Herbert A Simon
Herbert A. Simon: Nobelpreisträger und KI-Pionier der begrenzten Rationalität
Wer war Herbert A. Simon?
Herbert A. Simon war eine prominente Persönlichkeit in der Wirtschaftswissenschaft und der künstlichen Intelligenz. Er gewann 1978 den Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften für seine bahnbrechende Theorie der begrenzten Rationalität, die zeigte, dass Menschen Entscheidungen mit begrenzten Informationen statt mit perfekter Logik treffen. Simon verbrachte einen Großteil seiner Karriere an der Carnegie Mellon University, wo er auch ein Pionier der KI-Forschung war. Er veröffentlichte im Laufe seines Lebens viele einflussreiche Werke und erhielt den A.M. Turing Award für seine bedeutenden Beiträge zur Informatik.1
Wichtige Erkenntnisse
- Herbert A. Simon war bekannt für seine Theorie der begrenzten Rationalität, die die moderne Betriebswirtschaftslehre und Verwaltungsforschung beeinflusste.
- Er zeigte, dass Entscheidungsfindung oft darin besteht, zufriedenstellende Lösungen zu finden, anstatt vollkommen rationale, optimale Entscheidungen zu treffen.
- Simons Arbeit im Bereich der künstlichen Intelligenz umfasste die Entwicklung eines Computerprogramms, das mathematische Sätze beweisen konnte, und war wegweisend für die KI-Forschung.
- Er gewann sowohl den Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften als auch den A.M. Turing Award für seine bahnbrechenden Beiträge zu Wirtschaftswissenschaften und Informatik.
- Begrenzte Rationalität ist grundlegend für die Verhaltensökonomik und stellt klassische ökonomische Annahmen über vollkommen rationales menschliches Verhalten in Frage.
Herbert A. Simons Theorie der begrenzten Rationalität verstehen
Herbert A. Simon und seine Theorien zur wirtschaftlichen Entscheidungsfindung stellten das klassische ökonomische Denken in Frage, einschließlich der Vorstellungen von rationalem Verhalten und des atomistischen Individualismus des wirtschaftlichen Menschen. Anstatt der Idee anzuhängen, dass wirtschaftliches Verhalten rational sei und auf allen verfügbaren Informationen basiere, um das bestmögliche Ergebnis für den Einzelnen zu erzielen ("optimizing"), glaubte Simon, dass es bei der Entscheidungsfindung darum gehe, Ergebnisse zu erzielen, die für den Einzelnen auf der Grundlage seiner begrenzten Informationen und unter Berücksichtigung der Interessen anderer "gut genug" seien. Simon nannte dies "satisficing". Sein Begriff war eine Kombination der Wörter "satisfy" und "suffice".
Laut Simon nutzen Menschen, da sie unmöglich alle Informationen erhalten oder verarbeiten können, die für vollkommen rationale Entscheidungen erforderlich sind, stattdessen die ihnen zur Verfügung stehenden Informationen, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen, oder eines, das "gut genug" ist. Er beschrieb den Menschen als durch seine eigenen "kognitiven Grenzen" eingeschränkt.
Zusätzlich zu den kognitiven Grenzen schrieb Simon auch darüber, wie persönliche Beziehungen und soziale Organisationen die Entscheidungsfindung einschränken. Das bedeutet, dass Einzelpersonen Entscheidungen oft nicht nur im Hinblick auf ihre eigenen Interessen oder die Nutzenmaximierung des Einzelnen treffen, sondern die Interessen anderer und die Regeln des institutionellen Rahmens, in dem sie tätig sind, verhandeln, Macht ausüben oder anderweitig navigieren müssen.
Diese kognitiven und sozialen Grenzen, die die Entscheidungsfindung prägen, sind als Theorie der begrenzten Rationalität bekannt. Im Rahmen der begrenzten Rationalität müssen sich Entscheidungsträger damit begnügen, zufriedenstellende Lösungen für das oder die vor ihnen liegenden Probleme zu finden, während sie im Auge behalten, wie andere Entscheidungsträger im Unternehmen ihre eigenen Probleme lösen. Innerhalb dieser Grenzen kann die Entscheidungsfindung immer noch rational sein, da sie darin besteht, die relativen Kosten, Vorteile und Risiken zu vergleichen, um ein gewünschtes Ergebnis zu erzielen. Die begrenzte Rationalität sollte auch zu einem grundlegenden Element der Verhaltensökonomik werden, die gelegentlich auch in Frage stellt, ob menschliche Entscheidungen überhaupt rational sind.2
Als die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften Simon den Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften für seine Arbeit auf diesem Gebiet verlieh, stellte sie fest, dass ein Großteil der modernen Betriebswirtschaftslehre und Verwaltungsforschung auf seinen Ideen basiert.3 Simon ersetzte das Konzept des allwissenden, gewinnmaximierenden Unternehmers durch die Idee kooperierender Entscheidungsträger innerhalb eines Unternehmens, die mit informationellen, persönlichen und sozialen Einschränkungen konfrontiert sind.
Herbert A. Simons Einfluss auf die künstliche Intelligenz
Herbert A. Simon gilt als Pionier der Grundlagen der künstlichen Intelligenz. Mitte der 1950er Jahre versuchten Simon und Allen Newell von der Rand Corporation, menschliche Entscheidungsfindung auf Computern zu simulieren. 1955 schrieben sie ein Computerprogramm, das mathematische Sätze beweisen konnte. Das Paar nannte es seine "machine that thinks".1