Digicash
Das Vermächtnis von DigiCash: Ein Vorläufer moderner Kryptowährungen
Wichtige Erkenntnisse
- DigiCash war ein frühes Elektrogeld-Unternehmen, das 1989 von David Chaum gegründet wurde.
- Das Unternehmen entwickelte eine elektronische Währung, die ebenfalls DigiCash hieß.
- DigiCash war ein Pionier bei der Schaffung sicherer, privater digitaler Transaktionen.
DigiCash erklärt
DigiCash war eine frühe digitale Währung und das Unternehmen, das sie geschaffen hat. Damit war es einer der ersten ernsthaften Versuche virtuellen Geldes. Gegründet 1989 von David Chaum, einem führenden Kopf der Forschung zu elektronischen Währungen, führte DigiCash Ideen wie starke Privatsphäre und sichere Online-Zahlungen ein. DigiCash half dabei, die Entwicklung des digitalen Geldes zu prägen.
Umfassender Überblick über DigiCash
David Chaum promovierte 1982 in Informatik an der University of California, Berkeley. Seine Dissertation "Computer Systems Established, Maintained and Mutually Trusted by Suspicious Groups" gilt als ein Prototyp der Blockchain-Technologie.
Im selben Jahr gründete Chaum die International Association for Cryptologic Research (IACR), eine führende Institution für Forschung und Entwicklung digitaler Kryptographie.
Chaum veröffentlichte 1982 "Blind Signatures for Untraceable Payments", das das formale System zur mathematischen Verschlüsselung von Zahlungen vorstellt. Das System war eine bedeutende Entwicklung für digitales Geld, da es Zahlungen anonymisiert. Das bedeutet, dass Banken und die Regierung den Zahlenden bei einer Zwei-Parteien-Transaktion nicht zurückverfolgen können. Es unterscheidet sich jedoch von der Blockchain-Technologie, da es Banken als vertrauenswürdige Dritte für alle elektronischen Transaktionen benötigt.
Historische Entwicklung von DigiCash
Chaum gründete DigiCash 1989 in Amsterdam, um seine theoretische Arbeit zu digitalen Währungen zu nutzen. Bis 1995 hatte das Unternehmen Vereinbarungen mit der Mark Twain Bank in St. Louis (heute Mercantile Bancorporation) getroffen. 1996 schloss DigiCash Verträge mit der Deutschen Bank, der Credit Suisse, der australischen Advance Bank, der Norske Bank und der Bank Austria.
Nach einem vielversprechenden Start Mitte der 1990er Jahre konnte DigiCash nicht an frühe Erfolge anknüpfen. Einige Quellen geben Chaum die Schuld, der seinen Mitarbeitern angeblich nicht vertraute und Perfektion vor Praktikabilität stellte, als er sein Produkt entwickelte. Er lehnte auch Partnerschaften mit großen Banken wie der ING ab und war misstrauisch gegenüber großen Technologieunternehmen wie Microsoft und Netscape.
Hätte DigiCash auf diese Weise eine Partnerschaft mit einem oder mehreren großen Finanzinstituten sichern können, hätte es wahrscheinlich eine viel bessere Chance gehabt, in der sich schnell digitalisierenden Finanzwelt zu überleben. Eine der vielversprechendsten (und letztlich doch enttäuschendsten) potenziellen Partnerschaften war mit der Citibank. Die Bank führte langwierige Verhandlungen mit DigiCash über die Möglichkeit einer Integration, um sich schließlich anderen Projekten zuzuwenden.
Chaum sagte in einem Interview 1999, dass das Problem der Skalierung des Unternehmens auf ein klassisches Henne-Ei-Problem in der Technologiebranche zurückzuführen sei: "Es war schwer, genügend Händler zu gewinnen, die es akzeptierten, um genügend Verbraucher zur Nutzung zu bewegen, oder umgekehrt."1
Um Transaktionen mit DigiCash durchzuführen, mussten die Nutzer eine bestimmte Art von Software verwenden. Diese ermöglichte das Abheben von Noten von einer Bank mithilfe spezieller verschlüsselter Schlüssel. Sie erlaubte es den Nutzern auch, DigiCash-Zahlungen an andere Empfänger zu senden.
DigiCash nutzte eine digitale Währung namens "Cyberbucks". In einem Bericht von 2003 deutete The Guardian an, dass DigiCash die größte Unterstützung von Libertären und anderen Befürwortern einer digitalen, internationalen Währung erhielt, die außerhalb der Kontrolle einer Regierung existieren sollte.2
DigiCash bot seinen Nutzern eine breite und einzigartige Auswahl an Zahlungsgrößen, einschließlich Mikrozahlungen. Es wurde ein E-Mail-System für den Währungshandel eingerichtet, und viele Händler beteiligten sich auch an außerbörslichen Geschäften.
Entwicklungen nach DigiCash
DigiCash war ein entscheidender früher Befürworter der Public-Key- und Private-Key-Kryptographie, dem gleichen Grundprinzip, das auch heute von digitalen Währungen verwendet wird. Chaums Erfindung, bekannt als "Blinde Signaturen"-Technologie, erhöhte die Sicherheit für DigiCash-Nutzer und machte elektronische Zahlungen für externe Quellen nicht nachverfolgbar.
Chaum ist weiterhin in der Kryptographie- und Digitalzahlungswelt aktiv. Obwohl DigiCash nie richtig Fuß fassen konnte, trug es dennoch dazu bei, die Grundlage für die blühende Kryptowährungswelt zu legen, die es heute gibt.
Forbes. "Requiem for a Bright Idea."
Forbes. "Requiem for a Bright Idea."
The Guardian. "Past currency."
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