Gics
Den Global Industry Classification Standard verstehen: Ein Leitfaden für Investoren
Wichtige Erkenntnisse
- GICS kategorisiert börsennotierte Unternehmen in 11 Sektoren, 24 Branchengruppen, 69 Branchen und 158 Teilbranchen.
- GICS hilft Investoren und Analysten, Unternehmen innerhalb desselben Sektors oder derselben Branche zu identifizieren, zu vergleichen und gegenüberzustellen.
- Das Klassifizierungssystem umfasst über 26.000 Aktien weltweit, was 95 % der globalen Marktkapitalisierung entspricht.
- GICS wurde von MSCI und Standard & Poor's entwickelt und dient als Benchmark für MSCI-Indizes.
- Kritiker drängen auf Aktualisierungen des GICS, um moderne Geschäftsmodelle und branchenübergreifende Unternehmensgiganten besser abzubilden.
Was ist der Global Industry Classification Standard (GICS)
Der Global Industry Classification Standard (GICS) ordnet börsennotierte Unternehmen einem bestimmten Wirtschaftssektor und einer Branchengruppe zu, die ihre Geschäftstätigkeit am besten definiert. Er identifiziert jedes Unternehmen nach Sektor, Branchengruppe, Branche und Teilbranche. Er wird von Investoren, Analysten und Wirtschaftswissenschaftlern verwendet, um konkurrierende Unternehmen zu vergleichen. GICS wurde von Morgan Stanley Capital International (MSCI) und Standard & Poor's entwickelt.
Erkundung des GICS-Klassifizierungssystems
Die Branchenklassifizierung eines Unternehmens ist entscheidend für einen Investor, der ein diversifiziertes Portfolio aufbauen oder Wettbewerber eines Unternehmens in derselben Branche identifizieren möchte. Die GICS-Hierarchie beginnt mit 11 Sektoren, die sich in 24 Branchengruppen aufteilen, was zu 68 Branchen und 157 Teilbranchen führt. Jede Aktie erhält einen Code zur Identifizierung auf allen vier Ebenen. Die 11 Sektoren sind:
Energie
Gesundheitswesen
Informationstechnologie
Kommunikationsdienste
Versorger
Einem Unternehmen werden von Standard & Poor's und MSCI GICS-Klassifizierungscodes auf der Ebene der Teilbranchen zugewiesen, basierend auf ihrer Definition des Hauptgeschäfts des Unternehmens.
Wichtig
Die Haupteinnahmequelle eines Unternehmens ist der wichtigste Faktor bei der Bestimmung seiner Hauptgeschäftstätigkeit. Auch andere Faktoren wie Gewinnanalyse und Marktwahrnehmung werden berücksichtigt.
Seit der Gründung des GICS im Jahr 1999 wurden mehrere Überarbeitungen vorgenommen, die Branchengruppen, Teilbranchen und Branchen hinzugefügt, gestrichen oder verfeinert haben. Ein Immobiliensektor wurde 2016 hinzugefügt. Der Telekommunikationssektor wurde 2018 in Kommunikationsdienste umbenannt. Gleichzeitig wurde der Sektor um einige Medien- und Unterhaltungsinteressen erweitert, die zuvor im Bereich der Nicht-Basiskonsumgüter klassifiziert waren, sowie um einige interaktive Medien- und Dienstleistungsinteressen, die zuvor dem Bereich Informationstechnologie zugeordnet waren.
Praktische Anwendungen des GICS-Systems
GICS klassifiziert über 26.000 Aktien weltweit und deckt mehr als 95 % der globalen Marktkapitalisierung ab. GICS wird von Portfoliomanagern verwendet, um Aktien und ihre Wettbewerber zu identifizieren und zu analysieren.
GICS dient auch als Benchmark für die MSCI-Indizes. Morgan Stanley schätzt, dass mehr als 14,5 Billionen US-Dollar an verwaltetem Vermögen an den MSCI-Indizes gemessen werden, von denen viele sektorspezifisch sind.
GICS konkurriert mit dem Industry Classification Benchmark (ICB)-System, das von Dow Jones und der Londoner FTSE Group verwaltet wird.
Die ICB- und GICS-Systeme sind sich eigentlich gar nicht so unterschiedlich
Der Hauptunterschied zwischen ICB und GICS besteht darin, wie sie Konsumunternehmen auf Sektorebene klassifizieren. Beim ICB werden Unternehmen, die mit Verbrauchern Geschäfte machen, in Anbieter von Gütern und Anbieter von Dienstleistungen unterteilt. Beim GICS werden Unternehmen als zyklisch oder nichtzyklisch bzw. als diskretionäre Ausgaben oder Grundgüter gekennzeichnet.
Obwohl es auf niedrigeren Ebenen weitere Unterschiede gibt, sind sie nicht signifikant. Im ICB beispielsweise sind Kohleunternehmen in den Grundstoffen zu finden, während diese Unternehmen im GICS im Energiesektor klassifiziert sind. Ob eines der Systeme überlegen ist, ist Geschmackssache. Der Endnutzer hat ohnehin keine Wahl, da alle wichtigen Indizes ihre gelisteten Aktien dem einen oder anderen zuordnen.
Tipp
In der Praxis existieren die meisten gleichen Sektor- und Branchenbezeichnungen sowohl im GICS- als auch im ICB-Standard.
Die Relevanz des GICS in der heutigen Wirtschaft
In den letzten Jahren wurde die Relevanz der GICS- und ICB-Klassifizierung in Frage gestellt. Viele der heutigen Wirtschaftskategorien und -messungen stammen aus dem Industriezeitalter, als riesige Unternehmen mit großen physischen Anlagen und vielen Produkten florierten.
Die heutigen großen Unternehmen sind in den Bereichen Hardware, Software und mehr tätig. Apple stellt Telefone und Computer her und verkauft Unterhaltungsprodukte. Amazon stellt Hardware her, produziert Unterhaltungsprogramme, verkauft Cloud-Dienste und liefert so ziemlich alles. General Electric hat Beteiligungen an NBC, Telemundo und Universal Pictures.
Kritiker argumentieren, dass es an der Zeit sei, von einer vertikalen Branchenbetonung zu einer Betonung von Geschäftsmodellen überzugehen, indem der Global Industry Classification Standard aktualisiert wird, um die größere Bandbreite der heutigen Unternehmensgiganten widerzuspiegeln. Neue Maßstäbe und Standards würden Investoren, Kunden und Mitarbeitern helfen, neue strategische Landschaften mit größerem Einblick zu bewältigen.