Forward Guidance
Verständnis der Forward Guidance in der Geldpolitik
Wichtige Erkenntnisse
- Forward Guidance ist die Kommunikation einer Zentralbank über die zukünftige Geldpolitik.
- Sie zielt darauf ab, finanzielle Entscheidungen zu beeinflussen und die Zinserwartungen zu lenken.
- Zentralbanken wie die Fed nutzen Forward Guidance, um Marktüberraschungen zu vermeiden.
- Forward Guidance hilft, die Finanzmärkte zu stabilisieren und das Vertrauen zu stärken.
- Die Fed setzt seit der Great Recession Forward Guidance ein, um die Zinsen niedrig zu halten.
Was ist Forward Guidance?
Forward Guidance ist ein Kommunikationsinstrument, das von Zentralbanken wie der Federal Reserve, der Bank of England und der Europäischen Zentralbank genutzt wird, um ihren wirtschaftlichen Ausblick zu teilen und den wahrscheinlichen Weg der Geldpolitik zu signalisieren.
Sie zielt darauf ab, Erwartungen über Zinssätze und die Bedingungen, die eine politische Wende auslösen könnten, zu formen, was Haushalten, Unternehmen und Investoren hilft, finanzielle Entscheidungen zu treffen und das Risiko von Marktüberraschungen zu verringern.
Wie Forward Guidance finanzielle Entscheidungen beeinflusst
Forward Guidance versucht, die finanziellen Entscheidungen von Haushalten, Unternehmen und Investoren zu beeinflussen, indem sie einen Leitfaden für den erwarteten Zinspfad bereitstellt. Die klaren Botschaften der Zentralbank an die Öffentlichkeit sind ein Instrument, um Überraschungen zu verhindern, die die Märkte stören und erhebliche Schwankungen der Vermögenspreise verursachen könnten.
Forward Guidance ist ein wichtiges Instrument der Federal Reserve (Fed) in den USA.1 Auch andere Zentralbanken wie die Bank of England (BOE), die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bank of Japan (BOJ) nutzen es.
Wichtig
Nahezu alle aktuellen Fed-Vorsitzenden, darunter Ben Bernanke, Janet Yellen und heute Jerome Powell, waren starke Befürworter der Forward Guidance. Vor der langen Amtszeit von Alan Greenspan war die Fed jedoch weitaus zurückhaltender, wenn es darum ging, ihre Absichten an den Markt zu kommunizieren.
Mechanismen der Forward Guidance in der Geldpolitik
Forward Guidance besteht darin, der Öffentlichkeit nicht nur mitzuteilen, was die Zentralbank zu tun beabsichtigt, sondern auch, unter welchen Bedingungen sie am Kurs festhalten wird und unter welchen Bedingungen sie ihren Ansatz ändern wird.
Zum Beispiel erklärte das Federal Open Market Committee (FOMC) der Fed Anfang 2014, dass es den Federal Funds Rate weiterhin an der unteren Grenze halten werde, bis die Arbeitslosenquote auf 6,5 % falle und die Inflation auf 2 % pro Jahr steige. Es sagte auch, dass das Erreichen dieser Bedingungen nicht automatisch zu einer Anpassung der Fed-Politik führen würde.2
Vorteile der Forward Guidance für Märkte und Einzelpersonen
Mit einem gewissen Gefühl dafür, wohin sich die Wirtschaft entwickeln könnte, können Einzelpersonen, Unternehmen und Investoren mehr Vertrauen in ihre Ausgaben- und Investitionsentscheidungen haben. Auch kann Forward Guidance dazu beitragen, dass die Finanzmärkte reibungsloser funktionieren. Wenn das FOMC beispielsweise andeutet, dass es eine Erhöhung des Federal Funds Rate in sechs Monaten erwartet, möchten potenzielle Hauskäufer möglicherweise Hypotheken vor einer möglichen Erhöhung der Hypothekenzinsen aufnehmen.
Wichtig
Während der FOMC-Sitzung vom 15. bis 16. März 2022 erhöhte die Fed die Zinssätze, um der steigenden Inflation entgegenzuwirken. Die Zielspanne der Fed wurde zum ersten Mal seit 2018 um 0,25 % (oder 25 Basispunkte) erhöht – von 0 % auf 0,25 % auf 0,25 % auf 0,50 %.34
Fallstudie: Forward Guidance durch die Federal Reserve
In den USA hat das FOMC der Fed die Forward Guidance seit der Great Recession als eines seiner wichtigsten Instrumente eingesetzt.5
Durch den Einsatz von Forward Guidance hat das FOMC seine Absicht kommuniziert, die Zinssätze so lange wie nötig niedrig zu halten, um die Kreditverfügbarkeit zu verbessern und die Wirtschaft anzukurbeln. Ebenso kommunizierte Fed-Vorsitzender Jerome Powell den Finanzmärkten, dass die Fed die US-Wirtschaft weiterhin unterstützen werde, bis die Auswirkungen der globalen Finanzkrise abgeklungen seien.6