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Inflationspsychologie

Inflationspsychologie verstehen: Definition & Auswirkungen auf Märkte



Wichtige Erkenntnisse


  • Inflationspsychologie kann die Inflation verstärken, da Verbraucher schnell ausgeben, weil sie glauben, dass die Preise steigen werden.
  • Ökonomen betrachten sie entweder als rationales Verhalten oder irrationale Emotion, was die politischen Reaktionen beeinflusst.
  • Sie kann anhaltende Inflation oder Vermögensblasen verursachen, was die wirtschaftliche Stabilität beeinträchtigt.
  • Inflationspsychologie kann Investitionen beeinflussen; Gold kann steigen, während festverzinsliche Anlagen fallen können.
  • Zentralbanken wie die Federal Reserve überwachen sie, um Inflation und wirtschaftliche Stabilität zu steuern.


Was ist Inflationspsychologie?


Inflationspsychologie ist eine Geisteshaltung, die Verbraucher dazu veranlasst, schneller auszugeben, als sie es sonst tun würden, in dem Glauben, dass die Preise steigen. Die meisten Verbraucher geben ihr Geld sofort für ein Produkt aus, wenn sie glauben, dass sein Preis bald steigen wird. Der Grund für diese Entscheidung ist, dass die Verbraucher glauben, etwas Geld sparen zu können, indem sie das Produkt jetzt statt später kaufen.

Inflationspsychologie kann sich zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung entwickeln, denn je mehr Verbraucher ausgeben und weniger sparen, desto höher wird die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes. Dies verstärkt die Inflation weiter und trägt zur Inflationspsychologie bei. Zu den potenziellen wirtschaftlichen Auswirkungen gehören problematische Inflation oder Vermögensblasen.



Tiefergehender Einblick in die Inflationspsychologie


Inflationspsychologie bezieht sich im Wesentlichen auf die scheinbar positive Rückkopplung zwischen aktuell steigenden Preisen und den Erwartungen der Verbraucher, dass die Preise in Zukunft weiter steigen werden. Die Inflationspsychologie beruht auf der recht offensichtlichen Grundidee, dass viele Menschen erwarten, dass die Preise auch in Zukunft weiter steigen werden, wenn die Preise steigen und in der Vergangenheit gestiegen sind.

Ökonomen haben verschiedene Modelle entwickelt, wie genau die Inflationspsychologie funktioniert. Einige Ökonomen beschreiben die Inflationspsychologie einfach als eine normale Reaktion auf steigende Preise, basierend auf Theorien der adaptiven Erwartungen oder der rationalen Erwartungen; dass Verbraucher ihre Erwartungen an die zukünftige Inflation (jeweils) auf der Grundlage ihrer Beobachtungen der jüngsten Inflation und ihrer mentalen Modelle darüber bilden, wie Wirtschaftsvariablen wie Zinssätze und Geldpolitik die Inflation bestimmen.

Keynesianische Ökonomen beschreiben die Inflationspsychologie als irrationale 'animal spirits' oder mehr oder weniger nicht reduzierbare Wellen von Optimismus oder Pessimismus. Die Verhaltensökonomie hingegen beschreibt die Inflationspsychologie eher im Sinne kognitiver Verzerrungen wie dem Verfügbarkeits-Bias.



Wichtig


Die Inflationspsychologie in der Gesamtwirtschaft kann anhand von Kennzahlen wie dem Verbraucherpreisindex (CPI) und den Anleiherenditen gemessen werden, die in die Höhe schnellen würden, wenn ein Anstieg der Inflation erwartet wird.



Strategien zum Umgang mit Inflationspsychologie


Je nachdem, wie man die Inflationspsychologie erklärt, können die Auswirkungen darauf, ob sie ein Problem darstellt oder was dagegen zu tun ist, sehr unterschiedlich sein. Wenn die Inflationspsychologie lediglich eine rationale Reaktion auf die aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen oder Maßnahmen ist, könnte sie überhaupt kein Problem darstellen und die angemessene Reaktion sein, um die wirtschaftlichen Bedingungen oder Maßnahmen zu bewältigen, die die Inflation verursachen.

Wenn man hingegen die Inflationspsychologie in erster Linie als eine Art irrationale oder emotionale Reaktion der Marktteilnehmer betrachtet, könnte eine aktive politische Reaktion zur Steuerung oder sogar zur Bekämpfung der Marktstimmung attraktiver erscheinen.

Zentralbanken sind stets wachsam gegenüber der Entwicklung der Inflationspsychologie, einschließlich der Federal Reserve (Fed), die in den 1970er und 1980er Jahren mit einer starken Inflation konfrontiert war. Inflationspsychologie kann negative Auswirkungen auf die Wirtschaft haben, da der daraus resultierende Inflationsanstieg die Zentralbank eines Landes dazu veranlassen kann, die Zinssätze zu erhöhen, um die Wirtschaft zu bremsen. Unkontrolliert kann die Inflationspsychologie im Laufe der Zeit auch zu Blasen bei den Vermögenspreisen führen.



Reales Beispiel für Inflationspsychologie


Inflationspsychologie war im ersten Jahrzehnt dieses Jahrtausends auf dem US-Immobilienmarkt deutlich zu erkennen. Da die Immobilienpreise Jahr für Jahr stiegen, wurden Investoren konditioniert zu glauben, dass 'Immobilienpreise immer steigen'.

Dies veranlasste Millionen von Amerikanern, in den Immobilienmarkt einzusteigen, entweder zum Eigenerwerb oder zur Spekulation, was den verfügbaren Wohnungsbestand drastisch reduzierte und die Preise stark in die Höhe trieb. Dies wiederum zog mehr Hausbesitzer und Spekulanten auf den US-Immobilienmarkt an, wobei das Fieber erst mit dem Ausbruch der schlimmsten Finanzkrise und Immobilienkorrektur seit der Depression der 1930er Jahre im Jahr 2007 nachließ.



Wie Inflationspsychologie Investitionen beeinflusst


Die Auswirkung der Inflationspsychologie auf verschiedene Anlageklassen ist unterschiedlich. Gold und Rohstoffe können zum Beispiel im Preis steigen, da sie als Inflationsschutz gelten. Festverzinsliche Wertpapiere hingegen würden im Preis fallen, da höhere Zinssätze zur Bekämpfung der Inflation erwartet werden.

Die Auswirkung auf Aktien ist gemischt, jedoch mit einer Tendenz nach unten. Dies liegt daran, dass die Auswirkung potenziell höherer Zinssätze viel größer ist als der positive Effekt auf die Gewinne von Unternehmen, die in einem inflationären Umfeld die Preissetzungsmacht haben, die Preise zu erhöhen.

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