Ifo Geschäftsklima-Umfrage
Den Ifo Business Climate Survey verstehen: Ein wichtiger Wirtschaftsindikator
Wichtigste Erkenntnisse
- Der Ifo Geschäftsklimaindex ist ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Gesundheit Deutschlands.
- Er sammelt Antworten von etwa 9.000 Unternehmen aus den Bereichen verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe, Dienstleistungen und Handel.
- Die Umfrageergebnisse geben Einblicke in die aktuelle Geschäftslage und die zukünftigen Erwartungen.
- Die Umfrage hilft, Konjunkturzyklen vorherzusagen und unterstützt Entscheidungen von Unternehmen und Politikern.
- Die deutsche Wirtschaft beeinflusst maßgeblich den Euro und die gesamte Wirtschaft der Europäischen Union.
- Der Ifo Geschäftsklimaindex ist ein Frühindikator für die deutsche Wirtschaftsaktivität, erstellt vom Münchner Ifo Institut für Wirtschaftsforschung. Seine Ergebnisse basieren auf rund 9.000 Umfrageteilnehmern aus deutschen Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Baugewerbes, des Dienstleistungssektors und des Handels.
- Deutschland ist die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt und die größte in Europa, daher wird diese monatliche Messung des Geschäftsumfelds und der Erwartungen des Landes von Ökonomen und Investoren weltweit genau beobachtet.
Wie die Ifo Geschäftsklima-Umfrage funktioniert
Die Ifo Geschäftsklima-Umfrage basiert auf etwa 9.000 monatlichen Antworten von deutschen Unternehmen aus den Bereichen verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe, Dienstleistungssektor und Handel. Die befragten Unternehmen werden gebeten, ihre aktuelle Geschäftslage als gut, befriedigend oder schlecht zu bewerten sowie ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate als günstiger, gleichbleibend oder ungünstiger einzuschätzen.1
Die Antworten der Unternehmen werden nach der wirtschaftlichen Bedeutung jedes Sektors gewichtet, und für jede Bewertung wird ein Netto-Saldo berechnet: gut/schlecht für die aktuelle Lage und günstiger/ungünstiger für die Erwartungen – die Antworten „befriedigend“ und „gleichbleibend“ werden als neutral betrachtet und daher nicht einbezogen.
Das Geschäftsklima selbst, das Hauptthema der Umfrage, wird dann als Mittelwert dieser beiden Salden berechnet. Das Ergebnis ist so konstruiert, dass es Werte zwischen –100 ergibt, wenn jedes Unternehmen beide Fragen negativ beantwortet, und +100, wenn jedes Unternehmen beide Fragen positiv beantwortet.1
Die Schlagzahl der Umfrage, die veröffentlicht wird, wird jedoch in Form eines Index neu berechnet, der in einem Basisjahr auf 100 gesetzt wird. Das derzeit verwendete Basisjahr ist 2015.2
Anwendung der Ifo Geschäftsklima-Umfrage: Wirtschaftliche Einblicke
Die Geschäftsklima-Umfrage soll als Frühindikator für konjunkturelle Wendepunkte in der deutschen Wirtschaft dienen. Unternehmen, Investoren und politische Entscheidungsträger verfolgen den Index, um sich auf künftige Wirtschaftsaktivitäten vorzubereiten, sich auf Nachfrageänderungen einzustellen oder wirksam auf wirtschaftliche Abschwünge zu reagieren.
Sobald der Index einen vorläufigen zyklischen Höchst- oder Tiefpunkt erreicht hat, gelten drei aufeinanderfolgende Monate mit Bewegungen in die neue Richtung als Definition eines neuen wirtschaftlichen Trends in die nächste Phase des Konjunkturzyklus. So erreichte der Index beispielsweise im Dezember 2006 einen zyklischen Höchststand und gab damit etwas mehr als ein Jahr Vorwarnung, bevor Deutschland 2008 offiziell der Weltwirtschaft in die Große Rezession folgte.
Kurze Fakten
Die deutsche Geschäftsstimmung lag von 1991 bis 2019 im Durchschnitt bei 98,12 Indexpunkten, erreichte im Januar 1991 mit 109,80 einen historischen Höchststand und im April 2020 im Zuge der globalen COVID-19-Pandemie mit rund 76 einen historischen Tiefststand. Seit 2021 hat sich der Index wieder seinem langjährigen Durchschnitt angenähert.3
Globale Auswirkungen der deutschen Wirtschaft in der Ifo Geschäftsklima-Umfrage
Die Ifo Geschäftsklima-Umfrage wird nicht nur als Barometer für die deutsche Wirtschaft, sondern auch für die gesamte EU angesehen. Deutschland erwirtschaftet mehr als ein Viertel der Wirtschaftsleistung des Blocks und ist der wichtigste Handelspartner für viele seiner europäischen Nachbarn.
Deutschlands Status als Motor der europäischen Wirtschaft bedeutet, dass seine Gesundheit auch großen Einfluss auf die Richtung der Euro (EUR)-Währung hat. Devisenhändler (Forex) neigen daher dazu, die Geschäftsstimmung im Land genau im Auge zu behalten.