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Fat-Finger-Fehler

Was ist ein Fat-Finger-Fehler? Definition und Beispiele aus der Praxis



Wichtige Erkenntnisse


  • Ein Fat-Finger-Fehler ist ein menschlicher Fehler, bei dem falsche Informationen, wie Zahlen, versehentlich aufgrund eines Tippfehlers eingegeben werden.
  • Diese Fehler können die Finanzmärkte stören, unbeabsichtigte Geschäfte und erhebliche finanzielle Verluste verursachen.
  • Sicherheitsmaßnahmen wie Handelsbestätigungen und automatisierte Systeme helfen, Fat-Finger-Fehler im Handel zu verhindern.
  • Schnelle Erkennung und Korrektur sind entscheidend, um die Auswirkungen solcher Fehler bei Finanztransaktionen zu minimieren.


Was ist ein Fat-Finger-Fehler?


Ein Fat-Finger-Fehler ist ein häufiger Fehler, bei dem jemand versehentlich die falsche Taste an einem Computer drückt, was zu falscher Dateneingabe führt, wie z.B. Handelsfehler auf den Finanzmärkten. Diese Fehler können geringfügig sein oder erhebliche finanzielle Auswirkungen haben, wie unbeabsichtigte Aktienverkäufe oder -käufe.

Zum Beispiel: Wenn ein Händler den Auftrag erhält, 1.000 Aktien von Apple Inc. (AAPL) zum Marktpreis zu verkaufen, und fälschlicherweise 1.000.000 Aktien zum Verkauf zum Marktpreis eingibt, kann der Verkaufsauftrag mit jedem Kaufauftrag zum Geldkurs abgewickelt werden, bis er ausgeführt ist.



Die Mechanik von Fat-Finger-Fehlern verstehen


In der Praxis richten die meisten Maklerfirmen, Investmentbanken und Hedgefonds Filter in ihren Handelsplattformen ein, die Händler auf Eingaben außerhalb der üblichen Marktparameter aufmerksam machen oder verhindern, dass fehlerhafte Aufträge platziert werden. Die meisten US-Börsen wie die New Yorker Börse (NYSE), NASDAQ und die Amerikanische Börse (AMEX) verlangen, dass fehlerhafte Geschäfte innerhalb von 30 Minuten nach der Ausführung gemeldet werden.

Im Nachgang des 'Flash Crash' vom 6. Mai 2010, der einen erheblichen, schnellen und unerwarteten Rückgang der US-Aktienindizes verursachte, war eine frühe Erklärung ein Fat-Finger-Fehler. Die Idee war, dass ein Händler einen Auftrag falsch eingegeben hatte, nämlich in Milliardenhöhe statt in Millionen.

Nach weiteren Untersuchungen stellten das Federal Bureau of Investigation (FBI) und die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) jedoch fest, dass der Flash Crash tatsächlich durch falsche Verkaufsaufträge eines Hochfrequenzhandelsalgorithmus verursacht wurde.



Kurzer Fakt


Fat-Finger-Fehler können vermieden werden, wenn Firmen Limits für den Dollar- oder Volumenbetrag von Aufträgen festlegen, Autorisierungen für Geschäfte über einem bestimmten Dollarwert verlangen und Algorithmen sowie andere computergestützte Prozesse zur Eingabe von Geschäften verwenden, anstatt dass Händler sie manuell eingeben.



Beispiele für Fat-Finger-Handelsfehler aus der Praxis


Einige Beispiele für Fat-Finger-Handelsfehler sind die folgenden:

Ein Fat-Finger-Fehler wurde für einen Einbruch des britischen Pfunds um 6 % im Jahr 2016 verantwortlich gemacht.

Ein Junior-Mitarbeiter der Deutschen Bank hat 2015 versehentlich 6 Milliarden US-Dollar an einen Hedgefonds überwiesen, nachdem er fälschlicherweise die 'Bruttozahl' anstelle des Nettowerts eingegeben hatte. Die Deutsche Bank holte die Gelder am nächsten Tag zurück.

Im Jahr 2014 gab ein Händler bei Mizuho Securities versehentlich Aufträge im Wert von über 600 Milliarden US-Dollar für führende japanische Aktien auf; der Preis und das Datenvolumen wurden in derselben Spalte eingegeben. Glücklicherweise wurden die meisten Aufträge storniert, bevor sie ausgeführt wurden.



Strategien zur Vermeidung von Fat-Finger-Fehlern


Die folgenden Prozesse und Verfahren können Fat-Finger-Fehler reduzieren:



Grenzen setzen


Unternehmen können Fat-Finger-Handelsfehler minimieren, indem sie Filter auf ihren Handelsplattformen einrichten. Ein Filter könnte eingerichtet werden, um zu verhindern, dass ein Geschäft platziert wird, wenn es über einem bestimmten Dollar- oder Volumenbetrag liegt – zum Beispiel, wenn ein Auftrag über 2 Millionen US-Dollar oder 500.000 Aktien liegt.



Autorisierung


Die Anforderung einer Autorisierung für Geschäfte, die einen bestimmten Betrag überschreiten, kann Fat-Finger-Fehler reduzieren. Beispielsweise könnte ein Wertpapierhaus verlangen, dass der leitende Händler Geschäfte autorisieren und freigeben muss, die 500.000 US-Dollar übersteigen.



Automatisierung


Die Verwendung von Handelsalgorithmen und Straight-Through-Processing zur Eingabe von Aufträgen minimiert das Risiko von Fat-Finger-Fehlern. Das manuelle Platzieren einer großen Anzahl von Aufträgen über einen Handelstag kann mühsam sein und die Wahrscheinlichkeit von Fehlern erhöhen. Aufträge, die direkt in das Handelssystem des Unternehmens eingespeist werden, verringern das Risiko menschlicher Fehler.

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