Forfaitierung
Forfaiting erklärt: Wie es funktioniert, Vorteile und Beispiele aus der Praxis
Was ist Forfaiting?
Forfaiting ist eine Finanzierungsmethode, die es Exporteuren ermöglicht, sofortige Liquidität zu erhalten, indem sie ihre mittel- und langfristigen Forderungen – den Betrag, den ein Importeur dem Exporteur schuldet – mit einem Abschlag über einen Intermediär verkaufen. Dies beschleunigt die Zahlung, und der Exporteur eliminiert das Risiko, indem er den Verkauf ohne Rückgriff tätigt. Er haftet nicht für einen möglichen Zahlungsausfall des Importeurs.
Der Forfaiter ist die Einzelperson oder juristische Person, die die Forderungen kauft. Der Importeur zahlt dann den Betrag der Forderungen an den Forfaiter. Ein Forfaiter ist in der Regel eine Bank oder ein Finanzunternehmen, das sich auf Exportfinanzierung spezialisiert hat. Es gewährleistet den Prozess. Forfaiting ist am vorteilhaftesten bei großen internationalen Transaktionen.
Wichtige Erkenntnisse
- Forfaiting bietet Exporteuren eine Möglichkeit, sofortige Zahlungen zu erhalten, indem sie Forderungen mit einem Abschlag über Vermittler wie Banken verkaufen, wodurch Kredit- und Transferrisiken minimiert werden.
- Diese Finanzierungsmethode wandelt Forderungen in handelbare Schuldtitel um und bietet zusätzliche Liquiditätsoptionen auf Sekundärmärkten mit Laufzeiten, die typischerweise zwischen einem und drei Jahren liegen.
- Durch die Umwandlung eines kreditbasierten Verkaufs in eine Barzahlung verbessert Forfaiting den Cashflow für Exporteure und entfernt Forderungen aus ihren Bilanzen.
- Während Forfaiting das Risiko für den Exporteur verringert, kann es kostspielig sein und ist in der Regel nur für Transaktionen über 100.000 US-Dollar anwendbar, mit Ausnahme von Zahlungsaufschüben.
- Das Fehlen internationaler Kreditgarantien und ausgewählte Währungsbeschränkungen können die Verfügbarkeit von Forfaiting beeinträchtigen, insbesondere in Entwicklungsländern.
Verständnis des Forfaiting-Prozesses
Der Kauf der Forderungen durch einen Forfaiter beschleunigt die Zahlung und den Cashflow für den Exporteur. Die Bank des Importeurs garantiert in der Regel den Betrag.
Der Kauf eliminiert das Kreditrisiko bei einem Kreditverkauf an einen Importeur. Forfaiting erleichtert die Transaktion für einen Importeur, der sich die vollständige Zahlung der Ware bei Lieferung nicht leisten kann.
Die Forderungen des Importeurs werden zu einem Schuldtitel, der auf einem Sekundärmarkt gehandelt werden kann. Die Forderungen liegen typischerweise in Form von unbedingten Wechseln oder Schuldscheinen vor, die rechtlich durchsetzbar sind und somit dem Forfaiter oder einem späteren Käufer der Schuld Sicherheit bieten.
Diese Schuldtitel haben Laufzeiten von einem Monat bis zu 10 Jahren. Die meisten Laufzeiten liegen zwischen einem und drei Jahren nach dem Verkauf.
Kurzer Fakt
Forfaiting wird häufig bei großen internationalen Verkäufen von Rohstoffen oder Investitionsgütern mit einem Wert von über 100.000 US-Dollar eingesetzt.
Vor- und Nachteile von Forfaiting
Vorteile
Forfaiting eliminiert das Risiko des Zahlungsausfalls für den Exporteur. Die Praxis schützt auch vor Kreditrisiko, Transferrisiko und den Risiken durch Wechselkurs- oder Zinsänderungen. Forfaiting vereinfacht Transaktionen, indem kreditbasierte Verkäufe in Bargeldtransaktionen umgewandelt werden. Dieser Kredit-zu-Bargeld-Prozess verschafft dem Verkäufer sofortigen Cashflow und eliminiert Inkassokosten. Zudem kann der Exporteur die Forderungen (eine Verbindlichkeit) aus seiner Bilanz entfernen.
Forfaiting ist flexibel. Ein Forfaiter kann sein Angebot an die Bedürfnisse eines Exporteurs anpassen und es auf verschiedene internationale Transaktionen abstimmen. Exporteure können Forfaiting anstelle von Kredit- oder Versicherungsschutz für einen Verkauf nutzen. Forfaiting ist hilfreich in Situationen, in denen ein Land oder eine bestimmte Bank in dem Land keinen Zugang zu einer Exportkreditagentur (ECA) hat. Es ermöglicht Exporteuren, Geschäfte mit Käufern in politisch riskanten Ländern zu tätigen.
Nachteile
Forfaiting verringert Risiken für Exporteure, ist aber in der Regel teurer als die Finanzierung durch gewerbliche Kreditgeber und erhöht die Exportkosten. Diese höheren Kosten werden in der Regel auf den Importeur abgewälzt, als Teil der Standardpreisgestaltung. Darüber hinaus sind nur Transaktionen über 100.000 US-Dollar mit längeren Laufzeiten für Forfaiting geeignet, aber Forfaiting steht nicht für Zahlungsaufschübe zur Verfügung.
Es gibt eine gewisse Diskriminierung im Vergleich zu Industrieländern, wenn es um Entwicklungsländer geht. So werden beispielsweise nur ausgewählte Währungen für Forfaiting akzeptiert, da sie über internationale Liquidität verfügen. Keine internationale Kreditagentur garantiert Forfaiting-Unternehmen. Dieser Mangel an Garantie beeinträchtigt das langfristige Forfaiting.
Praktisches Beispiel für Forfaiting
Die Black Sea Trade & Development Bank (BSTDB) führt Forfaiting in ihrer Liste der Sonderprodukte auf, zusammen mit Underwriting, Hedging-Instrumenten, Finanzierungsleasing und Diskontierung. Die BSTDB wurde von 11 Gründungsländern – Albanien, Armenien, Aserbaidschan, Bulgarien, Georgien, Griechenland, Moldawien, Rumänien, Russland, der Türkei und der Ukraine – als Finanzierungsquelle für Entwicklungsprojekte gegründet.1
Die Bank erklärt, dass "die Verpflichtungen des Importeurs durch akzeptierte Wechsel oder Schuldscheine belegt werden, die eine Bank avalisiert oder garantiert." Die Mindestgröße der Operation, die die BSTDB durch Forfaiting finanzieren wird, beträgt fünf Millionen Euro mit einer Rückzahlungsfrist von einem bis fünf Jahren. Die Bank kann Options-, Bereitstellungs-, Kündigungs- oder Diskontsatzgebühren erheben.2