrategie verstehen: Wichtige Definitionen und Beispiele
Was ist ein Carve-Out?
Ein Carve-Out trennt einen Teil eines Unternehmens von seiner Muttergesellschaft und schafft eine neue Einheit mit öffentlichen Aktionären durch einen Börsengang (IPO). Während die Muttergesellschaft einen Anteil behält, führt sie eine neue Gruppe von Aktionären ein. Diese Strategie ermöglicht es der Muttergesellschaft, von einem nicht zum Kerngeschäft gehörenden Segment zu profitieren, ohne sich vollständig davon zu trennen. Im Gegensatz zu einem Spin-Off verschafft ein Carve-Out der Muttergesellschaft sofortige Liquidität. Das Verständnis dieser Unterschiede verdeutlicht, wie Unternehmen Carve-Outs in ihrer Unternehmensstrategie nutzen.
Wichtige Erkenntnisse
- Ein Carve-Out liegt vor, wenn ein Unternehmen eine Minderheitsbeteiligung an einer Tochtergesellschaft an externe Investoren verkauft und dabei eine gewisse Eigentümerschaft behält.
- Diese Strategie beinhaltet einen Börsengang (IPO), um die Tochtergesellschaft als eigenständiges Unternehmen zu etablieren.
- Carve-Outs können einem Spin-Off vorausgehen und es der Muttergesellschaft ermöglichen, die Kontrolle zu behalten und gleichzeitig strategische Vorteile zu erzielen.
- Ein Carve-Out bietet der Muttergesellschaft einen Geldzufluss, im Gegensatz zu einem Spin-Off, der in der Regel keine sofortigen Geldvorteile bringt.
- Der Schritt erlaubt es Unternehmen, nicht zum Kerngeschäft gehörende Geschäftsbereiche zu nutzen, während sie weiterhin einen Anteil an ihnen behalten.
- Investopedia / Julie Bang
Den Carve-Out-Prozess verstehen
Bei einem Carve-Out verkauft die Muttergesellschaft einige Anteile an ihrer Tochtergesellschaft über einen Börsengang (IPO) und macht die Tochtergesellschaft zu einem eigenständigen Unternehmen. Durch den Verkauf von Anteilen an die Öffentlichkeit schafft ein Carve-Out neue Aktionäre in der Tochtergesellschaft. Oft geht ein Carve-Out einer vollständigen Abspaltung (Spin-Off) der Tochtergesellschaft an die Aktionäre der Muttergesellschaft voraus. Damit eine solche zukünftige Abspaltung steuerfrei ist, muss sie die 80%-Kontrollanforderung erfüllen, was bedeutet, dass nicht mehr als 20% der Aktien der Tochtergesellschaft im Rahmen eines Börsengangs angeboten werden dürfen.12
Ein Carve-Out macht eine Tochtergesellschaft oder Geschäftseinheit zu einem eigenständigen Unternehmen, getrennt von seiner Muttergesellschaft. Die neue Organisation hat einen eigenen Vorstand und eigene Jahresabschlüsse. Die Muttergesellschaft behält jedoch in der Regel eine Mehrheitsbeteiligung an dem neuen Unternehmen und bietet strategische Unterstützung und Ressourcen, um den Geschäftserfolg zu fördern. Im Gegensatz zu einem Spin-Off erhält die Muttergesellschaft durch einen Carve-Out in der Regel einen Geldzufluss.
Unternehmen können aus vielen Gründen einen Carve-Out einer vollständigen Veräußerung vorziehen, und die Regulierungsbehörden berücksichtigen dies bei ihren Entscheidungen. Manchmal ist eine Geschäftseinheit so stark integriert, dass ein vollständiger Verkauf schwierig wäre, ohne ihre Stabilität zu beeinträchtigen. Wer eine Investition in den Carve-Out in Betracht zieht, muss bedenken, was passieren könnte, wenn das ursprüngliche Unternehmen die Verbindung zum Carve-Out vollständig kappt und was den Carve-Out ursprünglich veranlasst hat.
Vergleich von Carve-Outs und Spin-Offs
Bei einem Equity-Carve-Out verkauft ein Unternehmen Anteile an einer Geschäftseinheit. Das endgültige Ziel des Unternehmens kann die vollständige Veräußerung seiner Beteiligungen sein, dies jedoch möglicherweise erst in mehreren Jahren. Der Equity-Carve-Out ermöglicht es dem Unternehmen, sofort Bargeld für die von ihm verkauften Anteile zu erhalten. Diese Art von Carve-Out kann verwendet werden, wenn das Unternehmen nicht glaubt, dass ein einzelner Käufer für das gesamte Geschäft verfügbar ist, oder wenn das Unternehmen eine gewisse Kontrolle über die Geschäftseinheit behalten möchte.
Eine weitere Veräußerungsoption ist der Spin-Off. Bei dieser Strategie veräußert das Unternehmen eine Geschäftseinheit, indem es diese Einheit zu einem eigenen eigenständigen Unternehmen macht. Anstatt Anteile an der Geschäftseinheit öffentlich zu verkaufen, erhalten die derzeitigen Investoren Anteile an dem neuen Unternehmen. Die abgespaltene Geschäftseinheit ist nun ein unabhängiges Unternehmen mit eigenen Aktionären, und die Aktionäre halten nun Anteile an zwei Unternehmen. Die Muttergesellschaft erhält in der Regel keinen Geldvorteil und kann weiterhin eine Eigenkapitalbeteiligung an dem neuen Unternehmen halten. Damit die endgültige Eigentümerstruktur steuerfrei ist, muss die Muttergesellschaft 80% oder mehr der Kontrolle abgeben.12