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Geschlossene Volkswirtschaft

Verständnis geschlossener Volkswirtschaften: Definition und aktueller globaler Kontext



Wichtige Erkenntnisse


  • Eine geschlossene Wirtschaft ist eine, die alle ihre eigenen Güter produziert und keinen internationalen Handel betreibt.
  • Geschlossene Volkswirtschaften sind heute selten; internationaler Handel ist aufgrund der Globalisierung und des Strebens nach komparativen Vorteilen üblich.
  • Selbst teilweise geschlossene Volkswirtschaften nutzen möglicherweise Zölle, Quoten und Subventionen, um heimische Industrien zu schützen.
  • Ökonomen sind sich im Allgemeinen einig, dass offene Volkswirtschaften schnelleres Wachstum, bessere Löhne und mehr Stabilität fördern.
  • Länder können den Handel einschränken, um eine übermäßige Abhängigkeit von Importen zu vermeiden und einheimische Produzenten vor globaler Konkurrenz zu schützen.


Was ist eine geschlossene Wirtschaft?


Eine geschlossene Volkswirtschaft strebt nach Autarkie, indem sie internationalen Handel vermeidet, aber in der heutigen globalisierten Welt ist dies meist theoretisch, da Länder auf Ressourcen wie Rohöl und Lithium angewiesen sind. Einige Nationen, wie der Sudan, tendieren zu mehr Geschlossenheit, betreiben aber dennoch begrenzten Handel. Anstatt ganze Volkswirtschaften abzuschotten, wenden Regierungen oft protektionistische Maßnahmen an, um bestimmte Sektoren zu schützen, während sie Teil der globalen Märkte bleiben.



Warum geschlossene Volkswirtschaften in der heutigen Welt verschwunden sind


Der Trend zur Globalisierung in den letzten Jahrzehnten deutet darauf hin, dass Regierungen offener für die Teilnahme am internationalen Handel werden.

Geschlossene Volkswirtschaften widersprechen der modernen Wirtschaftstheorie, die die Öffnung der heimischen Märkte für den internationalen Handel fördert, um komparative Vorteile zu nutzen, idealerweise zum Nutzen aller Bürger. Durch die Zuweisung von Arbeitskräften und anderen Ressourcen zu ihren produktivsten, effizientesten Tätigkeiten können Unternehmen und Einzelpersonen ihren Wohlstand steigern, so die Theorie.

Darüber hinaus, so die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), "Relativ offene Volkswirtschaften wachsen schneller als relativ geschlossene, und Gehälter und Arbeitsbedingungen sind in Unternehmen, die Handel treiben, in der Regel besser als in solchen, die dies nicht tun. Mehr Wohlstand und Chancen auf der ganzen Welt tragen auch dazu bei, mehr Stabilität und Sicherheit für alle zu fördern."1

Eine wirklich geschlossene Volkswirtschaft aufrechtzuerhalten ist heute unter anderem aufgrund der entscheidenden Rolle von Rohstoffen in der Produktion schwierig. Viele führende Industrieländer besitzen nicht alle benötigten Rohstoffe und müssen sie importieren.

Zum Beispiel importieren viele Länder Rohöl. Die Vereinigten Staaten sind tatsächlich sowohl Importeur als auch Exporteur von Rohöl.

Ein dramatischeres Beispiel, heute und in Zukunft, könnte Lithium sein, ein Metall, das für die Herstellung der Batterien, die Elektrofahrzeuge antreiben, unverzichtbar geworden ist. Die USA und viele andere Industrienationen haben sehr begrenzte Lithiumreserven und müssen sich auf andere für ihre Versorgung verlassen.



Gründe für teilweise geschlossene Volkswirtschaften


Obwohl völlig geschlossene Volkswirtschaften heute praktisch nicht existieren, können Regierungen dennoch eine bestimmte Branche oder einen Sektor ihrer Volkswirtschaft vom internationalen Wettbewerb abschotten. Einige ölproduzierende Länder haben beispielsweise eine Geschichte darin, ausländischen Erdölfirmen die Geschäftstätigkeit innerhalb ihrer Grenzen zu verbieten.

Das Argument für eine teilweise geschlossene Volkswirtschaft ist, dass eine völlig offene Gefahr läuft, zu abhängig von Importen zu werden, was zu einem stark unausgeglichenen Handelsbilanzsaldo führt.

Auch heimische Produzenten könnten leiden, weil sie bei niedrigen internationalen Preisen nicht konkurrieren können. Daher können Regierungen Handelskontrollen wie Zölle, Subventionen und Quoten einsetzen, um einheimische Unternehmen zu unterstützen. Diese Politik wird oft als Protektionismus bezeichnet.

Zum Beispiel verhängten die USA 2018 Zölle auf Stahl und Aluminium, um einheimische Produzenten vor unfairem ausländischem Wettbewerb, insbesondere aus China, zu schützen. Im Jahr 2022 wurden diese Regeln geändert.23



Bewertung des Grades der wirtschaftlichen Offenheit


Eine Möglichkeit, den Grad der Offenheit oder Geschlossenheit einer Volkswirtschaft zu bewerten, besteht darin, die Importe und Exporte eines Landes als Prozentsatz seines Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu messen.

Nach diesem Maßstab könnte das afrikanische Land Sudan heute die am stärksten geschlossene Volkswirtschaft haben. Nach den aktuellsten verfügbaren Zahlen machen Importe nur 1,0 % des sudanesischen BIP aus, während Exporte 1,2 % ausmachen. In den USA liegen diese Zahlen zum Vergleich bei 15,4 % bzw. 11,6 %.45



Was bedeutet Handelsbilanz?


Der Begriff Handelsbilanz bezieht sich auf den Wert der Importe eines Landes im Vergleich zum Wert seiner Exporte. Ein Land, das mehr importiert als es exportiert, hat ein Handelsdefizit, während eines, das mehr exportiert als es importiert, einen Handelsüberschuss hat.



Was ist der Unterschied zwischen einem Zoll und einer Quote?


Ein Zoll erhebt eine Steuer auf eine bestimmte Ware, die aus einem anderen Land kommt, während eine Quote die Menge solcher Waren begrenzt.



Was ist eine Handelsubvention?


Eine Handelsubvention ist ein finanzieller Vorteil, den eine Regierung einem Unternehmen oder einer Branche gewährt, um dessen Produkte im In- und Ausland wettbewerbsfähiger zu machen.

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