Dismalscience
Warum die Wirtschaftswissenschaft als "düstere Wissenschaft" bezeichnet wird
Wichtige Erkenntnisse
- Thomas Carlyle prägte den Begriff "dismal science" zur Beschreibung der Volkswirtschaftslehre.
- Carlyles Begriff wurde von Malthus' düsteren Bevölkerungstheorien inspiriert.
- Der Ausdruck kritisierte die Annahme universeller Gleichheit in der Wirtschaftswissenschaft.
- Carlyle verwendete "dismal science" in einem Artikel, der die Wiedereinführung der Sklaverei befürwortete.
- Der Begriff spiegelte eine weit verbreitete negative Sicht auf die Wirtschaftswissenschaft im 19. Jahrhundert wider.
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Was ist "Dismal Science"?
"Dismal science" ist ein von Thomas Carlyle geprägter Begriff für die Wirtschaftswissenschaft, der teilweise von Malthus' düsteren Bevölkerungstheorien inspiriert und später mit Carlyles umstrittenem Essay "Occasional Discourse on the Negro Question" verbunden wurde. Seine Ursprünge und Bedeutung bleiben umstritten, angesichts des beunruhigenden Kontextes, in dem der Ausdruck bekannt wurde.
Ursprünge und Debatte um den Begriff "Dismal Science"
Angeblich wurde der Begriff "dismal science" von T. R. Malthus' düsterer Vorhersage inspiriert, dass die Bevölkerung immer schneller wachsen würde als die Nahrungsmittelproduktion, was die Menschheit zu endloser Armut und Not verdammt.1 Allerdings ist genau das, was den Begriff "dismal science" inspirierte, Gegenstand von Debatten. Diejenigen, die diese Geschichte anzweifeln, sagen, dass Carlyle nicht auf Malthus reagierte, sondern auf Ökonomen wie John Stuart Mill, die argumentierten, dass Institutionen und nicht die Rasse erklärten, warum einige Nationen reich und andere arm waren. Carlyle griff Mill an, nicht weil dieser Malthus' Vorhersagen über die schlimmen Folgen des Bevölkerungswachstums unterstützte, sondern weil er die Emanzipation der Sklaven befürwortete.
Es war die Annahme der Disziplin, dass Menschen im Grunde alle gleich und daher zur Freiheit berechtigt seien, die Carlyle dazu veranlasste, das Studium der Wirtschaftswissenschaft als "dismal science" zu bezeichnen. Der Zusammenhang war im gesamten 19. Jahrhundert so bekannt, dass sogar Karikaturisten darauf Bezug nahmen, in dem Wissen, dass ihr Publikum die Anspielung verstehen würde.
Der Ausdruck "dismal science" tauchte erstmals in Carlyles Artikel "Occasional Discourse on the Negro Question" (1849) auf, in dem er argumentierte, dass die Sklaverei wiederhergestellt werden müsse, um die Produktivität in Westindien wiederherzustellen. In dem Werk sagt Carlyle: "Nicht eine 'fröhliche Wissenschaft', sollte ich meinen, wie manche, von der wir gehört haben; nein, eine düstere, trostlose und in der Tat recht erbärmliche und bedrückende; was man im hervorragenden Sinne die 'dismal science' nennen könnte."2
Wichtig
Carlyles Ausdruck "the dismal science" wurde so oft zitiert, dass die Gefahr besteht zu glauben, die dahinterstehende Meinung sei ausschließlich ihm und seinen Anhängern zuzuschreiben. Die Meinung war jedoch damals weit verbreitet und wurde von vielen Ökonomen für gerechtfertigt gehalten.
Carlyles Artikel begann mit der Befürwortung eines Advocatus-Diaboli-Standpunkts, der das, was Carlyle als heuchlerische philanthropische Bewegung zur Emanzipation der westindischen Sklaven wahrnahm, in Frage stellte. Obwohl die Sklaverei in den britischen Kolonien bis 1807 und im restlichen Britischen Empire bis 1833 abgeschafft wurde, setzten Kuba und Brasilien die Sklaverei bis 1838 fort.
In seiner ursprünglichen Veröffentlichung präsentierte Carlyle das Konzept der "dismal science" als eine Rede, "gehalten von wem auch immer", niedergeschrieben von einem unzuverlässigen Reporter namens "Phelin M'Quirk" (dem fiktiven "Absconded Reporter"). Das Manuskript wurde angeblich von M'Quirks Vermieterin an den Verlag verkauft, anstelle von ausstehender Miete. Sie fand es angeblich in seinem Zimmer, nachdem er geflohen war.3