Drip-Pricing
Drip Pricing verstehen: Definition und Beispiele
Wichtige Erkenntnisse
- Drip Pricing zeigt die Gesamtkosten erst am Ende des Kaufprozesses an.
- Im Reise- und Gastgewerbe üblich, lässt Drip Pricing zunächst obligatorische Gebühren aus.
- Diese Praxis kann Verbraucher frustrieren und Preisvergleiche zwischen Verkäufern erschweren.
- Unternehmen nutzen es, um Verbraucher durch die anfängliche Darstellung eines niedrigeren Preises zu ködern.
- Die EU verbietet das schrittweise Hinzufügen von Steuern, Gebühren und Zuschlägen, anders als in den USA, wo es nicht reguliert ist.
Was ist Drip Pricing?
Drip Pricing ist eine Taktik, bei der nur ein Teil des Preises im Voraus beworben wird und obligatorische Gebühren erst spät im Bezahlvorgang offengelegt werden. Dies ist ein häufiges Muster im Reise- und Gastgewerbe, insbesondere online. Es kann Verbraucher durch unerwartete Gesamtkosten frustrieren, den Preisvergleich erschweren und in Regionen wie der Europäischen Union die Aufmerksamkeit der Verbraucherschutzbehörden auf sich ziehen.
Die Mechanismen von Drip Pricing verstehen
Der in einer Zeitungsanzeige, einer E-Mail oder auf einer Website genannte Preis (der „Headline-Preis“) entspricht möglicherweise nicht dem, was eine Ware oder Dienstleistung letztendlich für den Verbraucher kostet. Unternehmen zeigen lieber einen niedrigeren Preis (und erklären später, dass obligatorische Gebühren die Sache teurer erscheinen lassen), als einen Kunden mit einem Preisschock zu verschrecken.
Drip Pricing kann den Preisvergleich erschweren und Verkäufer benachteiligen, die bei ihrer Preisgestaltung transparenter sind.
Wichtig
Drip Pricing ist besonders im Internet verbreitet, wo es von einer Vielzahl von Einzelhändlern eingesetzt wird.
Der Grund für seine Verwendung ist, dass ein Käufer möglicherweise so viel Zeit in den Kaufprozess investiert hat, dass er, wenn zusätzliche Gebühren oder Kosten offengelegt werden, bereits entschlossen ist, einen Kauf zu tätigen.
Unternehmen können einen Drip-Pricing-Ansatz verwenden, um einen Kunden dazu zu verleiten, den Kaufprozess zu beginnen. Zu diesem Zeitpunkt möchte der Kunde möglicherweise seine Suche nicht mehr von vorne beginnen, sobald er die zusätzlichen Kosten erfährt.
Beispiele aus der Praxis für Drip Pricing
Drip Pricing wird häufig mit der Gastgewerbebranche in Verbindung gebracht. Fluggesellschaften zeigen möglicherweise den Preis für einen Sitzplatz im Flugzeug an, schließen aber Gepäckgebühren, Sitzplatzreservierungsgebühren, Steuern und andere Kosten aus, die Verbraucher als Teil der typischen Reiseerfahrung betrachten.
Hotels zeigen möglicherweise Zimmerpreise an, die keine lokalen Steuern oder Resortgebühren enthalten, oder schließen die Kosten für Dienstleistungen wie den Zugang zum Fitnessstudio, Pool oder Spa nicht ein. Resorts bieten möglicherweise einen Preis an, aber die Zusatzleistungen für zusätzliche Dienstleistungen können einen Preisschock verursachen.
Unternehmen setzen Drip Pricing bei Produkten ein, die einem starken Preiswettbewerb ausgesetzt sind. Dies liegt daran, dass Verbraucher bei diesen Artikeln eher nach dem besten Preis suchen. Dies schafft einen Anreiz für Unternehmen, den niedrigstmöglichen Preis zu zeigen, selbst wenn der angezeigte Preis nicht dem entspricht, was der Verbraucher letztendlich zahlen wird.
Regulatorische Überlegungen zu Drip Pricing
Die Regulierungsbehörden in den Vereinigten Staaten haben keine feste Haltung zu Drip Pricing eingenommen, obwohl die Meinung der Verbraucher die Regulierungsbehörden letztendlich dazu zwingen könnte, eine Entscheidung darüber zu treffen, ob die Praxis eingeschränkt oder verboten werden soll.
In der Europäischen Union haben die Regulierungsbehörden vorgeschrieben, dass Steuern, Gebühren und Zuschläge nicht nachträglich hinzugefügt werden dürfen.