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Geografische Preisgestaltung

Geografische Preisgestaltung verstehen: Strategien und Praxisbeispiele



Wichtige Erkenntnisse


  • Geografische Preisgestaltung passt Artikelpreise je nach Käuferstandort und Marktbedingungen an.
  • Preisunterschiede können auf Versandkosten, lokale Steuern oder Marktnachfrage zurückzuführen sein.
  • Unternehmen nutzen geografische Preisgestaltung, um Einnahmen in verschiedenen Märkten zu optimieren.
  • Steuern können Preisvariationen verursachen, selbst wenn die Versandkosten gleich bleiben.
  • Die Zonenpreisgestaltung in der Benzinbranche legt Preise basierend auf Standortfaktoren der Tankstelle fest, nicht auf Lieferkosten.


Was ist geografische Preisgestaltung?


Geografische Preisgestaltung ist die Praxis, den Preis eines Produkts basierend auf dem Standort des Käufers anzupassen. Unternehmen nutzen sie, um Faktoren wie Versandkosten und lokale Nachfrage zu berücksichtigen und Preise an die Tragfähigkeit verschiedener Märkte anzupassen. Dadurch wollen sie die Einnahmen über Regionen hinweg maximieren.



Eine tiefgehende Betrachtung der geografischen Preisgestaltung


In der Regel wenden Unternehmen die geografische Preisgestaltung an, um die unterschiedlichen Versandkosten widerzuspiegeln, die beim Transport von Waren zu verschiedenen Märkten anfallen. Wenn ein Markt näher am Ursprungsort der Waren liegt, kann der Preis niedriger sein als in einem weit entfernten Markt, wo die Transportkosten höher sind. Die Preise können auch dann niedriger sein, wenn die Waren in einem überfüllten Markt konkurrieren, in dem Verbraucher eine Reihe anderer qualitativ hochwertiger Optionen haben.

Höhere Preise zur Deckung höherer Versandkosten an entfernte Standorte können einen Verkäufer wettbewerbsfähiger machen, da seine Produkte einer größeren Anzahl von Kunden zur Verfügung stehen. Höhere Versandkosten könnten jedoch dazu führen, dass lokale Kunden den Kauf des aus der Ferne versendeten Produkts vermeiden und stattdessen günstigere lokale Produkte bevorzugen.

Die Preise werden auch davon beeinflusst, ob der Hersteller ein Preisnehmer oder ein Preismacher ist. Ein Preisnehmer ist ein Unternehmen oder eine Einzelperson, das/die sich mit dem vom Markt festgelegten Preis für das Produkt abfinden muss, da ihm/ihr Marktanteil oder Einfluss zur Preisbestimmung fehlen. Ein Preismacher hat den Marktanteil, um den Preis festzulegen.



Strategien zur Umsetzung der geografischen Preisgestaltung


Es liegt stets beim Verkäufer der Waren zu entscheiden, wie er sein Produkt bepreist, und basierend auf dieser Entscheidung wird das Ergebnis variieren. Beispielsweise kann der Verkäufer beschließen, sein Produkt an einem weit entfernten Standort zu verkaufen und die Versandkosten zu übernehmen, wodurch das Produkt auf einem ausländischen Markt wettbewerbsfähig bepreist wird. Dies kann zu geringeren Gewinnspannen oder gar keinen Gewinnen führen, könnte aber die Markenbekanntheit am neuen Standort erhöhen, um später einen Nutzen daraus zu ziehen.

Umgekehrt kann der Verkäufer die Versandkosten durch hohe Preise für das Produkt auf den Verbraucher abwälzen, was viele verschiedene Auswirkungen haben kann. Das Produkt könnte sich schlecht verkaufen, da es im Vergleich zu Wettbewerbern zu einem höheren Preis angeboten wird, oder der Verkäufer könnte eine Marketingkampagne durchführen, die das Produkt als qualitativ hochwertiges Luxusgut positioniert und so den höheren Preis rechtfertigt. In diesem Fall würde es möglicherweise nur von einem kleinen Teil der Bevölkerung gekauft, aber das könnte dennoch profitabel genug sein.



Faktoren, die geografische Preisentscheidungen beeinflussen


Steuern können ebenfalls eine Rolle spielen, selbst wenn Versandkosten kein Faktor sind. Ein in Massachusetts hergestelltes und in Washington verkauftes Produkt kann anders bepreist sein als dasselbe Produkt in Oregon. Während die Versandkosten ungefähr gleich wären, könnte die Tatsache, dass Oregon keine Umsatzsteuer hat, das Unternehmen dazu veranlassen, das Produkt in diesem Bundesstaat höher zu bepreisen als in Washington, das eine der höchsten Umsatzsteuersätze des Landes hat.

Auch wenn in einem Markt ein Angebots- und Nachfrageungleichgewicht besteht, selbst wenn es sich um ein vorübergehendes Phänomen handelt, kann ein Unternehmen darauf reagieren, indem es sein Produkt oder seine Dienstleistung in diesem Markt im Vergleich zu einem anderen geografischen Ort mit einem Aufschlag oder Abschlag bepreist.



Praktische Anwendung der geografischen Preisgestaltung


Eine Art der geografischen Preisgestaltung, die als "zone pricing" bezeichnet wird, ist in der Benzinbranche üblich. Diese Praxis beinhaltet, dass Ölgesellschaften Tankstellenbesitzern je nach Standort ihrer Tankstellen unterschiedliche Preise für dasselbe Benzin berechnen.

Abgesehen von Verbrauchssteuern basiert der Großhandelspreis und somit der Einzelhandelspreis auf Faktoren wie Konkurrenz durch andere Tankstellen in der Gegend, dem Verkehrsaufkommen der Tankstelle und dem durchschnittlichen Haushaltseinkommen in der Gegend – nicht auf den Kosten für die Lieferung von Benzin in die Gegend.

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