Crack-Spread
Crack Spread verstehen: Definition, Beispiele und Handelsstrategien
Wichtige Erkenntnisse
- Der Crack Spread ist die Preisdifferenz zwischen Rohöl und seinen raffinierten Produkten und beeinflusst die Gewinnmargen der Raffinerien.
- Crack Spreads helfen Raffinerien, sich mit Futures und Optionen gegen Preisrisiken abzusichern und ihre Gewinne zu schützen.
- Händler können Crack Spreads nutzen, um auf Marktbewegungen zu spekulieren und Preisänderungen bei Öl und raffinierten Produkten zu erwarten.
- Crack Spreads dienen als Marktsignale und weisen auf mögliche Preisänderungen bei Rohöl und raffinierten Produkten hin.
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Was ist ein Crack Spread?
Ein Crack Spread bezeichnet die allgemeine Preisdifferenz zwischen einem Barrel Rohöl und den daraus raffinierten Erdölprodukten. Es handelt sich um eine branchenspezifische Art der Bruttoverarbeitungsmarge. Der Begriff „Crack“ ist ein Fachausdruck für das Aufbrechen von Rohöl in seine Bestandteile, darunter Gase wie Propan, Heizöl, Benzin, leichte Destillate wie Kerosin, mittlere Destillate wie Diesel und schwere Destillate wie Schmierfett.
Wie Crack Spreads Ölraffinerien beeinflussen
Rohölpreise und Preise raffinierter Produkte bewegen sich nicht immer gleich. Abhängig von Jahreszeit, Wetter, globalen Angeboten und vielen anderen Faktoren führen Angebot und Nachfrage bestimmter Destillate zu Preisänderungen, die die Gewinnmargen eines Barrels Rohöl für die Raffinerie beeinflussen können.
Raffinerien nutzen Futures, um sich gegen Preisrisiken im Crack Spread abzusichern. Futures- und Optionshändler können den Crack Spread auch nutzen, um andere Anlagen abzusichern oder auf mögliche Preisänderungen bei Öl und raffinierten Erdölprodukten zu spekulieren.
Absicherung von Preisrisiken mit Crack Spreads
Traditionelle Crack-Spread-Strategien sehen vor, dass Raffinerien Öl-Futures kaufen und sich durch den Verkauf von Futures für Benzin, Heizöl oder andere Destillate absichern.
Raffinerien nutzen diese Absicherung, um einen Gewinn zu sichern. Raffinerien streben einen starken positiven Spread an, bei dem die Ölpreise deutlich niedriger sind als die Preise der raffinierten Produkte.
Um festzustellen, ob ein positiver Crack Spread vorliegt, nehmen Sie den Preis eines Barrels Rohöl – in diesem Fall z. B. WTI bei 51,02 $/Barrel – und vergleichen ihn mit Ihrem gewählten raffinierten Produkt. Nehmen wir an, RBOB-Benzin-Futures bei 1,5860 $ pro Gallone. Es gibt 42 Gallonen pro Barrel, sodass eine Raffinerie 66,61 $ für jedes Barrel Benzin erhält, was einem Crack Spread von 15,59 $ entspricht, der mit Futures-Kontrakten festgeschrieben werden kann. Dies ist die gängigste Crack-Spread-Strategie und wird als 1:1-Crack-Spread bezeichnet.
Natürlich ist dies eine etwas vereinfachte Darstellung des Raffinerieprozesses, da ein Barrel Öl nicht genau ein Barrel Benzin ergibt und zudem unterschiedliche Produktmischungen von der Raffinerie abhängen. Daher gibt es andere Crack-Spread-Strategien, bei denen Sie drei Öl-Futures kaufen und die Destillatmischung dann genauer abbilden, z. B. zwei Barrel Benzin-Kontrakte und einen Barrel Heizöl.
Dieses 3:2:1-Verhältnis ist eine Art von Crack Spread; eine andere ist der 5:3:2-Crack-Spread, beide werden zur Absicherung verwendet. Für die meisten Händler erfasst jedoch der 1:1-Crack-Spread die grundlegende Marktdynamik, mit der sie handeln möchten.
Wie man Crack Spreads handelt
Im Allgemeinen kaufen oder verkaufen Sie den Crack Spread. Wenn Sie ihn kaufen, erwarten Sie, dass sich der Crack Spread ausweitet, d. h. die Raffineriemargen steigen, weil die Rohölpreise fallen oder die Nachfrage nach den raffinierten Produkten steigt. Den Crack Spread zu verkaufen bedeutet, dass Sie erwarten, dass die Nachfrage nach raffinierten Produkten nachlässt oder sich der Spread selbst aufgrund von Änderungen der Ölpreise verengt. Sie verkaufen also die Futures auf raffinierte Produkte und kaufen Rohöl-Futures.
Interpretation von Crack Spreads für Markteinblicke
Auch wenn Sie den Crack Spread nicht handeln, kann er auf mögliche Preisänderungen bei Öl und raffinierten Produkten hinweisen. Wenn sich der Crack Spread deutlich ausweitet, d. h. der Preis raffinierter Produkte den Ölpreis übertrifft, sehen viele Anleger dies als Zeichen dafür, dass der Rohölpreis letztlich steigen wird, um den Spread wieder auf historische Normalwerte zu verengen.
Wenn der Spread zu eng ist, sehen Anleger dies als Zeichen dafür, dass Raffinerien die Produktion drosseln, um das Angebot auf ein Niveau zu reduzieren, bei dem die Nachfrage ihre Margen wiederherstellt. Dies hat natürlich einen dämpfenden Effekt auf den Rohölpreis. Unabhängig davon, ob Sie den Crack Spread handeln möchten oder nicht, lohnt es sich, ihn als Marktsignal im Auge zu behalten.