Dauerbetrieb
Kontinuierlicher Betrieb erklärt: Vorteile, Nachteile und Praxisbeispiele
Wichtige Erkenntnisse
- Kontinuierliche Betriebsabläufe umfassen die Aufrechterhaltung von Geschäftsaktivitäten während Störungen und den 24/7-Betrieb.
- Zu den Vorteilen gehören höhere Produktion, niedrigere Kosten und verbesserte Qualitätskontrolle.
- Zu den Herausforderungen gehören hohe Kapitalkosten und geringe Produktionsflexibilität.
- Business-Continuity-Pläne sind entscheidend, um den Betrieb während Störungen aufrechtzuerhalten.
- Tesla führte kontinuierliche Betriebsabläufe ein, um die Produktion des Model 3 zu steigern.
Was sind kontinuierliche Betriebsabläufe?
Kontinuierliche Betriebsabläufe sind der fortlaufende Betrieb der gewinnbringenden Aktivitäten eines Unternehmens. Sie werden trotz Betriebsunterbrechungen, einschließlich Naturkatastrophen, aufrechterhalten. Der Begriff bezieht sich auch auf die Rund-um-die-Uhr-Fertigung, auch wenn der Betrieb regelmäßig für Wartung und Reparatur unterbrochen werden muss. Zu den Vorteilen kontinuierlicher Betriebsabläufe gehören höhere Produktion, niedrigere Produktionskosten und verbesserte Qualitätskontrolle.
Sicherstellung kontinuierlicher Betriebsabläufe während Störungen
Ein Unternehmen muss in der Lage sein, kontinuierlich zu arbeiten und sich auf Störungen vorzubereiten. Im Falle einer Betriebsunterbrechung (z. B. einer Naturkatastrophe oder eines Stromausfalls) oder einer drohenden ernsthaften Bedrohung, die eine vorübergehende Schließung eines Büros oder einer Anlage verursacht, kann das Unternehmen seinen Plan für kontinuierliche Betriebsabläufe (auch als Business-Continuity-Plan bezeichnet) umsetzen. Dies beinhaltet in der Regel den Einsatz von Backup-Technologiesystemen, die Aktivierung von Personal an entfernten Standorten zur Durchführung erforderlicher Funktionen oder die Hinzunahme von Schichten in anderen Produktionsstätten, um Produktionsausfälle auszugleichen.
Zum Beispiel muss ein Hersteller von Flugzeugteilen wegen eines Hurrikans seinen Betrieb in Florida einstellen. Das Unternehmen fügt in seinem Werk in Texas eine dritte Schicht hinzu, um die Fertigwarenbestände konstant zu halten. Im Dienstleistungssektor leitet eine Bank, deren Handelssysteme in New York City ausfallen, Kundenaufträge schnell an ein Backup-System in New Jersey um, wodurch der kontinuierliche Betrieb erhalten bleibt.
Einnahmen aus Kerngeschäftsaktivitäten
Fortgeführte Aktivitäten sind die primäre Einnahmequelle eines Unternehmens, die aus seinen Haupt- oder Kerngeschäftsaktivitäten generiert werden. Zum Beispiel besteht das Kerngeschäft eines Automobilunternehmens darin, Autos herzustellen und zu verkaufen. Die Einnahmen aus fortgeführten Aktivitäten würden nur aus dieser Tätigkeit bestehen.
Wenn ein Unternehmen einen Großteil seiner Einnahmen aus nicht zum Kerngeschäft gehörenden Aktivitäten erzielt, sehen einige Analysten dies möglicherweise als Warnsignal. Wenn das Automobilunternehmen beispielsweise mehr aus Finanzierungsaktivitäten (d. h. Vergabe von Autokrediten) verdient als aus dem Verkauf von Autos, könnte dies ein Zeichen für bevorstehende Probleme sein.
24/7-Geschäftsaktivitäten erklärt
Kontinuierliche Betriebsabläufe gelten auch für 24/7-Geschäftsaktivitäten. Dies ist in Branchen üblich, in denen Kunden erwarten, zu jeder Tages- und Nachtzeit mit einem Live-Mitarbeiter sprechen zu können – zum Beispiel ein Inhaber eines Flugtickets oder ein Kreditkarteninhaber, der mitten in der Nacht eine Frage stellen möchte.
Angesichts des unerbittlichen Drucks auf Kosteneindämmung zur Aufrechterhaltung der Gewinnmargen verlagern immer mehr produzierende Unternehmen ihre Produktion auf kontinuierliche Betriebsabläufe, indem sie Anlagen konsolidieren und in drei Acht-Stunden-Schichten statt einer oder zwei betreiben.
Vorteile kontinuierlicher Betriebsabläufe
Höhere Produktion: Durch kontinuierliche Betriebsabläufe und die Eliminierung unnötiger Anlauf- und Abschaltphasen wird ein höheres Volumen in kürzerer Zeit möglich.
Niedrigere Produktionskosten: Kontinuierliche Betriebsabläufe fördern eine erhöhte Automatisierung und die Reduzierung unnötiger Arbeit, was beides die Produktionskosten senkt.
Verbesserte Qualitätskontrolle: Die optimierten Prozesse, die bei kontinuierlichen Betriebsabläufen eingesetzt werden, bedeuten weniger zu überwachende Stufen, sodass Unternehmen Produktionsprobleme schnell erkennen können. Die reduzierte manuelle Produktion verringert auch das Potenzial für menschliche Fehler.
Einschränkungen kontinuierlicher Betriebsabläufe
Kapitalintensiv: Der Kauf und die Installation der erforderlichen Ausrüstung für den kontinuierlichen Betrieb erfordern erhebliches Kapital. Unternehmen müssen ihre Mitarbeiter auch in den Fähigkeiten schulen, die für einen reibungslosen 24/7-Betrieb erforderlich sind, was die Personalkosten erhöht.
Geringe Flexibilität: Kontinuierliche Betriebsabläufe schaffen starre Produktionssysteme. Ein Fehler in einer Betriebsstufe kann den gesamten Prozess stören oder stoppen.
Teslas Umstellung auf kontinuierliche Produktion
Im April 2018 gab der Elektroautohersteller Tesla, Inc. (TSLA) bekannt, dass er auf kontinuierliche Betriebsabläufe für sein Model 3 umstellen werde, um ein erhöhtes Produktionsziel von 6.000 Autos pro Woche zu erreichen.1 Gründer und CEO Elon Musk sagte, das vorherige Ziel des Unternehmens von 5.000 Autos biete keine Fehlertoleranz im gesamten Fertigungsprozess und der Lieferkette von Tesla.1
Um dieses Ziel zu erreichen, rüstete der Autohersteller sein Werk in Fremont, Kalifornien, auf und nahm mehrere Änderungen an seinen Automatisierungsprozessen vor, um die Rund-um-die-Uhr-Produktion zu ermöglichen.