Ipi
Industrieproduktionsindex (IPI): Messung der Produktion im verarbeitenden Gewerbe und Bergbau
Wichtige Erkenntnisse
- Der Industrial Production Index (IPI) misst die reale Produktion in den Bereichen Fertigung, Bergbau, Elektrizität und Gasindustrie.
- Der IPI wird monatlich vom Federal Reserve Board veröffentlicht und liefert wichtige wirtschaftliche Erkenntnisse.
- Der IPI unterscheidet sich vom GDP, indem er sich ausschließlich auf Industriesektoren konzentriert und den Einzelhandel ausschließt.
- Veränderungen der Kapazitätsauslastung können auf Stärke oder Schwäche der wirtschaftlichen Nachfrage hinweisen.
- Der IPI enthält detaillierte Unterindizes für bestimmte Branchen und bietet tiefe Einblicke in wirtschaftliche Trends.
Was ist der Industrial Production Index (IPI)?
Der Industrial Production Index (IPI) hilft bei der Bewertung der wirtschaftlichen Lage, indem er zeigt, wie effektiv Branchen ihre verfügbare Kapazität nutzen. Da er die Produktion und die Kapazitätsauslastung misst, bietet der Index Einblicke in Wachstumstrends, Inflationsdruck und Veränderungen der Konjunkturzyklen. Ökonomen und Investoren stützen sich auf die vom Federal Reserve Board (FRB) veröffentlichten Daten, um Analysen und Entscheidungen auf den Finanzmärkten zu unterstützen.
Wie funktioniert der Industrial Production Index (IPI)?
Der Industrial Production Index (IPI) misst die Produktionsniveaus in den Sektoren Fertigung, Bergbau – einschließlich Öl- und Gasfeldbohrdienste – sowie Elektrizitäts- und Gasversorgung. Er misst auch die Kapazität, eine Schätzung der Produktionsniveaus, die nachhaltig aufrechterhalten werden könnten; und die Kapazitätsauslastung, das Verhältnis von tatsächlicher Produktion zur Kapazität.
Berechnung des IPI
Die Industrieproduktion und die Kapazitätsniveaus werden als Indexniveau relativ zu einem Basisjahr – derzeit 2017 – ausgedrückt. Mit anderen Worten: Sie geben keine absoluten Produktionsmengen oder -werte an, sondern die prozentuale Veränderung der Produktion gegenüber 2017.
Die Daten umfassen physische Inputs und Outputs wie Stahltonnage, inflationsbereinigte Verkäufe und manchmal Arbeitsstunden von Produktionsarbeitern. Die FRB bezieht diese Daten von Branchenverbänden und Regierungsbehörden und fasst sie mithilfe der Fisher-Ideal-Formel zu einem Index zusammen.
Wichtig
Die Indizes sind in saisonbereinigten und nicht saisonbereinigten Formaten verfügbar.
Innerhalb des gesamten IPI gibt es eine Reihe von Unterindizes, die einen detaillierten Einblick in die Produktion hochspezifischer Branchen geben. Beispiele für einige der Dutzenden Branchen, für die monatliche Produktionsdaten verfügbar sind, sind: Erdgasverkäufe an Haushalte, Speiseeis und gefrorene Desserts, Teppich- und Läufermühlen, Feder- und Drahtprodukte, Roheisen, Audio- und Videogeräte sowie Papier.
Vorteile des Industrial Production Index (IPI)
Daten auf Branchenebene sind für Manager und Investoren in bestimmten Geschäftsbereichen nützlich, während der Gesamtindex ein wichtiger makroökonomischer Indikator für Ökonomen und Investoren ist – Schwankungen im Industriesektor machen den größten Teil der Variation des gesamten Wirtschaftswachstums aus.
Gleichzeitig unterscheidet sich der IPI vom bekanntesten Maß für die Wirtschaftsleistung, dem Bruttoinlandsprodukt (GDP): Das GDP misst den vom Endverbraucher gezahlten Preis und umfasst daher die Wertschöpfung im Einzelhandel, die der IPI ignoriert.
Die Kapazitätsauslastung ist ein nützlicher Indikator für die Stärke der Nachfrage. Eine niedrige Kapazitätsauslastung oder Überkapazität signalisiert eine schwache Nachfrage. Politische Entscheidungsträger könnten dies als Signal dafür werten, dass eine fiskalische oder monetäre Konjunkturspritze erforderlich ist. Investoren hingegen könnten es als Zeichen eines bevorstehenden Abschwungs oder – je nach den Signalen aus Washington – als Zeichen einer bevorstehenden Konjunkturspritze interpretieren.
Eine hohe Kapazitätsauslastung hingegen kann als Warnung dienen, dass die Wirtschaft überhitzt, was auf das Risiko von Preissteigerungen und Vermögensblasen hindeutet. Politische Entscheidungsträger könnten auf diese Bedrohungen mit Zinserhöhungen oder fiskalischer Austerität reagieren. Alternativ könnten sie den Konjunkturzyklus seinen Lauf nehmen lassen, was wahrscheinlich zu einer eventuellen Rezession führt.
Historische Daten
Nachfolgend ist der saisonbereinigte IPI für die 50 Jahre bis Oktober 2017 dargestellt. Daten sind bis Januar 1919 verfügbar.