Kleinfirmeneffekt
Der Small Firm Effect erklärt: Auswirkungen auf die Anlagerenditen
Wichtige Erkenntnisse
- Der Small-Firm-Effekt besagt, dass Small-Cap-Unternehmen häufig größere Firmen übertreffen.
- Small-Cap-Aktien bieten hohes Wachstumspotenzial, sind jedoch mit größerem Risiko und höherer Volatilität verbunden.
- Kleine Unternehmen haben im Vergleich zu größeren Firmen mehr Wachstumschancen.
- Der Januareffekt steigert die Kurse von Small-Cap-Aktien Ende Dezember und Anfang Januar.
- Größere Unternehmen schneiden während wirtschaftlicher Rezessionen in der Regel besser ab als Small-Caps.
Was ist der Small-Firm-Effekt?
Der Small-Firm-Effekt beschreibt die Idee, dass Small-Cap-Aktien in bestimmten Zeiträumen Large-Caps übertreffen können, obwohl sie in der Regel volatiler sind, insbesondere in Abschwüngen. Er wird als Marktanomalie betrachtet und erscheint als „Größen"-Faktor im Drei-Faktoren-Modell von Fama und French, wobei die Belege je nach Zeitraum variieren.
Wie der Small-Firm-Effekt am Aktienmarkt funktioniert
Börsennotierte Unternehmen werden in drei Kategorien eingeteilt: Large-Cap (10 Milliarden US-Dollar +), Mid-Cap (2–10 Milliarden US-Dollar) und Small-Cap (< 2 Milliarden US-Dollar). Die meisten Small-Cap-Unternehmen sind Start-ups oder relativ junge Firmen mit hohem Wachstumspotenzial. Innerhalb dieser Aktienklasse gibt es noch kleinere Abstufungen: Micro-Cap (50 Millionen – 2 Milliarden US-Dollar) und Nano-Cap (< 50 Millionen US-Dollar).
Die Theorie des Small-Firm-Effekts besagt, dass kleinere Unternehmen mehr Wachstumschancen haben als größere. Small-Cap-Unternehmen haben zudem tendenziell ein volatileres Geschäftsumfeld, und die Behebung von Problemen – etwa die Korrektur einer Finanzierungslücke – kann zu einer starken Kurssteigerung führen.
Schließlich haben Small-Cap-Aktien in der Regel niedrigere Aktienkurse, und diese niedrigeren Preise führen zu größeren Kurssteigerungen als bei Large-Cap-Aktien. An den Small-Firm-Effekt knüpft der Januareffekt an, der sich auf das Kursmuster von Small-Cap-Aktien Ende Dezember und Anfang Januar bezieht. In der Regel steigen diese Aktien in diesem Zeitraum, was Small-Cap-Fonds für Anleger noch attraktiver macht.
Wichtig
Der Small-Firm-Effekt ist nicht unfehlbar, da Large-Cap-Aktien in Rezessionen in der Regel besser abschneiden als Small-Cap-Aktien.
Vergleich des Small-Firm-Effekts mit dem Effekt vernachlässigter Unternehmen
Der Small-Firm-Effekt wird häufig mit dem Effekt vernachlässigter Unternehmen verwechselt. Der Effekt vernachlässigter Unternehmen besagt, dass börsennotierte Unternehmen, die von Analysten nicht genau beobachtet werden, tendenziell besser abschneiden als solche, die Aufmerksamkeit erhalten oder genau geprüft werden. Der Small-Firm-Effekt und der Effekt vernachlässigter Unternehmen schließen sich nicht gegenseitig aus. Einige Small-Cap-Unternehmen werden von Analysten möglicherweise ignoriert, sodass beide Theorien anwendbar sein können.
Vor- und Nachteile von Investitionen in Small-Cap-Aktien
Small-Cap-Aktien sind tendenziell volatiler als Large-Cap-Fonds, bieten aber potenziell die höchste Rendite. Small-Cap-Unternehmen haben mehr Spielraum für Wachstum als ihre größeren Pendants. Beispielsweise ist es für das Cloud-Computing-Unternehmen Appian (APPN) einfacher, sich in seiner Größe zu verdoppeln oder sogar zu verdreifachen, als für Microsoft.
Andererseits ist es für ein Small-Cap-Unternehmen viel einfacher, zahlungsunfähig zu werden, als für ein Large-Cap-Unternehmen. Im vorherigen Beispiel verfügt Microsoft über reichlich Kapital, ein starkes Geschäftsmodell und eine noch stärkere Marke, was es weniger anfällig für Misserfolge macht als kleine Unternehmen, die keine dieser Eigenschaften besitzen.