Faktorinvestieren
Faktorinvestitionen verstehen: Eine Strategie für markterfahrene Anleger
Wichtige Erkenntnisse
- Factor Investing untersucht verschiedene Attribute, die Renditen beeinflussen, einschließlich makroökonomischer sowie fundamentaler und statistischer Faktoren, um Vermögenspreise zu analysieren und zu erklären.
- Beliebte Faktoren, die von Anlegern genutzt werden, umfassen: Wachstum vs. Wert; Marktkapitalisierung; Bonität; und Aktienkursvolatilität, neben einigen anderen.
- Smart Beta ist eine gängige Anwendung einer Factor-Investing-Strategie.
Was ist Factor Investing?
Factor Investing ist eine Anlagestrategie, bei der Wertpapiere basierend auf Attributen wie Größe, Wert oder Momentum ausgewählt werden, die mit höheren Renditen verbunden sind. Diese Art des Investierens zielt darauf ab, Risiken zu reduzieren, die sonst in einem Wertpapierportfolio verborgen sein könnten. Befürworter des Factor Investings argumentieren, dass diese Strategie es Anlegern ermöglicht, bessere Entscheidungen zu treffen.
Arten von Faktoren
Die beiden Hauptarten von Faktoren sind makroökonomische Faktoren und Stilfaktoren. Makroökonomische Faktoren erfassen breite Risiken über Anlageklassen hinweg. Stilfaktoren zielen darauf ab, Renditen und Risiken innerhalb von Anlageklassen zu erklären.
Einige gängige makroökonomische Faktoren umfassen Inflationsraten, BIP-Wachstum und die Arbeitslosenquote. Stilfaktoren umfassen Wachstums- versus Substanzaktien, Marktkapitalisierung, Kursmomentum und Branchensektor.
Hinweis
Weitere Überlegungen umfassen mikroökonomische Faktoren, wie die Bonität eines Unternehmens, Aktienliquidität und Aktienkursvolatilität, sowie Restrisiko, das vom Faktormodell nicht erfasst wird.
Factor Investing verstehen
Factor Investing soll die Diversifikation verbessern, überdurchschnittliche Renditen erzielen und Risiken managen.
Portfoliodiversifikation ist seit langem eine beliebte Taktik zur Risikominderung, aber die Vorteile der Diversifikation gehen verloren, wenn die ausgewählten Wertpapiere sich gleichläufig mit dem breiteren Markt bewegen. Zum Beispiel könnte ein Anleger eine Mischung aus Aktien und Anleihen wählen, die alle an Wert verlieren, wenn bestimmte Marktbedingungen eintreten. Die gute Nachricht ist, dass Factor Investing potenzielle Risiken ausgleichen kann, indem es auf breite, beständige und langjährig anerkannte Renditetreiber abzielt.
Im Vergleich zu traditionellen Portfolioallokationen wie 60% Aktien und 40% Anleihen kann Factor Investing überwältigend und schwierig umzusetzen erscheinen. Um ihren Ansatz zu vereinfachen, können Anfänger des Factor Investings sich auf Elemente wie Stil (Wachstum vs. Wert), Größe (Large Cap vs. Small Cap) und Risiko (Beta) konzentrieren. Diese Attribute sind für die meisten Wertpapiere leicht verfügbar und werden auf beliebten Aktienforschungswebsites aufgeführt.
Grundlagen des Factor Investings
Wert
Value zielt darauf ab, Überrenditen aus Aktien zu erzielen, die im Verhältnis zu ihren Fundamentaldaten niedrige Preise aufweisen. Dies wird üblicherweise durch Bewertungskennzahlen wie Kurs-Buchwert-Verhältnis, Kurs-Gewinn-Verhältnis, Dividenden und freien Cashflow verfolgt.1
Größe
Historisch gesehen weisen Portfolios, die einige Small-Cap-Aktien enthalten, höhere Renditen auf als Portfolios mit nur Large-Cap-Aktien. Anleger können die Größe erfassen, indem sie die Marktkapitalisierung einer Aktie betrachten.2
Momentum
Aktien, die in der Vergangenheit besser abgeschnitten haben, neigen dazu, auch in Zukunft starke Renditen zu erzielen. Eine Momentum-Strategie basiert auf relativen Renditen über einen Zeitraum von drei Monaten bis einem Jahr.3
Qualität
Qualität wird definiert durch niedrige Verschuldung, stabile Gewinne und konsistentes Vermögenswachstum. Anleger können Qualitätsaktien anhand gängiger Finanzkennzahlen wie Eigenkapitalrendite, Verschuldungsgrad und Gewinnvariabilität identifizieren.4
Volatilität
Empirische Forschung deutet darauf hin, dass Aktien mit geringer Volatilität höhere risikobereinigte Renditen erzielen als stark volatile Anlagen.5 Die Messung der Standardabweichung über einen Zeitraum von einem bis drei Jahren ist eine gängige Methode zur Erfassung des Betas.
Mira Norian / Investopedia
Beispiel: Das Drei-Faktor-Modell von Fama und French
Ein weit verbreitetes Multi-Faktor-Modell ist das Drei-Faktor-Modell von Fama und French, das auf dem Capital Asset Pricing Model (CAPM) aufbaut. Entwickelt von den Ökonomen Eugene Fama und Kenneth French, nutzt das Fama-French-Modell drei Faktoren:
Die Größe der Unternehmen
Buchwert-Marktwert-Verhältnisse
Überrendite des Marktes
In der Terminologie des Modells werden die drei Faktoren als SMB (Small Minus Big), HML (High Minus Low) und die Rendite des Portfolios abzüglich des risikofreien Zinssatzes bezeichnet. SMB steht für börsennotierte Unternehmen mit kleiner Marktkapitalisierung, die höhere Renditen erzielen, während HML für Substanzaktien mit hohem Buchwert-Marktwert-Verhältnis steht, die höhere Renditen als der Markt erzielen.6
Tipp
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