Coopetition
Coopetition erklärt: Definition, Vorteile und Geschäftsbeispiele
Wichtige Erkenntnisse
- Coopetition vereint Wettbewerb und Kooperation zwischen Unternehmen, um gegenseitige Vorteile zu erzielen.
- Diese Strategie wird häufig in der Technologiebranche eingesetzt, insbesondere zwischen Software- und Hardwareunternehmen.
- Das Coopetition-Modell zielt darauf ab, Marktanteile und Rentabilität für alle beteiligten Parteien zu maximieren.
- Pioniere der Coopetition-Theorie sind die Harvard- und Yale-Professoren Adam M. Brandenburger und Barry J. Nalebuff.
- Ein reales Beispiel ist die Zusammenarbeit von Pfizer und BioNTech bei der Produktion und Verteilung des COVID-19-Impfstoffs.
Was ist Coopetition?
Coopetition bezeichnet das kooperative Verhalten zwischen konkurrierenden Unternehmen. Unternehmen, die sowohl Wettbewerb als auch Kooperation betreiben, befinden sich in einer Coopetition, erweitern ihre Marktreichweite und bauen Geschäftsbeziehungen auf.
Bestimmte Unternehmen erlangen einen Vorteil, indem sie eine kluge Mischung aus Kooperation mit Lieferanten, Kunden und Unternehmen, die komplementäre oder verwandte Produkte herstellen, anwenden. Die Coopetition von Pfizer und BioNTech ist ein bemerkenswertes Beispiel. Diese Art von strategischer Allianz ist besonders häufig zwischen Software- und Hardwareunternehmen anzutreffen.
Wie Coopetition in der Wirtschaft funktioniert
Coopetition ist eine Geschäftsideologie, die direkt aus Erkenntnissen der Spieltheorie abgeleitet ist. Coopetition-Spiele sind statistische Modelle, die die Möglichkeiten betrachten, wie Synergien durch Partnerschaften mit Wettbewerbern geschaffen werden können.
Die Taktik gilt als gute Geschäftspraxis zwischen zwei Unternehmen, da sie zur Markterweiterung und zur Bildung neuer Geschäftsbeziehungen führen kann. In diesem Rahmen sind Vereinbarungen über Standards und die Entwicklung von Produkten innerhalb einer Branche oder zwischen zwei Wettbewerbern notwendig, um Coopetition umzusetzen.
Das Coopetition-Rahmenwerk erkunden
Das statistische Modell bestimmt die Vorteile der Coopetition und untersucht auch die Verteilung von Marktanteilen zwischen Wettbewerbern, um den Marktanteil führender Unternehmen zu maximieren. Das Modell wird zunächst in einer Rautenform entworfen, mit Kunden, Lieferanten, Wettbewerbern und Komplementären in jeder Ecke. Das Ziel der Coopetition und des Modells selbst ist es, den Markt von einem Nullsummenspiel, bei dem ein einziger Gewinner alles bekommt, zu einer Umgebung zu bewegen, in der das Endergebnis dem Ganzen zugutekommt und alle profitabler macht.
Der Dreh- und Angelpunkt des Modells ist das Verständnis der Eingabevariablen, die die Akteure innerhalb der Raute beeinflussen, zu konkurrieren oder zu kooperieren. Dieses Verständnis führt zu dem Wissen, welche Kräfte die Akteure zum Wettbewerb und welche zur Kooperation bewegen, und in welchem Umfang. Die Professoren von Harvard und Yale, Adam M. Brandenburger und Barry J. Nalebuff, haben die Idee der Coopetition begründet.
Die Vorteile von Coopetition für Unternehmen
Der häufigste Sektor, der Coopetition praktiziert, ist die Technologiebranche. Die Zusammenarbeit zwischen Wettbewerbern ermöglicht Synergien zwischen Hardware und Software. Viele Startups, insbesondere in der Technologiebranche, konkurrieren in einem ähnlichen Markt, haben aber einzigartige Vorteile. Zwei Wettbewerber können komplementäre Stärken haben, und eine Coopetition-Vereinbarung kann getroffen werden, um gemeinsame Gewinne zu teilen. Coopetition zwischen zwei Technologieunternehmen kann durch Cross-Channel-Promotion die Wahrscheinlichkeit des Nutzerwachstums in jedem Unternehmen erhöhen.
Oft kämpfen im Startup-Bereich und in der Technologiebranche zwei oder mehr Wettbewerber gegen einen größeren Konkurrenten, und Technologieunternehmen können sich zusammenschließen, um Coopetition gegen einen größeren Gegner zu bilden. Coopetition ist in der Technologiebranche weit verbreitet, da es üblich ist, dass zwei Wettbewerber übernommen werden oder fusionieren, um ein stärkeres Unternehmen zu bilden.
Analyse einer realen Coopetition-Fallstudie
Am 17. März 2020 gaben Pfizer Inc. (NYSE: PFE) und BioNTech SE (Nasdaq: BNTX) eine Zusammenarbeit zur gemeinsamen Entwicklung eines COVID-19-Impfstoffs bekannt.1 Die Coopetition-Vereinbarung zwischen den beiden Unternehmen erhöhte die Produktionskapazität, um die weltweite Versorgung mit dem Impfstoff zu decken, sodass die Unternehmen bis Ende 2020 Millionen von Impfstoffdosen und 2021 Hunderte Millionen zusätzliche Dosen produzieren konnten.
Im Juni 2021 gaben die Unternehmen einen weiteren Deal mit der Regierung bekannt, um 500 Millionen weitere Impfstoffdosen zur Unterstützung einiger der ärmsten Länder bereitzustellen. Die Vereinbarung besagt, dass 60 % der Dosen in der ersten Hälfte des Jahres 2022 gekauft werden sollen.2
BioNTech steuerte die Impfstoffkandidaten bei, während Pfizer die klinische Forschung und Entwicklung sowie die Produktions- und Vertriebskapazitäten des Unternehmens beitrug.
BioNTech erhielt von Pfizer eine Vorauszahlung von 185 Millionen US-Dollar sowie eine Kapitalbeteiligung von fast 113 Millionen US-Dollar, mit der potenziellen Möglichkeit von insgesamt 748 Millionen US-Dollar an zukünftigen Zahlungen, wenn bestimmte Meilensteine erreicht werden.3