Erzwungener Börsengang IPO
Verstehen von erzwungenen Börsengängen und deren Auswirkungen
Wichtige Erkenntnisse
- Ein erzwungener Börsengang (IPO) erfolgt, wenn ein privates Unternehmen mehr als 500 Aktionäre und ein Vermögen von über 10 Millionen Dollar hat.
- Im Gegensatz zu freiwilligen Börsengängen werden erzwungene Börsengänge in erster Linie durch regulatorische Anforderungen und nicht durch Wachstumsambitionen ausgelöst.
- Unternehmen können versuchen, einen erzwungenen Börsengang zu verzögern, indem sie die Eigentümerstruktur konsolidieren, um die Aktionärsgrenze zu unterschreiten.
- Ein Börsengang bringt erhebliche Transparenz- und Compliance-Kosten mit sich, die einige Unternehmen lieber vermeiden.
- Alternativen wie Private Equity bieten heute Möglichkeiten, Kapital zu beschaffen, ohne an die Börse zu gehen.
Was ist ein erzwungener Börsengang?
Ein erzwungener Börsengang (IPO) liegt vor, wenn ein privates Unternehmen gezwungen ist, sich zu registrieren und öffentliche Berichte zu veröffentlichen, nachdem es die Schwellenwerte der Securities and Exchange Commission (SEC) überschritten hat – in der Regel mehr als 10 Millionen Dollar an Vermögenswerten und 2.000 eingetragene Aktionäre oder 500 nicht akkreditierte Aktionäre. Dieser Schritt kann zu erhöhter Prüfung und Compliance-Kosten führen, weshalb viele Firmen versuchen, die Anzahl der Aktionäre zu begrenzen oder Private-Equity-Strukturen zu nutzen, um privat zu bleiben.
Die Funktionsweise erzwungener Börsengänge verstehen
Der häufigste Auslöser für einen erzwungenen Börsengang ist, dass das betreffende Unternehmen auf über 500 eingetragene Aktionäre angewachsen ist und gleichzeitig ein Vermögen von mindestens 10 Millionen Dollar besitzt. Unter diesen Umständen muss das Unternehmen einen Börsengang durchführen und unterliegt dann den erhöhten Berichts- und Prüfungsanforderungen, die für öffentliche Unternehmen gelten.1
Obwohl die meisten Unternehmer den Börsengang als ein sehr begehrtes Ziel betrachten, ziehen es einige Unternehmen bewusst vor, so lange wie möglich in Privatbesitz zu bleiben. Denn private Unternehmen können ohne die umfangreichen Transparenzanforderungen agieren, die von öffentlichen Unternehmen verlangt werden – einschließlich jährlicher Prüfungen und der Veröffentlichung detaillierter vierteljährlicher Finanzberichte.
Neben den Kosten können diese Standards dazu führen, dass sich das Management und die Eigentümer eines Unternehmens übermäßig auf kurzfristige Ziele konzentrieren, wie etwa das Erreichen der vierteljährlichen Gewinn-pro-Aktie (EPS)-Ziele, die von Investmentanalysten vorgegeben werden. Aus diesem Grund könnten Eigentümer und Manager das Privatbleiben als das beste Mittel ansehen, um den Fokus und die Kontrolle zu behalten.
Dennoch werden private Unternehmen, die ein bestimmtes Wachstumsniveau erreichen, in der Regel eine der Schwellen überschreiten, die einen erzwungenen Börsengang auslösen – insbesondere hinsichtlich der Regel über 10 Millionen Dollar Unternehmensvermögen. Unternehmen, die den erzwungenen Börsengang möglichst lange vermeiden möchten, versuchen dies oft, indem sie ihre Eigentümerstruktur konsolidieren. Dabei kaufen größere Aktionäre kleinere Anteile auf, um die Gesamtzahl der eingetragenen Aktionäre unter der 500-Personen-Grenze zu halten. Diese Strategie kann sich jedoch auf lange Sicht als nicht nachhaltig erweisen.
Wichtig
In der Vergangenheit betrachteten Unternehmer den Börsengang oft als den besten Weg, um erhebliche Geldbeträge für ihr Unternehmen zu beschaffen. Mit dem Aufstieg der Private-Equity-Branche in den letzten Jahrzehnten ist dies jedoch nicht mehr unbedingt der Fall. Tatsächlich ist es heute für private Unternehmen möglich, vergleichbare Geldbeträge ausschließlich von privaten Geldgebern zu beschaffen – und damit möglicherweise die Vorteile eines Börsengangs zu genießen, ohne dessen laufende Aufsichtsanforderungen.
Die sich entwickelnde Landschaft der Börsengänge: Der Einfluss von Private Equity
Ein bemerkenswertes Beispiel für einen erzwungenen Börsengang war der von Alphabet (GOOGL), der 2004 stattfand.2 Obwohl der Börsengang erfolgreich war und etwa 1,2 Milliarden Dollar einbrachte, war das Unternehmen selbst nicht begeistert von seinem Börsengang. Stattdessen wurde seine Entscheidung weitgehend durch regulatorische Erwägungen bestimmt, da es die von der SEC vorgeschriebene 500-Aktionärsgrenze überschritten hatte.
Der gleiche Dynamik trat verstärkt beim Börsengang von Facebook (FB) im Jahr 2012 auf. Das Unternehmen war gezwungen, an die Börse zu gehen, weil es die Aktionärsgrenze überschritten hatte, und sammelte bei dem daraus resultierenden Börsengang über 100 Milliarden Dollar ein.3