Drawdown
Drawdowns verstehen: Definition, Risiken und Erholungszeit
Wichtige Erkenntnisse
- Drawdowns messen die Abwärtsvolatilität von Anlagen.
- Drawdowns sind nicht gleichbedeutend mit einem finanziellen Verlust.
- Die Erholungszeit ist nach einem Drawdown-Ereignis entscheidend.
- Aktien-Drawdowns unterscheiden sich von Renten-Drawdowns.
- Renten-Drawdowns beinhalten Abhebungen von Konten.
- Michela Buttignol / Investopedia
Was ist ein Drawdown in der Finanzwelt?
Ein Drawdown wird typischerweise als prozentuale Differenz zwischen dem Höchststand einer Anlage und ihrem darauffolgenden Tiefststand angegeben. Er kann verwendet werden, um das historische Risiko einer Anlage zu messen, die Performance verschiedener Fonds zu vergleichen oder die Performance eines Portfolios zu überwachen.
Der Drawdown würde wie folgt berechnet werden, wenn ein Anlagekonto von $20.000 auf einen Wert von $18.000 fällt und sich dann auf $20.000 erholt. In diesem Zeitraum erlitt das Konto einen Drawdown von 10 %:
Drawdowns beim Investieren: Die Grundlagen
Höchst- und Tiefststände repräsentieren die höchsten und niedrigsten Punkte in einem Preiszyklus. Diese Bewegungen können mit dem Ulcer Index (UI) verfolgt werden, einem technischen Indikator, der das Abwärtsrisiko misst.
Der Index kann die Größe eines Tiefststands erst messen, nachdem sich der Fonds auf seinen ursprünglichen Höchststand erholt hat. Wird der Drawdown früher erfasst, kann der Fonds einen noch größeren Tiefststand erleben, was den Drawdown-Betrag erhöht. Im obigen Beispiel würde der Drawdown erfasst, nachdem sich der Fonds auf seinen ursprünglichen Wert von $20.000 erholt hat.
Die Verfolgung von Drawdowns kann verwendet werden, um die Volatilität oder das Risiko eines bestimmten Fonds, Vermögenswerts oder einer anderen Anlage zu bewerten. Die Volatilität einer Aktie wird oft mit der Standardabweichung gemessen, aber einige Kennzahlen, wie die Sterling-Ratio, verwenden Drawdowns, um Risiko mit möglichem Ertrag zu vergleichen. Drawdowns können auch eine relevantere Metrik für Anleger sein, die in einem kurzfristigen Zeitraum Gelder abheben möchten, wie z. B. Rentner.
Die Größe eines Drawdowns ist nur ein Teil der Messung. Ebenso wichtig ist die Zeit, die zur Erholung von einem Drawdown benötigt wird. Diese hängt von den allgemeinen Marktbedingungen und der Performance einer bestimmten Anlage ab. In der Vergangenheit erholten sich einige Fonds oder Vermögenswerte schneller als andere.
Drawdown-Risiken erklärt
Das Hauptrisiko im Zusammenhang mit Drawdowns ist der Anstieg des Aktienkurses, der erforderlich ist, um diesen Drawdown zu überwinden. Zeigt die historische Performance eines Fonds Drawdowns von 1 % oder weniger, müsste der Kurs höchstens um 1,01 % steigen, um sich auf seinen Höchststand zu erholen. Ein Fonds, der jedoch einen Drawdown von 20 % erlebt, muss seinen Aktienkurs deutlich stärker steigern, um wieder seinen Höchststand zu erreichen.
Wenn der erforderliche Anstieg des Aktienkurses zur Erholung von einem Drawdown groß genug ist, könnten Anleger beschließen, die Position vollständig aufzugeben und den verbleibenden Wert ihrer Anlage in Bargeld umzuwandeln, anstatt auf die Erholung zu warten.
Anleger, die dieses Geld nicht sofort benötigen, sind jedoch oft besser beraten, nach einem signifikanten Drawdown auf die Erholung zu warten. Die fünf schlechtesten Tage, die der Aktienmarkt während des Finanzcrashs 2008 erlebte, umfassten Tagesverluste zwischen 6.1% und 9.0%. Viele Anleger entschieden sich nach solch erheblichen Verlusten, den Markt zu verlassen. Aber ausgehend von diesen fünf Tagen lagen die Marktrenditen nach fünf Jahren zwischen 69.9% und 147.5%.
Anleger, die ihr Geld im Markt ließen, erlebten, dass sich ihre Vermögenswerte im Laufe der Zeit deutlich erholten, während diejenigen, die vollständig ausgestiegen waren, keine Chance auf Erholung hatten.
Drawdown-Risiken für Rentner
Marktvolatilität und erhebliche Drawdowns sind für Anleger mit einem kurzfristigen Zeithorizont, wie z. B. Rentner, problematischer. Diese Anleger haben nicht so lange Zeit, um auf die Erholung ihrer Vermögenswerte zu warten. Rentner müssen möglicherweise den maximalen Drawdown (MDD) bestimmen, mit dem sie sich wohlfühlen, und diesen dann mit der historischen Performance einer Aktie oder eines Fonds vergleichen, bevor sie sich für eine Anlage entscheiden. Ein Finanzberater kann bei dieser Entscheidung helfen.
Das Drawdown-Risiko kann auch durch ein gut diversifiziertes Portfolio begrenzt werden, das Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Bargeld und andere wertvolle Vermögenswerte umfasst. Da diese Anlageklassen sich unterschiedlich verhalten, begrenzt diese Art der Diversifizierung die Anzahl der Vermögenswerte, die gleichzeitig Drawdowns erleiden, und ermöglicht eine längere Erholungszeit, ohne das gesamte Einkommen der Rentner zu gefährden.
Wichtig
Ein Aktien- oder Markt-Drawdown unterscheidet sich von einem Renten-Drawdown. Renten-Drawdowns sind der Prozess der Entnahme von Geldern aus einem Rentenkonto oder einer Rente.
Praktisches Beispiel eines Drawdowns
Als Beispiel: Angenommen, ein Händler kauft Aktien von XYZ Corp. zu $100 pro Aktie. Der Kurs steigt auf einen Höchststand von $110, fällt dann auf einen Tiefststand von $80. Wenn der Kurs nicht weiter fällt, bevor er sich auf $110 erholt, dann war der Höchstkurs $110 und der Tiefstkurs $80. Dies bedeutet, dass der Drawdown betrug:
Dies zeigt auch, dass ein Drawdown nicht immer gleichbedeutend mit einem Verlust ist. Die XYZ-Aktie erlebte einen Drawdown von 27.3%, aber der nicht realisierte Verlust des Händlers beim Tiefststand von $80 betrug $20, da er die Aktie zu $100 pro Aktie gekauft hatte, und nicht zum Höchstkurs von $110.
Wenn der Kurs der XYZ-Aktie dann auf einen neuen Höchststand von $120 steigt, auf einen neuen Tiefststand von $105 fällt und sich dann auf $120 erholt, wäre dies ein neuer Drawdown von $15 oder 12.5%.