Geografische Diversifikation
Geografische Diversifikation: Definition, Vorteile und Herausforderungen
Wichtige Erkenntnisse
- Geografische Diversifikation ist die Praxis, in verschiedene Regionen zu investieren, um Risiken zu minimieren und Renditen zu steigern.
- Sie bietet die Möglichkeit, sich gegen Konjunkturabschwünge in einer Region abzusichern, indem in Regionen mit anderen wirtschaftlichen Bedingungen investiert wird.
- Anleger können Zugang zu wachstumsstarken Märkten erhalten, müssen jedoch Risiken wie Währungsänderungen und politische Instabilität beachten.
- Sogar große multinationale Unternehmen nutzen geografische Diversifikation, um operative Risiken zu managen und von regionalem Wachstum zu profitieren.
- Zur geografischen Diversifikation können börsengehandelte Fonds (ETFs) in Betracht gezogen werden, die das Investieren in mehrere Regionen vereinfachen.
Was ist geografische Diversifikation?
Geografische Diversifikation wird im Investment- und Geschäftsbereich eingesetzt, um Vermögenswerte und Aktivitäten auf mehrere Länder oder Regionen zu verteilen, um Risiken zu verringern und potenziell die Renditen zu steigern. Dieser Ansatz hilft, die Risiken zu vermeiden, die mit der alleinigen Konzentration auf die wirtschaftlichen Trends eines einzelnen Landes verbunden sind, da verschiedene Regionen unabhängig voneinander Wachstum oder Rückgang erleben können. Durch geografische Diversifikation können Risiken wie Währungsschwankungen und politische Instabilität gemindert werden, während gleichzeitig von wirtschaftlichem Wachstum in verschiedenen Teilen der Welt profitiert wird.
Die Funktionsweise der geografischen Diversifikation
Wie die allgemeine Diversifikation basiert auch die geografische Diversifikation auf der Annahme, dass Finanzmärkte in verschiedenen Teilen der Welt nicht stark miteinander korreliert sind. Wenn beispielsweise die US-amerikanischen und europäischen Aktienmärkte aufgrund einer Rezession ihrer Volkswirtschaften fallen, könnte ein Anleger einen Teil seines Portfolios in Schwellenländer mit höheren Wachstumsraten wie China und Indien investieren.
Die meisten großen multinationalen Unternehmen weisen ebenfalls ein hohes Maß an geografischer Diversifikation auf. Dies ermöglicht es ihnen, Kosten zu senken, indem sie Produktionsstätten in kostengünstigen Regionen ansiedeln, und verringert die Auswirkungen von Währungsschwankungen auf ihre Abschlüsse. Darüber hinaus kann sich die geografische Diversifikation positiv auf die Umsätze eines Unternehmens auswirken, da wachstumsstarke Regionen die Effekte schwächerer Regionen ausgleichen.
Vor- und Nachteile der geografischen Diversifikation
Die Diversifikation eines Portfolios über verschiedene geografische Regionen kann Anlegern helfen, die Volatilität einer einzelnen Wirtschaftsregion auszugleichen und langfristig das Risiko im Vergleich zu weniger diversifizierten Portfolios zu reduzieren. Börsengehandelte Fonds und Investmentfonds haben das globale Investieren einfacher als je zuvor gemacht.
Die Diversifikation weg von entwickelten Volkswirtschaften bietet ebenfalls Vorteile. In fortgeschrittenen Märkten bieten viele Unternehmen ähnliche Produkte und Dienstleistungen an, was zu starkem Wettbewerb führt. Entwicklungsländer hingegen können weniger wettbewerbsintensiv sein und daher ein größeres Wachstumspotenzial bieten. Ein Unternehmen könnte beispielsweise mehr Wearables in einem asiatischen Land verkaufen als im gesamten US-Markt.
Das Gegenargument ist, dass alles in der globalen Wirtschaft bereits miteinander verbunden ist, sodass die Streuung Ihres Geldes über verschiedene Regionen nicht mehr den Diversifikationsvorteil bringt, den sie einst hatte. Zudem sind viele der großen Unternehmen, die Sie beispielsweise in einem in den USA registrierten Investmentfonds kaufen würden, bereits multinational tätig.
Schneller wachsende Volkswirtschaften können im Vergleich zu entwickelten Volkswirtschaften auch ein erhöhtes politisches Risiko, Währungsrisiko und allgemeines Marktrisiko mit sich bringen.
Wechselkurse beispielsweise sind ständig in Bewegung und könnten sich gegen Sie entwickeln. Eine Investition in Japan könnte beispielsweise in Dollar gerechnet fallen, wenn der Yen schwächer wird (d.h. es sind mehr Yen erforderlich, um einen Dollar zu kaufen). Allerdings kann das Investieren in mehrere Währungen – eine weitere Form der Diversifikation – eine zusätzliche Risikoreduzierung bieten.
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