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Fed-Sprech

Verständnis von Fed Speak: Greenspans Strategie und ihre Auswirkungen



Wichtige Erkenntnisse


  • Fed speak beinhaltet das absichtliche Verwenden vager Aussagen, um Markterwartungen zu steuern.
  • Alan Greenspan nutzte Fed speak, um vorweggenommene Marktreaktionen auf politische Änderungen zu verhindern.
  • Die Technik zielt darauf ab, die Auswirkungen der Geldpolitik unerwartet zu halten, um eine effektive wirtschaftliche Einflussnahme zu ermöglichen.
  • Ben Bernanke ersetzte Fed speak durch forward guidance für eine klarere politische Kommunikation.
  • Greenspans Strategie wurde sowohl kritisiert als auch für die wirtschaftliche Stabilität während seiner Amtszeit gelobt.


Was ist Fed Speak?


Fed speak bezieht sich auf einen Kommunikationsstil des Federal Reserve Board, der am engsten mit dem ehemaligen Vorsitzenden Alan Greenspan verbunden ist und auf vagen und wortreichen Aussagen beruht.

Dieser Ansatz zielte darauf ab, die Erwartungen der Anleger zu steuern, indem Marktüberreaktionen auf politische Signale begrenzt wurden. Die Fed wechselte später zu einer klareren Kommunikation durch forward guidance unter Ben Bernanke, die eine größere Transparenz betonte.



Entschlüsselung von Fed Speak: Steuerung von Erwartungen in der Geldpolitik


Fed speak ist eine Technik zur Steuerung der Erwartungen von Anlegern und der Öffentlichkeit hinsichtlich der aktuellen und zukünftigen Geldpolitik. Fed speak versucht, die Absichten der politischen Entscheidungsträger absichtlich zu verschleiern, um zu verhindern, dass Märkte deren Auswirkungen vorwegnehmen und die Preise entsprechend anpassen.

Alan Greenspan, der von 1986 bis 2006 Vorsitzender der Fed war, war bekannt für vage Aussagen, die nicht leicht zu interpretieren waren. So lautete beispielsweise nach einer Rede Greenspans im Jahr 1995 eine Schlagzeile der New York Times 'Doubts Voiced by Greenspan on a Rate Cut', während die Schlagzeile der Washington Post an diesem Tag 'Greenspan Hints Fed May Cut Interest Rates' lautete. Greenspans Nachfolger, beginnend mit Ben Bernanke, waren für direktere Aussagen bekannt.

Das Ziel hinter Greenspans Fed speak basiert auf der ökonomischen Theorie der rationalen Erwartungen, insbesondere der Arbeit des Nobelpreisträgers Robert Lucas. Diese Theorie besagt, dass Marktteilnehmer, wenn sie einen geldpolitischen Schritt der Fed vorhersehen können, rationale Erwartungen über die letztendlichen Auswirkungen der Änderung der Geldpolitik auf Preise und Zinssätze bilden und dass diese rationalen Erwartungen schnell in die aktuellen Preise und Zinssätze einfließen.

Wenn sich Preise und Zinssätze jedoch sofort an die neue Geldpolitik anpassen können, wird die Politik tendenziell wenig oder keine Auswirkungen auf die realen wirtschaftlichen Leistungsindikatoren wie Beschäftigung und reale Produktion haben. Beispielsweise würde eine vollständig antizipierte expansive Politik nur zu einer höheren Preissteigerungsrate und höheren nominalen langfristigen Zinssätzen führen, ohne die Arbeitslosigkeit zu senken. Somit können rationale Erwartungen und kompensierendes Verhalten der Marktteilnehmer die Fähigkeit der Fed beeinträchtigen, politische Ziele in Bezug auf Vollbeschäftigung und Wirtschaftswachstum zu erreichen. Nach dieser Theorie können nur unerwartete geldpolitische Änderungen, die sich durch die verschiedenen von Ökonomen beschriebenen Übertragungsmechanismen arbeiten, die reale Produktion und Beschäftigung verändern.

Um die Arbeitslosigkeit zu senken und das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, müsste die Fed also verhindern, dass Marktteilnehmer ihre Geldpolitik antizipieren. Es ist allgemein bekannt, dass Greenspans Fed speak genau dies bezwecken sollte. Durch bewusst vage und verwirrende Sprache hoffte er, zu verhindern, dass Marktteilnehmer geldpolitische Entscheidungen vorwegnehmen.

Zu dieser Zeit wurde Greenspans Strategie des Fed speak kritisiert und manchmal als obskurantistisch und gegen den Markt gerichtet verspottet. Diese Kritik wurde jedoch durch die Tatsache aufgewogen, dass Greenspans Amtszeit als Fed-Chef durch einigermaßen stabiles Wirtschaftswachstum und relativ milde und seltene Rezessionen gekennzeichnet war. Einige Wirtschaftsforschungen haben jedoch tatsächlich gezeigt, dass Marktunsicherheit in Bezug auf die Geldpolitik selbst negative Folgen für das Finanzsystem und die Wirtschaft haben kann.

Greenspans Strategie wurde durch ein anderes Denken darüber ersetzt, wie die Erwartungen von Anlegern und der Öffentlichkeit unter seinem Nachfolger Ben Bernanke zu steuern sind. Die neue Strategie, bekannt als forward guidance, bestand darin, sehr klare Absichtserklärungen für die laufende Geldpolitik abzugeben, mit dem Ziel, Erwartungen zu formen, um Preise und Zinssätze so zu lenken, dass sie die geldpolitischen Ziele unterstützen. Diese erneute Transparenz soll auch die Marktunsicherheit in Bezug auf die Geldpolitik verringern, insbesondere in Zeiten von Wirtschaftskrisen oder Rezessionen. Seit dem Ende von Greenspans Vorsitz ist sie zur allgemeinen Norm für die US-Geldpolitik geworden.

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