Hawthorne-Effekt
Den Hawthorne-Effekt verstehen: Definition, Auswirkungen und Realität
Was ist der Hawthorne-Effekt?
Der Hawthorne-Effekt bezeichnet die vermeintliche Neigung von Personen, die Gegenstand eines Experiments oder einer Studie sind, das untersuchte Verhalten zu ändern oder zu verbessern, nur weil es untersucht wird, und nicht aufgrund von Änderungen der Experimentparameter oder des Reizes. Er wurde erstmals in den 1920er Jahren von Organisationsforschern identifiziert.
Neuere Forschungen deuten darauf hin, dass der Hawthorne-Effekt möglicherweise nicht real ist und die ursprüngliche Studie fehlerhaft war.1
Wichtige Erkenntnisse
- Der Hawthorne-Effekt besagt, dass Menschen ihr Verhalten allein deshalb ändern, weil sie während einer Studie beobachtet werden.
- Ursprünglich aus Experimenten im Hawthorne-Werksfabrik in den 1920er Jahren stammend, wird der Effekt unter Forschern weiterhin diskutiert.
- Moderne Forschung hat Zweifel am Hawthorne-Effekt aufkommen lassen, da viele Studien seine Ergebnisse nicht reproduzieren konnten.
- Kritiker weisen auf Mängel in der ursprünglichen Studie hin, darunter eine kleine Stichprobengröße und mögliche Verzerrungen der Forscher.
- Der scheinbare Effekt kann Daten in Bereichen, die auf menschlichen Probanden basieren, verzerren und erfordert sorgfältige experimentelle Aufmerksamkeit.
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Die Dynamik des Hawthorne-Effekts verstehen
Der Hawthorne-Effekt bezieht sich auf die Tatsache, dass Menschen ihr Verhalten allein deshalb ändern, weil sie beobachtet werden. Der Effekt ist nach Experimenten im Werk von Western Electric im Chicagoer Vorort Hawthorne in den späten 1920er und frühen 1930er Jahren benannt. Spätere Analysen zeigten, dass die Ergebnisse wahrscheinlich übertrieben waren, mit Mängeln im Design und der Durchführung der Studie.
Die Hawthorne-Experimente wurden ursprünglich vom National Research Council entworfen, um die Wirkung der Beleuchtung in der Fabrikhalle auf die Produktivität der Arbeiter in einer Telefonteilefabrik in Hawthorne zu untersuchen. Die Forscher waren verwirrt, dass die Produktivität nicht nur stieg, wenn die Beleuchtung verbessert wurde, sondern auch, wenn sie reduziert wurde. Die Produktivität verbesserte sich immer dann, wenn Änderungen bei anderen Variablen wie Arbeitszeiten und Ruhepausen vorgenommen wurden.
Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass die Produktivität der Arbeiter nicht durch die Änderungen der Arbeitsbedingungen beeinflusst wurde, sondern vielmehr durch die Tatsache, dass sich jemand genug um ihre Arbeitsbedingungen kümmerte, um ein Experiment dazu durchzuführen.2
Moderne Perspektiven auf den Hawthorne-Effekt
Die Forschung stützt sich oft auf menschliche Probanden. In diesen Fällen führt der Hawthorne-Effekt eine Verzerrung ein, die Forscher in ihren Ergebnissen berücksichtigen müssen. Obwohl es schwierig sein kann zu bestimmen, wie das Bewusstsein eines Probanden für eine Studie sein Verhalten verändern könnte, sollten Forscher dennoch bestrebt sein, sich dieses Phänomens bewusst zu sein und entsprechend anzupassen.
Obwohl es keine allgemein anerkannte Methodik gibt, um dies zu erreichen, können Erfahrung und genaue Aufmerksamkeit für die Situation Forschern helfen, zu verhindern, dass dieser Effekt ihre Ergebnisse verfälscht.
Anwendungen des Hawthorne-Effekts im Gesundheitswesen
Als Beispiel für den Hawthorne-Effekt betrachten Sie eine Studie aus dem Jahr 1978, die durchgeführt wurde, um festzustellen, ob Kleinhirn-Neurostimulatoren die motorischen Funktionsstörungen junger Zerebralparese-Patienten reduzieren könnten. Die objektiven Tests ergaben, dass die Patienten in der Studie angaben, dass ihre motorischen Funktionsstörungen abgenommen hätten und sie die Behandlung begrüßten. Dieses Patienten-Feedback widersprach jedoch der quantitativen Analyse, die zeigte, dass es kaum eine erhöhte motorische Funktion gab.3
Eine erhöhte Interaktion mit medizinischem Personal während der Studien wirkte sich positiv auf die Patienten aus und förderte die Illusion einer körperlichen Verbesserung. Bei der Analyse der Ergebnisse kamen die Forscher zu dem Schluss, dass der Hawthorne-Effekt die Daten negativ beeinflusst hatte, da es keine Hinweise darauf gab, dass die Kleinhirn-Neurostimulatoren messbar wirksam waren.45
Ist der Hawthorne-Effekt real?
Obwohl der Hawthorne-Effekt in Wirtschaftsschulen und Soziologiekursen auf der ganzen Welt gelehrt wird, hat die neuere Wissenschaft begonnen, seine Gültigkeit in Frage zu stellen. Laut Scientific American zeigte nur eines der ersten drei ursprünglichen Experimente eine verbesserte Produktivität, das zweite fand keine verbesserte Produktivität, und im dritten verschlechterte sich die Produktivität tatsächlich. Verdächtig ist, dass die Sponsoren der Studie die Vernichtung aller Daten anordneten, einschließlich allem, was an das MIT geschickt worden war, und dass kein Bericht verfasst werden sollte. Als die Originaldaten schließlich wieder auftauchten, konnten mehrere Wissenschaftler die ursprünglichen Ergebnisse widerlegen.1 Darüber hinaus waren moderne Versuche, den Hawthorne-Effekt zu replizieren, nicht schlüssig.6 Nur sieben von 40 solcher Studien fanden irgendwelche Hinweise auf den Effekt.1
Warum heißt es der Hawthorne-Effekt?
Der Name stammt von dem Ort, an dem die ursprünglichen Studien stattfanden: in einem Fabrikkomplex namens Hawthorne Works, außerhalb von Chicago, IL.
Was waren einige der Mängel der ursprünglichen Hawthorne-Studie?
Wissenschaftler haben mehrere Mängel in den Studien identifiziert, die zum Hawthorne-Effekt führten. Zum einen war die Stichprobengröße sehr klein: nur fünf einzelne Arbeiter. Darüber hinaus änderten sich die Mitglieder der Stichprobe im Laufe der Zeit. Die Forscher, die die Studie durchführten, waren nicht verblindet und könnten daher voreingenommen gewesen sein. Die gesammelten Daten, selbst wenn sie fundiert gewesen wären, wurden weiterhin als fehlinterpretiert kritisiert.1