Energie-Erntefaktor
Energieertrag pro Investition (EROI): Definition und Bedeutung
Wichtige Erkenntnisse
- Der Energy Return on Investment (EROI) misst die Nettoenergieproduktion im Verhältnis zur aufgewendeten Energie.
- EROI beeinflusst maßgeblich die Preisgestaltung von Energie-Rohstoffen und Strom.
- Ein sinkender EROI deutet auf zunehmende Knappheit und Förderungsschwierigkeiten von Energieressourcen hin.
- Hohe EROI-Werte bedeuten eine günstigere und effizientere Energieproduktion.
Definition des Energy Return on Investment (EROI)
Der Energy Return on Investment (EROI) misst, wie viel nutzbare Energie im Vergleich zur benötigten Energie für deren Gewinnung produziert wird. Er zeigt, wie effizient eine Energiequelle ist. Wenn ein Energieprojekt mehr Energie produziert, als es für die Gewinnung, Verarbeitung und Lieferung dieser Energie verbraucht, hat es einen hohen EROI. Er hilft zu erklären, wie effizient Ressourcen genutzt werden, und kann die Energiekosten und Preisgestaltung beeinflussen.
Grundlagen des EROI verstehen
EROI ist wichtig, denn wenn die Kosten eines Kraftwerks höher sind als die Einnahmen aus dem Stromverkauf, ist dieses Kraftwerk wirtschaftlich nicht rentabel. EROI kann Organisationen und Regierungen auch dabei helfen, verschiedene Energiequellen hinsichtlich ihrer Rentabilität zu vergleichen, z. B. Kernkraft im Vergleich zu Solarenergie.
Wenn der EROI hoch ist, bedeutet das, dass die Energiegewinnung aus dieser Quelle relativ einfach und kosteneffizient ist. Ist die Zahl jedoch niedrig, ist die Energiegewinnung aus dieser Quelle schwierig und teuer. Wenn das Verhältnis beispielsweise 1 beträgt, gibt es keine Rendite auf die investierte Energie. Laut der World Nuclear Association liegt die Gewinnschwelle bei 7.
In seiner einfachsten Form wird EROI wie folgt berechnet:
Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede in der Messung bestimmter Schritte des Input-Prozesses. Diese Messung ist komplex, da die Inputs vielfältig sind und Unsicherheit darüber besteht, wie weit sie in der Analyse zurückverfolgt werden sollten. Neben den Energiekosten gibt es weitere externe Kosten, die im Zusammenhang mit der Energieproduktion berücksichtigt werden müssen, wie etwa solche, die mit der Umwelt und der Gesundheit der Menschen verbunden sind.
Im Allgemeinen ist zu erwarten, dass die Energiequellen mit dem höchsten verfügbaren EROI zuerst genutzt werden, da diese mit dem geringsten Aufwand die meiste Energie liefern. Ein Nettoenergiegewinn wird erzielt, indem bei der Gewinnung und Nutzung einer Energiequelle weniger Energie aufgewendet wird. Die EROI-Analyse gilt als Teil einer Lebenszyklusanalyse.
Energiequellen mit messbarem EROI
Es gibt eine Reihe von verbrauchbaren Energiequellen, bei denen der EROI für Effizienz- und Kostenanalysen ermittelt wird. Zu diesen Energiequellen gehören Öl, Biokraftstoffe, Geothermie, Kernbrennstoffe, Kohle, Sonne, Wind und Wasserkraft.
Der durchschnittliche EROI über alle Erzeugungstechnologien hinweg liegt in den USA bei etwa 40, so die oben zitierten Seiten der World Nuclear Association. Der Verband zitiert eine Studie von Weissback et al. (2013), die besagt: „Die Ergebnisse zeigen, dass Kernkraft-, Wasser-, Kohle- und Erdgaskraftwerke (in dieser Reihenfolge) eine Größenordnung effektiver sind als Photovoltaik und Windkraft.“
Laut der U.S. Energy Information Administration sind fossile Brennstoffe wie Kohle, Erdöl und Erdgas seit dem späten 19. Jahrhundert die Hauptenergiequellen. Bis in die 1990er Jahre waren Wasserkraft und feste Biomasse die am häufigsten genutzten erneuerbaren Energiequellen. Seitdem ist die Energiemenge aus Biokraftstoffen, Solar- und Windenergie gestiegen.
Der EROI für Öl ist in den letzten hundert Jahren drastisch gesunken. Die Energiemenge, die zur Produktion eines Barrel Öl benötigt wird, ist gesunken, da effizientere Methoden wie Fracking eingeführt wurden.
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