Conglomeratediscount
Konglomeratsabschläge verstehen: Ursachen und Auswirkungen
Wichtige Erkenntnisse
- Konglomeratsabschläge treten auf, wenn diversifizierte Gruppen geringer bewertet werden als ihre einzelnen Teile.
- Komplexität des Managements und widersprüchliche Visionen können die finanzielle Leistung eines Konglomerats negativ beeinflussen.
- Konglomerate haben oft höhere Gemeinkosten, was zu ihrer diskontierten Bewertung beiträgt.
- Verwirrende Finanzberichte erschweren es Investoren, Konglomerate zu bewerten, was zu Abschlägen führt.
- Regionale Unterschiede beeinflussen die Abschläge, wobei US-Konglomerate in der Regel größere Abschläge erfahren als asiatische Pendants.
Was ist ein Konglomeratsabschlag?
Ein Konglomeratsabschlag ist die Tendenz des Marktes, ein diversifiziertes Unternehmen niedriger zu bewerten als den kombinierten Wert seiner einzelnen Geschäftsbereiche, oft aufgrund von Berichtskomplexität oder Managementineffizienzen. Das Erkennen dieses Phänomens hilft Investoren zu beurteilen, ob Unternehmen wie Alphabet oder General Electric möglicherweise unter der Summe ihrer Teile bewertet werden.
Einblicke in das Phänomen des Konglomeratsabschlags
Ein Konglomeratsabschlag ergibt sich aus der Sum-der-Teile-Bewertung, die Konglomerate mit einem Abschlag gegenüber Unternehmen bewertet, die stärker auf ihre Kernprodukte und -dienstleistungen fokussiert sind. Die Sum-der-Teile-Bewertung wird berechnet, indem man einen Schätzwert des inneren Werts jeder Tochtergesellschaft im Konglomerat addiert und dann die Marktkapitalisierung des Konglomerats abzieht. Der innere Wert ist eine Kennzahl, die verwendet wird, um den zugrunde liegenden Wert eines Unternehmens und die von ihm generierten Cashflows zu bestimmen.
Der Sum-der-Teile-Wert liegt tendenziell zwischen 13 % und 15 % über dem Aktienwert des Konglomerats. Die Erfahrung zeigt, dass Konglomerate so groß und diversifiziert werden können, dass eine effektive Verwaltung schwierig wird. Infolgedessen können einige Konglomerate Tochtergesellschaften ausgliedern oder veräußern, um die Belastung des oberen Managements zu verringern.
Im Folgenden sind einige der Gründe aufgeführt, warum Anleger einen Abschlag auf Konglomerate anwenden.
Widersprüchliche Visionen
Kritiker argumentieren, dass eine Konglomeratsstruktur eher eine Belastung für die finanzielle Leistung als ein Vorteil ist. Zugegeben, die Kontrolle über mehrere Unternehmen, die Umsätze und Gewinne erwirtschaften, wirkt auf den ersten Blick verlockend, aber es schafft auch Probleme mit Management und Transparenz. Jede Tochtergesellschaft könnte Führungskräfte beschäftigen, die andere Werte haben als die Interessen des größeren Konglomerats. Manchmal hat das Management Schwierigkeiten, den Aktionären die Anlagephilosophie und die Kernwerte des Unternehmens zu erläutern. Infolgedessen neigen Anleger dazu, Konglomerate im Vergleich zu Unternehmen mit einem engen Fokus negativ zu betrachten.
Höhere Ausgaben
Das Management kann eine Rolle bei der Entscheidung eines Anlegers spielen, die Aktie des Konglomerats abzuwerten. Die Hinzufügung von Managementebenen zur Überwachung verschiedener Tochtergesellschaften hilft, Effizienzprobleme zu lösen, schafft aber eine erhebliche Menge an Gemeinkosten.
Verwirrende Finanzdaten
Die Gewinnberichte eines Konglomerats können für Anleger aufgrund der Anzahl der Finanzberichte für die verschiedenen Geschäftsbereiche und Tochtergesellschaften verwirrend sein. Außerdem kann die Datenmenge die schlechte Leistung der einzelnen Geschäftsbereiche verschleiern. Infolgedessen kann die Unfähigkeit der Anleger, die finanzielle Leistung eines Konglomerats zu verstehen, zu einem Konglomeratsabschlag führen, was zu einem niedrigeren Aktienkurs führt.
Regionale Abschläge
Der Abschlag kann auch zwischen verschiedenen Regionen variieren. Große Konglomerate in den USA haben traditionell größere Abschläge erfahren als Unternehmen in europäischen und asiatischen Ländern. Der Unterschied in den Abschlägen könnte auf ihre Größe und ihren politischen Einfluss zurückzuführen sein. In Asien decken Konglomerate verschiedene Branchen ab und haben bedeutende politische Verbindungen, die es Anlegern erschweren, einen Abschlag vorzunehmen.
Fallstudien: Konglomeratsabschläge in der Praxis
Konglomerate haben schon immer eine bedeutende Rolle in der Wirtschaft gespielt. Einige größere im Laufe der Geschichte sind Alphabet (GOOGL), General Electric (GE) und Berkshire Hathaway (BRK.A). Bevor es zu Alphabet wurde, wurde Google dafür kritisiert, dass es Gewinne oder Verluste aus seinen Moonshot-Investitionen nicht offenlegte. Dieser Streitpunkt bestrafte die Aktionäre nicht unbedingt, unterstreicht aber den Mangel an Transparenz in Konglomeraten.
Umgekehrt sind die Aktien von General Electric in den letzten fünf Jahren gefallen, weil das Management nicht in der Lage war, das Unternehmen zu fokussieren und aus jeder Sparte einen sinnvollen Wert zu schöpfen. Berkshire Hathaway hingegen ist es gelungen, der Neigung des Marktes zu entgehen, überdiversifizierte Unternehmen abzuwerten.