Cashflow-Underwriting
Cash Flow Underwriting verstehen: Strategien und Risiken
Wichtige Erkenntnisse
- Cashflow-Underwriting beinhaltet die Preisgestaltung von Versicherungen unterhalb der Kosten der erwarteten Schäden, um Kapital zu generieren.
- Diese Strategie zielt darauf ab, mehr Kunden durch niedrigere Prämien anzuziehen, trotz höherer Risiken.
- Versicherer verlassen sich auf hohe Anlagerenditen, um potenzielle Verluste aus risikoreicheren Policen auszugleichen.
- Cashflow-Underwriting ist in einem weichen Markt mit starkem Wettbewerb um Kunden häufiger anzutreffen.
- Die Schadenquote, also die entstandenen Schäden geteilt durch die verdienten Prämien, ist entscheidend für die Bewertung der Rentabilität eines Versicherers.
Was ist Cashflow-Underwriting?
Versicherungsunternehmen können Cashflow-Underwriting als Preisstrategie anwenden, wenn sie ein Versicherungsprodukt unter dem Prämiensatz bepreisen, der erforderlich ist, um die Kosten der erwarteten Schäden zu übernehmen.
Der Zweck dieser Strategie ist es, aus dem durch die niedrigere Preisgestaltung gestiegenen Geschäft erhebliches Investitionskapital zu generieren. Cashflow-Underwriting ist eine riskante Preisstrategie. Diese Strategie kann in weichen Marktbedingungen häufiger vorkommen, wenn der Wettbewerb hoch ist und Versicherer bereit sind, mehr Risiko einzugehen, um Marktanteile zu halten.
Analyse der Mechanik des Cashflow-Underwritings
Cashflow-Underwriting ist in einem weichen Markt häufiger, wenn eine schwache Wirtschaft es schwierig macht, Versicherungskunden anzuziehen. Um zu konkurrieren, kann ein Versicherungsunternehmen seine Prämien senken. Irgendwann deckt die Prämie jedoch nicht mehr das erwartete Risiko der Zeichnung der Police.
Zum Beispiel möchte ein Hausbesitzer mit einem Haus, das veraltete Sanitär- und Elektroinstallationen hat, eine Hausratversicherung abschließen. Das Haus hat ein erhöhtes Risiko für Feuer- oder Wasserschäden. Normalerweise wäre die Jahresprämie für ein solches Gebäude, wenn alle anderen Faktoren gleich sind, höher als für ein gleichwertiges Haus mit modernisierten Systemen. In einem stark umkämpften Markt könnte ein Versicherer jedoch eine geringere Prämie verlangen und das höhere Risiko eingehen, anstatt den Kunden an einen Wettbewerber zu verlieren.
Erkundung des Schadenquoten-Risikos beim Cashflow-Underwriting
Ein Versicherer, der sich am Cashflow-Underwriting beteiligt, wettet darauf, dass die Schäden aus der hohen Anzahl der gezeichneten Policen nur langsam eintreten. Versicherungsunternehmen legen Rückstellungen zur Deckung von Verbindlichkeiten aus Versicherungsansprüchen an. Die Höhe der Rückstellungen basiert auf einer Prognose der Schäden, denen ein Versicherer über einen Zeitraum ausgesetzt sein könnte. Die Rückstellungen könnten ausreichend sein oder die Verbindlichkeiten nicht decken.
Das Verhältnis von entstandenen Schäden zu verdienten Prämien wird als Schadenquote bezeichnet, eine wichtige Kennzahl zur Beurteilung der Gesundheit und Rentabilität eines Versicherungsunternehmens. Wenn ein Unternehmen für jede 160 $ an eingenommenen Prämien 80 $ an Schadenszahlungen leistet, beträgt die Schadenquote 50 %.
Im Wesentlichen setzt der Versicherer auf Kundenquantität statt Kundenqualität. Anstatt weniger, höhere Prämien zu verlangen, die ein sichereres Risiko bieten, setzt das Unternehmen auf viele niedrigere Prämien bei höherem Risiko. Es investiert dann den erhöhten Cashflow in Wertpapiere, die höhere Renditen abwerfen.
Die Wette ist, dass die höheren Anlagerenditen den Preisunterschied ausgleichen und vermutlich die unvermeidlichen Schäden aus dem höheren Risiko decken. Die Hoffnung ist, in einem Markt, in dem die kurzfristigen Zinssätze steigen, schnell Kapital zu generieren.
Während Versicherungskunden mit Versicherungsmaklern und -agenten verhandeln, arbeiten die Underwriter der Versicherungsgesellschaft hinter den Kulissen. Sie sind Spezialisten für die Bewertung des Risikos jeder potenziellen Police, die das Unternehmen verkaufen könnte, und damit der gezahlten Prämie. Einige Risiken sind versicherungsmathematischer Natur, d. h. sie basieren auf Statistiken und Demografie.
Zum Beispiel wissen Underwriter, dass ein 21-jähriger alleinstehender Mann statistisch gesehen mit höherer Wahrscheinlichkeit einen Autounfall hat als eine 34-jährige verheiratete Frau. Seine Kfz-Versicherung wird teurer sein. Allerdings ist die ältere Frau mit höherer Wahrscheinlichkeit schwanger, entwickelt Brustkrebs oder hat andere Beschwerden. Infolgedessen wird ihre Krankenversicherung teurer sein.