Fasb_157
FAS 157 verstehen: Fair Value Accounting Standard erklärt
Wichtige Erkenntnisse
- FAS 157, heute als ASC Topic 820 bezeichnet, ist ein 2006 vom FASB eingeführter Standard zur Bewertung zum beizulegenden Zeitwert.
- Er etablierte eine 3-stufige Hierarchie für die Vermögensbewertung, die von leicht bewertbaren Level-1-Vermögenswerten bis zu komplexen Level-3-Vermögenswerten reicht.
- Level-1-Vermögenswerte werden mark-to-market bewertet, während Level-3-Vermögenswerte komplexe Modelle und Annahmen für die Bewertung erfordern.
- Die Finanzkrise 2008 verdeutlichte die Herausforderungen der Fair-Value-Bilanzierung, was zu Anpassungen bei der Bewertung illiquider Vermögenswerte führte.
- Die historische Kostenrechnung wurde durch den beizulegenden Zeitwert ersetzt, um die Bewertung illiquider Vermögenswerte zu standardisieren.1
Was ist der Financial Accounting Standard 157 (FAS 157)?
Der Financial Accounting Standard 157 (FAS 157), heute bekannt als Accounting Standards Code Topic 820, ist das Rahmenwerk des Financial Accounting Standards Board (FASB) zur Messung des beizulegenden Zeitwerts mit größerer Klarheit und Konsistenz.
Er führte eine dreistufige Hierarchie zur Bewertung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten ein, die besonders während der Subprime-Krise herausfordernd wurde, als Marktvolatilität die Bewertung illiquider Vermögenswerte erschwerte. Die Betonung transparenter Bewertung durch den Standard hob sowohl den Bedarf an klareren Richtlinien als auch die Belastung hervor, der Fair-Value-Messungen in angespannten Märkten ausgesetzt sein können.234
Das Rahmenwerk von FAS 157 erklärt
Der Financial Accounting Standard 157 (FAS 157) etablierte ein einheitliches Rahmenwerk zur Schätzung des beizulegenden Zeitwerts bei fehlenden notierten Preisen, basierend auf dem Konzept eines „Exit-Preises“ und einer 3-stufigen Hierarchie, die den Grad des Ermessens widerspiegelt, der bei der Schätzung des beizulegenden Zeitwerts erforderlich ist – von marktbasierten Preisen bis hin zu illiquiden Level-3-Vermögenswerten, bei denen kein beobachtbarer Markt existiert und Bewertungen auf proprietären internen Informationen, wie der letzten Finanzierungsrunde, basieren müssen.
Kurz nach der Einführung von FAS 157 stellte die Subprime-Krise seine subjektiven Messgrößen des beizulegenden Zeitwerts auf die Probe. Die Volatilität der Aktienmärkte und illiquide Märkte beeinträchtigten die Fair-Value-Bilanzierungsmodelle erheblich und zwangen Private-Equity-Firmen, den Wert von Vermögenswerten in ihren Bilanzen abzuwerten – was eine destruktive Rückkopplungsschleife von Wertberichtigungen auslöste, die die Solvenz des Bankensystems bedrohte. Da volatile Märkte und Fair-Value-Bilanzierung ein verzerrtes Bild der wahren finanziellen Lage eines Unternehmens vermitteln können, hat das FASB den Unternehmen seitdem mehr Spielraum bei der Bewertung illiquider Vermögenswerte eingeräumt.
Historischer Kontext und Übergang zum beizulegenden Zeitwert
Vor 2008 basierten Bewertungen auf der historischen Kostenrechnung und nicht auf flexiblen Mark-to-Market-Schätzungen, da dies allgemein als konservativer und zuverlässiger galt. Aber die Private-Equity-Branche setzte sich für eine Änderung ein, da die Verwendung historischer Kosten keine einfache Vergleichbarkeit zwischen Unternehmen ermöglicht und man die faire Bewertung illiquider Vermögenswerte standardisieren wollte.
Im Jahr 2016 hielt T. Rowe Price eine Bewertung von 10 Milliarden US-Dollar für Dropbox für irrational und senkte sie um 51% auf 9,40 US-Dollar pro Aktie.5 Als Dropbox im März 2018 an die Börse ging, eröffneten die Aktien bei 29 US-Dollar pro Aktie, und die Marktbewertung stieg am Tag nach dem Börsengang auf etwa 13 Milliarden US-Dollar.6
Aufschlüsselung der Bewertungsstufen von Vermögenswerten in FAS 157
Die FASB-157-Kategorien für die Vermögensbewertung erhielten die Codes Level 1, Level 2 und Level 3. Jede Stufe unterscheidet sich danach, wie genau Vermögenswerte bewertet werden können, wobei Level-1-Vermögenswerte am einfachsten zu bewerten sind.1
Level 1
Level-1-Vermögenswerte sind solche, die nach leicht beobachtbaren Marktpreisen bewertet werden. Diese Vermögenswerte können mark-to-market bewertet werden und umfassen Schatzwechsel, marktfähige Wertpapiere, Fremdwährungen und Goldbarren.
Level 2
Diese Vermögenswerte und Verbindlichkeiten haben keine regelmäßige Marktpreisfeststellung, können aber auf Basis von notierten Preisen in inaktiven Märkten oder Modellen mit beobachtbaren Inputfaktoren wie Zinssätzen, Ausfallraten und Zinskurven mit einem beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Ein Zinsswap ist ein Beispiel für einen Level-2-Vermögenswert.
Level 3
Level 3 ist die am wenigsten mark-to-market orientierte Kategorie, bei der die Vermögenswerte auf Modellen und nicht beobachtbaren Inputfaktoren basieren – Annahmen von Marktteilnehmern werden bei der Preisbestimmung des Vermögenswerts oder der Verbindlichkeit verwendet, da keine leicht verfügbaren Marktinformationen vorliegen. Level-3-Vermögenswerte werden nicht aktiv gehandelt, und ihre Werte können nur durch eine Kombination aus komplexen Marktpreisen, mathematischen Modellen und subjektiven Annahmen geschätzt werden.
Beispiele für Level-3-Vermögenswerte sind hypothekenbesicherte Wertpapiere (MBS), Private-Equity-Anteile, komplexe Derivate, ausländische Aktien und notleidende Schuldtitel. Der Prozess der Schätzung des Werts von Level-3-Vermögenswerten wird als Mark-to-Management bezeichnet.