Interbankenmarkt
Den Interbankenmarkt verstehen: Devisenhandel zwischen Banken
Was ist der Interbankenmarkt?
Der Interbankenmarkt ist ein dezentrales globales Netzwerk, in dem Banken untereinander direkt Währungen und Derivate handeln. Er unterstützt sowohl Eigenhandel als auch Transaktionen im Auftrag von Kunden und hilft Banken, Wechselkurs- und Zinsrisiken zu managen. Als Teil des größeren Interdealer-Marktes spielt er eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung globaler Wechselkurse und der Aufrechterhaltung der Finanzstabilität.
Wichtige Erkenntnisse
- Der Interbankenmarkt ist ein globales Netzwerk, in dem Finanzinstitute direkt Währungen und Währungsderivate handeln.
- Banken nutzen den Markt hauptsächlich zur Steuerung von Wechselkurs- und Zinsrisiken sowie zu Spekulationszwecken.
- Der Interbanken-Devisenmarkt entstand nach dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Abkommens und dem Austritt der USA aus dem Goldstandard im Jahr 1971.
- Zu den wichtigsten Teilnehmern gehören Großbanken, Handelsfirmen, Hedgefonds und Interdealer-Makler.
- Geschäfte sind in der Regel kurzfristig, zwischen über Nacht und sechs Monaten, und die meisten werden innerhalb von zwei Werktagen abgewickelt.
Tiefergehende Betrachtung des Interbankenmarktes
Der Interbanken-Devisenmarkt unterstützt sowohl Währungsinvestitionen als auch erheblichen spekulativen kurzfristigen Handel. Typischerweise haben Transaktionen eine Laufzeit von über Nacht bis zu sechs Monaten.1
Der Devisen-Interdealer-Markt zeichnet sich durch große Transaktionsvolumina und enge Geld-Brief-Spannen aus. Währungstransaktionen im Interbankenmarkt können entweder spekulativ sein (mit der alleinigen Absicht, von einer Währungsbewegung zu profitieren) oder der Absicherung von Währungsrisiken dienen. Sie können auch eigenständig sein, sind aber in geringerem Maße kundengetrieben durch die Unternehmenskunden einer Institution. Dazu können Exporteure und Importeure gehören.
Entwicklung des Interbanken-Devisenmarktes
Der Interbanken-Devisenmarkt entwickelte sich nach dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Abkommens und infolge der Entscheidung des früheren US-Präsidenten Richard Nixon, das Land 1971 vom Goldstandard abzukoppeln.2
Die meisten großen Industrienationen ließen ihre Wechselkurse frei schwanken, mit gelegentlichen staatlichen Eingriffen. Der Markt funktioniert global ohne zentralen Standort und pausiert nur an Wochenenden und Feiertagen.
Die Einführung des Systems flexibler Wechselkurse fiel mit dem Aufkommen kostengünstiger Computersysteme zusammen, die einen zunehmend schnellen Handel auf globaler Ebene ermöglichten. Sprachmakler über Telefonsysteme verbanden in den Anfängen des Interbanken-Devisenhandels Käufer und Verkäufer, wurden aber nach und nach durch Computersysteme ersetzt, die große Händlergruppen nach den besten Preisen durchsuchen konnten.
Wichtig
Handelssysteme von Reuters und Bloomberg ermöglichen es Banken, Milliarden von Dollar auf einmal zu handeln, wobei das tägliche Handelsvolumen an den geschäftigsten Tagen 6 Billionen Dollar übersteigt.3
Schlüsselakteure im Interbankenmarkt
Eine Bank muss bereit sein, anderen Teilnehmern Preise zu stellen sowie Preise anzufragen, um als Interbanken-Market-Maker zu gelten. Interbankengeschäfte können in einem einzigen Geschäft 1 Milliarde Dollar übersteigen.1
Citicorp und JP Morgan Chase gehören zu den größten Akteuren in den Vereinigten Staaten. Die Deutsche Bank in Deutschland und HSBC in Asien gehören ebenfalls zu den größten. Es gibt mehrere andere Teilnehmer am Interbankenmarkt, darunter Handelsfirmen und Hedgefonds. Sie tragen durch ihre Kauf- und Verkaufsoperationen zur Festlegung von Wechselkursen bei, aber andere Teilnehmer haben nicht so viel Einfluss auf die Wechselkurse wie große Banken.
Wie Kredit und Abwicklung im Interbankenmarkt funktionieren
Die meisten Kassageschäfte werden zwei Werktage nach Ausführung abgewickelt (T+2). Die wichtigste Ausnahme von dieser Regel ist der US-Dollar gegenüber dem Kanadischen Dollar, der am nächsten Tag abgerechnet wird. Banken müssen Kreditlinien mit ihren Gegenparteien haben, um zu handeln, selbst auf Kassabasis.
Die meisten Banken haben Netting-Vereinbarungen, die eine Verrechnung von Transaktionen im selben Währungspaar erfordern, die am selben Datum mit derselben Gegenpartei abgerechnet werden. Dies reduziert das Abwicklungsrisiko. Es reduziert erheblich den Geldbetrag, der den Besitzer wechselt, und damit das damit verbundene Risiko.
Was ist eine Geld-Brief-Spanne?
Die Geld-Brief-Spanne ist die Differenz zwischen dem Geldkurs und dem Briefkurs. Der Geldkurs ist die meiste Zeit niedriger.4
Was ist ein Market Maker?
Market Maker führen Börsengeschäfte zu jedem Zeitpunkt durch, und zwar mehr oder weniger kontinuierlich. Sie stellen Geld-/Briefspannen bereit, und ihre Teilnahme hält den Markt liquide und fließend.5
Was ist ein Kassageschäft?
Ein Kassageschäft bestimmt den Verkauf oder Kauf einer Ware oder einer Währung zur sofortigen Lieferung an einem bestimmten Datum, normalerweise innerhalb von zwei Werktagen. Die Frist kann sich jedoch je nach Art des betreffenden Marktes etwas verschieben.6