Klasse
Aktienklassen erklärt: Arten, Stimmrechte und Dividenden-Einblicke
Was ist eine Aktiengattung?
Eine Aktiengattung ist eine spezifische Art von Unternehmensaktien, die durch Rechte wie Stimmrecht und Dividendenzugang definiert ist.
Unternehmen nutzen verschiedene Aktiengattungen, wie Klasse A oder Klasse B, um Eigentumsverhältnisse zu strukturieren, Stimmrechte zu kontrollieren und Übernahmen zu verhindern.
Ein Beispiel für eine Multi-Class-Aktienstruktur ist bei Google. Sie ermöglicht es den Gründern, die Kontrolle über wichtige Geschäftsentscheidungen zu behalten, obwohl sie weniger als die Mehrheit der Aktien besitzen.
Investmentfonds und Aktien bieten Aktiengattungen mit unterschiedlichen Gebühren und Rechten an, um verschiedene Anlegerpräferenzen zu erfüllen. Diese beeinflussen auch die Kosten für Anleger.
Vorzugsaktien rangieren über Stammaktien in der Kapitalstruktur eines Unternehmens. Sie kombinieren Aktien- und festverzinsliche Merkmale und haben eine höhere Priorität bei Dividendenzahlungen und Liquidationserlösen. Stammaktien bieten hingegen in der Regel Stimmrechte und potenzielle Dividenden.
Wichtige Erkenntnisse
- Unternehmen geben verschiedene Aktiengattungen mit unterschiedlichen Stimmrechten und Dividendenpolitiken aus, um die Kontrolle zu behalten und strategische Ziele zu erreichen.
- Stammaktien bieten in der Regel Stimmrechte, während Vorzugsaktien feste Dividenden ohne Stimmrecht bieten.
- Die Multi-Class-Aktienstruktur von Google ermöglicht es den Gründern, die Kontrolle zu behalten, obwohl sie weniger als die Mehrheit der Aktien besitzen.
- Investmentfonds-Aktiengattungen wie Klasse A, B und C unterscheiden sich durch Gebühren und Verkaufsprovisionen, was die Kosten für Anleger beeinflusst.
- Vorzugsaktien rangieren über Stammaktien bei Dividendenzahlungen und Liquidationspriorität und kombinieren Aktien- und festverzinsliche Merkmale.
- Julie Bang / Investopedia
Aktiengattungen: Hauptunterschiede und Auswirkungen
„Aktiengattung“ kann auch die verschiedenen Anteilsklassen für Ausgabeaufschlag-Investmentfonds beschreiben. Es gibt drei Anteilsklassen (Klasse A, Klasse B und Klasse C), die unterschiedliche Verkaufsprovisionen, 12b-1-Gebühren und Betriebskostenstrukturen aufweisen. Ob es sich um verschiedene Aktiengattungen einer Unternehmensaktie oder um die mehreren Anteilsklassen von beratungsverkauften Investmentfonds handelt, in beiden Fällen beziehen sie sich auf unterschiedliche Rechte und Kosten, die Inhabern jeder Anteilsklasse zustehen.
Einblick in Googles Aktienklassenstruktur
Die Multi-Class-Aktienstruktur bei Google entstand infolge der Umstrukturierung des Unternehmens in Alphabet Inc. im Oktober 2015 (GOOG). Die Gründer Sergey Brin und Larry Page besaßen weniger als die Mehrheitsbeteiligung an den Aktien des Unternehmens, wollten jedoch die Kontrolle über wichtige Geschäftsentscheidungen behalten. Das Unternehmen schuf daraufhin drei Aktiengattungen seiner Aktien.
Klasse-A-Aktien werden von normalen Anlegern gehalten und haben eine Stimme pro Aktie. Klasse-B-Aktien, die hauptsächlich von Brin und Page gehalten werden, haben 10 Stimmen pro Aktie. Klasse-C-Aktien werden in der Regel von Mitarbeitern gehalten und haben keine Stimmrechte. Diese Struktur gibt den Gründern die meiste Stimmrechtskontrolle, aber ähnliche Strukturen waren bei durchschnittlichen Aktionären schon früher unbeliebt.
Orientierung bei Investmentfonds-Aktiengattungen
Beratungsverkaufte Investmentfonds bieten verschiedene Aktiengattungen an, jede mit einer einzigartigen Verkaufsprovision und Gebührenstruktur. Klasse-A-Investmentfondsanteile erheben einen Ausgabeaufschlag, haben niedrigere 12b-1-Gebühren und ein unterdurchschnittliches Niveau an Betriebskosten. Klasse-B-Investmentfondsanteile erheben einen Rücknahmeaufschlag und haben höhere 12b-1-Gebühren und Betriebskosten. Klasse-C-Investmentfondsanteile haben keinen Ausgabeaufschlag, einen niedrigen Rücknahmeaufschlag und höhere 12b-1-Gebühren und Betriebskosten.
Der Rücknahmeaufschlag, bekannt als bedingte nachgelagerte Verkaufsprovision (CDSC), kann je nach Haltedauer der Anteile reduziert oder aufgehoben werden. Klasse-B-Anteile haben typischerweise eine CDSC, die bereits nach einem Jahr ab Kaufdatum verschwindet. Klasse-C-Anteile beginnen oft mit einer höheren CDSC, die erst nach einem Zeitraum von fünf bis zehn Jahren vollständig entfällt.
Vorzugsaktien: Vorteile und Überlegungen
Anleger können Vorzugsaktien wählen, die eine Mischung aus Stammaktien und festverzinslichen Anlagen sind. Vorzugsaktien haben wie Stammaktien kein Fälligkeitsdatum, repräsentieren Unternehmenseigentum und werden als Eigenkapital geführt. Im Vergleich zu einer Anleihe bieten Vorzugsaktien einen festen Ausschüttungssatz, haben keine Stimmrechte und einen Nennwert.
Vorzugsaktien rangieren auch über Stammaktien in der Kapitalstruktur eines Unternehmens. Daher müssen Unternehmen Dividenden auf Vorzugsaktien zahlen, bevor sie Dividenden für Stammaktienklassen zahlen. Im Falle einer Liquidation oder Insolvenz erhalten Vorzugsaktionäre ihre Zahlung ebenfalls vor den Inhabern von Stammaktien.