Going Private
Going Private: Definition, Prozess und Arten verstehen
Wichtige Erkenntnisse
- Durch die Privatisierung wird ein börsennotiertes Unternehmen in eine private Einheit umgewandelt, wodurch der öffentliche Handel seiner Aktien endet.
- Zu den gängigen Methoden gehören Private-Equity-Übernahmen, Management-Buyouts und Übernahmeangebote.
- Viele Transaktionen beinhalten Schulden, wobei die Vermögenswerte des Unternehmens als Sicherheit für Kredite dienen.
- Bei Management-Buyouts übernehmen mit dem Unternehmen vertraute Insider das Unternehmen und führen es in Privatbesitz.
- Übernahmeangebote können auch dann erfolgen, wenn die derzeitige Geschäftsführung des Unternehmens den Verkauf ablehnt.
Was bedeutet Privatisierung?
Eine Privatisierung findet statt, wenn ein börsennotiertes Unternehmen in eine private Einheit umgewandelt wird und seine öffentlichen Aktionäre auskauft, wodurch seine Aktien vom freien Markt genommen werden. Diese Geschäfte – oft Management- oder Private-Equity-Übernahmen oder Übernahmeangebote – nutzen häufig erhebliche Schulden. Unternehmen verfolgen diese Schritte, um den Marktdruck zu verringern.
Den Prozess der Privatisierung verstehen
Ein Unternehmen wird in der Regel privatisiert, wenn seine Aktionäre zu dem Schluss kommen, dass die Vorteile einer Börsennotierung nicht mehr signifikant sind.
Eine Möglichkeit für diesen Übergang ist die Übernahme des Unternehmens durch einen Private-Equity-Buyout. Bei dieser Transaktion kauft eine Private-Equity-Firma einen kontrollierenden Anteil an dem Unternehmen, häufig unter Nutzung erheblicher Schulden. Dabei sichert die Private-Equity-Firma diese Schulden durch die Vermögenswerte des übernommenen Unternehmens ab. Die Zins- und Tilgungszahlungen für die Schulden werden dann aus den Cashflows des Geschäfts bezahlt.
Eine weitere gängige Methode ist die Management-Buyout-Transaktion, bei der das Unternehmen von seinem eigenen Managementteam in Privatbesitz übernommen wird. Die Struktur eines Management-Buyouts ähnelt der eines Private-Equity-Buyouts, da beide auf hohe Schulden angewiesen sind. Im Gegensatz zu einem Private-Equity-Buyout wird ein Management-Buyout jedoch von „Insidern“ durchgeführt, die bereits bestens mit dem Geschäft vertraut sind.
In einigen Fällen beinhalten Privatisierungstransaktionen auch eine Verkäuferfinanzierung, bei der die Eigentümer des Unternehmens (in diesem Fall die Aktionäre der börsennotierten Gesellschaft) den neuen Käufern bei der Finanzierung des Kaufs helfen. In der Praxis bedeutet dies in der Regel, dass der Käufer einen Teil des Kaufpreises für einen bestimmten Zeitraum, z. B. fünf Jahre, aufschieben kann.
Wichtig
Viele Privatisierungstransaktionen beinhalten erhebliche Schulden. In diesen Situationen werden die Vermögenswerte des übernommenen Unternehmens als Sicherheit für die Kredite verwendet, und seine Cashflows werden für den Schuldendienst genutzt.
Ein weiteres häufiges Beispiel für Privatisierungstransaktionen ist ein Übernahmeangebot. Dies geschieht, wenn ein Unternehmen oder eine Einzelperson ein öffentliches Angebot zum Kauf der meisten oder aller Aktien eines Unternehmens abgibt. Manchmal werden Übernahmeangebote gemacht (und angenommen), selbst wenn das derzeitige Management des Zielunternehmens den Verkauf nicht wünscht. In diesem Fall spricht man von einer feindlichen Übernahme.
Da das Unternehmen, das das Übernahmeangebot vorlegt, eine öffentliche Kapitalgesellschaft sein kann, werden Übernahmeangebote oft mit einer Mischung aus Bargeld und Aktien finanziert. Beispielsweise könnte Unternehmen A ein Übernahmeangebot an Unternehmen B machen, bei dem die Aktionäre von Unternehmen B 80 % des Angebots in bar und 20 % in Aktien von Unternehmen A erhalten würden.
Fallstudie: Der Übergang von Keurig Green Mountain in Privatbesitz
Im Dezember 2015 gab die Private-Equity-Gruppe JAB Holding Company ihre Pläne zur Übernahme von Keurig Green Mountain bekannt. Anders als viele Private-Equity-Buyouts war dies ein reines Barangebot.1
Das Angebot bewertete die Aktien mit 92 $, einem Aufschlag von fast 80 % gegenüber ihrem Marktwert vor der Ankündigung.1 Es überrascht nicht, dass die Aktienkurse nach der Ankündigung dramatisch anstiegen und das Unternehmen das Angebot kurz darauf annahm.
Die Transaktion wurde im März des folgenden Jahres abgeschlossen. Dementsprechend wurden die Aktien des Unternehmens nicht mehr an der Börse gehandelt und Keurig Green Mountain wurde zu einem privaten Unternehmen.