Glba
Das Verständnis des Gramm-Leach-Bliley Acts und seine Auswirkungen auf die Finanzwelt
Wichtige Erkenntnisse
- Das GLBA hat den Glass-Steagall Act aufgehoben und ermöglicht es Banken, verschiedene Finanzdienstleistungen anzubieten.
- Es führte zur legalen Bildung von Finanzkonglomeraten wie Citigroup.
- Das Gesetz verlangt von Unternehmen, ihre Praktiken des Informationsaustauschs offenzulegen und den Verbrauchern Opt-Out-Möglichkeiten anzubieten.
- Es befasst sich mit Datenschutzbedenken, einschließlich der Einschränkung von Pretexting und Datenverkäufen durch Finanzinstitute.
- Das GLBA modernisierte die Finanzbranche, während es die Privatsphärenrechte der Verbraucher ausglich.
Was ist der Gramm-Leach-Bliley Act von 1999 (GLBA)?
Der Gramm-Leach-Bliley Act von 1999 (GLBA) war eine parteiübergreifende Verordnung unter Präsident Bill Clinton, die am 12. November 1999 vom Kongress verabschiedet wurde. Der GLBA versuchte, die Finanzbranche zu aktualisieren und zu modernisieren. Er ist vor allem als Aufhebung des Glass-Steagall Act von 1933 bekannt, der besagte, dass Geschäftsbanken im Rahmen ihrer normalen Geschäftstätigkeit keine Finanzdienstleistungen wie Investitionen und versicherungsbezogene Dienstleistungen anbieten durften.1
Alle Banken müssen nun ihre Praktiken des Informationsaustauschs mit ihren Kunden teilen. Manager und Servicekräfte dürfen nur eine Art von Finanzprodukt verkaufen oder verwalten.
Wie der Gramm-Leach-Bliley Act die Finanzvorschriften veränderte
Aufgrund der bemerkenswerten Verluste, die infolge des Schwarzen Dienstags und Donnerstags von 1929 entstanden waren, wurde der Glass-Steagall Act ursprünglich geschaffen, um Bankeinleger vor zusätzlichen Risiken zu schützen, die mit der Volatilität des Aktienmarktes verbunden sind.2 Infolgedessen war es Geschäftsbanken viele Jahre lang gesetzlich nicht erlaubt, als Makler zu fungieren.3 Da seit den 1930er Jahren viele Vorschriften zum Schutz der Bankeinleger erlassen wurden, wurde der GLBA geschaffen, um diesen Teilnehmern der Finanzbranche zu ermöglichen, mehr Dienstleistungen anzubieten.
Der GLBA wurde unmittelbar nach der Fusion der Geschäftsbank Citicorp mit der Versicherungsgesellschaft Travelers Group verabschiedet. Dies führte zur Bildung des Konglomerats Citigroup, das nicht nur Geschäftsbank- und Versicherungsdienstleistungen, sondern auch Geschäftsbereiche im Zusammenhang mit Wertpapieren anbot. Zu seinen Marken gehörten zu diesem Zeitpunkt Citibank, Smith Barney, Primerica und Travelers.4 Die Fusion von Citicorp verstieß gegen den damals bestehenden Glass-Steagall Act sowie den Bank Holding Company Act von 1956.
Wichtig
Das Gesetz ist auch als Gramm-Leach-Bliley Financial Services Modernization Act bekannt.
Um die Fusion zu ermöglichen, gewährte die US-Notenbank Citigroup im September 1998 eine vorübergehende Ausnahmegenehmigung – ein Vorläufer der Verabschiedung des GLBA durch den Kongress.5 In Zukunft wären andere ähnliche Fusionen vollständig legal. Die Aufhebung des Glass-Steagall Act hob auch das Verbot der „gleichzeitigen Tätigkeit eines Vorstandsmitglieds, Direktors oder Angestellten eines Wertpapierunternehmens als Vorstandsmitglied, Direktor oder Angestellter einer Mitgliedsbank“ auf.6
Schutz der Verbraucherprivatsphäre nach dem Gramm-Leach-Bliley Act
Der Gramm-Leach-Bliley Act verlangte auch von Finanzinstituten, die Verbrauchern Kreditdienstleistungen, Finanz- oder Anlageberatung und/oder Versicherungen anbieten, ihren Kunden ihre Praktiken des Informationsaustauschs vollständig zu erläutern. Die Unternehmen müssen ihren Kunden die Möglichkeit geben, sich abzumelden („opt-out“), wenn sie nicht möchten, dass ihre sensiblen Daten weitergegeben werden.7
Während viele kritische Informationen wie Kontostände und Kontonummern als vertraulich betrachten, werden diese Daten in Wirklichkeit regelmäßig von Banken, Kreditkartenunternehmen und anderen gekauft und verkauft. Der Gramm-Leach-Bliley Act verlangte begrenzte Datenschutzmaßnahmen gegen solche Verkäufe personenbezogener Daten sowie gegen Pretexting (das Erlangen persönlicher Informationen unter falschem Vorwand).