Garantieanleihe
Garantierte Anleihe: Was es ist, wie es funktioniert
Was ist eine garantierte Anleihe?
Eine garantierte Anleihe ist ein Schuldtitel, der eine zusätzliche Garantie dafür bietet, dass Zins- und Tilgungszahlungen von einem Dritten geleistet werden, falls der Emittent aufgrund von Insolvenz oder Konkurs ausfällt. Eine garantierte Anleihe kann entweder kommunaler oder unternehmerischer Natur sein. Sie kann von einer Anleiheversicherungsgesellschaft, einem Fonds oder einer Gruppe, einer staatlichen Behörde oder den Muttergesellschaften von Tochtergesellschaften oder Joint Ventures, die Anleihen begeben, besichert werden.
Wichtige Erkenntnisse
- Eine garantierte Anleihe ist ein Schuldtitel, der verspricht, dass im Falle eines Zahlungsausfalls des Emittenten die Zins- und Tilgungszahlungen von einem Dritten geleistet werden.
- Unternehmen oder Kommunen, die Anleihen begeben, wenden sich an Garantiegeber – wie Finanzinstitute, Fonds, Regierungen oder Unternehmensbeteiligungen – wenn ihre eigene Kreditwürdigkeit schwach ist.
- Vorteilhaft sind garantierte Anleihen sehr sicher für Anleger und ermöglichen es Unternehmen, Finanzierungen oft zu besseren Konditionen zu erhalten, als dies sonst der Fall wäre.
- Nachteilig ist, dass garantierte Anleihen tendenziell niedrigere Zinsen zahlen als ihre nicht garantierten Gegenstücke; zudem sind sie für den Emittenten zeitaufwändiger und teurer, da er dem Garantiegeber eine Gebühr zahlen muss und sich oft einer Finanzprüfung unterziehen muss.
Wie eine garantierte Anleihe funktioniert
Unternehmens- und Kommunalanleihen sind Finanzinstrumente, die von Unternehmen oder staatlichen Stellen zur Kapitalbeschaffung genutzt werden. Im Grunde handelt es sich um Darlehen: Das emittierende Unternehmen leiht sich Geld von Anlegern, die die Anleihen kaufen. Dieses Darlehen hat eine bestimmte Laufzeit – so lange wie die Anleihelaufzeit – nach der die Anleihegläubiger ihr Kapital (also den ursprünglich investierten Betrag) zurückerhalten. Während der Laufzeit der Anleihe leistet der Emittent regelmäßige Zinszahlungen, sogenannte Kupons, an die Anleihegläubiger als Rendite für ihre Investition.
Wichtig
Viele Anleger kaufen Anleihen für ihre Portfolios aufgrund der jährlich erwarteten Zinserträge.
Allerdings besteht bei Anleihen ein inhärentes Ausfallrisiko, da das emittierende Unternehmen oder die Kommune möglicherweise nicht über ausreichende Cashflows verfügt, um ihre Zins- und Tilgungsverpflichtungen zu erfüllen. Das bedeutet, dass ein Anleihegläubiger auf periodische Zinszahlungen verzichten muss und – im schlimmsten Fall eines Emittentenausfalls – möglicherweise auch sein Kapital nie zurückerhält.
Um das Ausfallrisiko zu mindern und die Bonität ihrer Anleihen zu verbessern, kann ein Emittent eine zusätzliche Garantie für die von ihm geplante Anleihe suchen und so eine garantierte Anleihe schaffen. Eine garantierte Anleihe ist eine Anleihe, bei der die fristgerechten Zins- und Tilgungszahlungen von einem Dritten, wie einer Bank oder Versicherungsgesellschaft, besichert werden. Die Garantie der Anleihe beseitigt das Ausfallrisiko, indem sie einen Sicherungszahler schafft, falls der Emittent seine Verpflichtungen nicht erfüllen kann. Falls der Emittent seine Zinszahlungen und/oder Tilgungszahlungen nicht leisten kann, tritt der Garantiegeber ein und leistet die erforderlichen Zahlungen rechtzeitig.
Der Emittent zahlt dem Garantiegeber eine Prämie für dessen Schutz, die in der Regel zwischen 1% und 5% der Gesamtemission liegt.
Vorteile und Nachteile garantierter Anleihen
Garantierte Anleihen gelten als sehr sichere Anlagen, da die Anleihegläubiger nicht nur die Sicherheit des Emittenten, sondern auch die des garantierenden Unternehmens genießen. Darüber hinaus sind diese Anleihetypen für Emittenten und Garantiegeber gleichermaßen vorteilhaft. Garantierte Anleihen ermöglichen es Unternehmen mit schwacher Bonität, Schuldtitel zu begeben, wenn sie dies sonst nicht könnten, und zu besseren Konditionen. Emittenten können oft einen niedrigeren Zinssatz für Schulden erhalten, wenn ein Dritter als Garantiegeber auftritt, und der Dritte erhält eine Gebühr für die Übernahme des Risikos, das mit der Garantie der Schulden eines anderen Unternehmens verbunden ist.
Nachteilig: Aufgrund ihres geringeren Risikos zahlen garantierte Anleihen in der Regel einen niedrigeren Zinssatz als eine unversicherte Anleihe oder eine Anleihe ohne Garantie. Dieser niedrigere Zinssatz spiegelt auch die Prämie wider, die der Emittent an den Garantiegeber zahlen muss. Die Sicherung der Unterstützung durch eine externe Partei erhöht definitiv die Kosten der Kapitalbeschaffung für den Emittenten. Sie kann auch den gesamten Emissionsprozess verlängern und verkomplizieren, da der Garantiegeber natürlich eine Due-Diligence-Prüfung des Emittenten durchführt und dessen Finanzen und Bonität prüft.
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